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Marlies Maas aus Goch erlangt zum 60. Mal das Goldene Sportabzeichen

Sportabzeichen : Marlies Maas – ein Leben für den Sport

Die Gocherin hat in diesem Jahr zum 60. Mal das Goldene Sportabzeichen bekommen. Ob sie sich nochmals um die Auszeichnung bemüht, ist derzeit aber ungewiss. Als Frühschwimmerin und im Fitnessstudio hält sie sich fit.

Seit sechs Jahrzehnten brennt Marlies Maas nun für die Idee des Sportabzeichens. Die Gocherin freut sich, dass sie sich immer wieder aufgerafft hat, den Anforderungen in den Kategorien Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer und Koordination zu genügen. „Das Sportabzeichen ist für mich wie Fieber. Sobald das neue Jahr angebrochen war, habe ich mich bemüht – gerne auch am Tag nach Neujahr“, sagt Marlies Maas.

Nur so war es möglich, auch in diesem Jahr die Ehrung für 2020 zu erhalten. Schließlich hatte Marlies Maas die Prüfung im GochNess bereits im Januar abgelegt, noch bevor die Corona-Pandemie wie ein brachialer Sturm über die Republik hinwegfegte und die Bäder für Monate schloss.

An die erste Auflage des Wettbewerbs in Goch erinnert sich Marlies Maas noch genau. Am alten Sportplatz von Viktoria Goch an der Gaesdoncker Straße waren damals Nachwuchsathleten zusammengekommen, um das Ehrenabzeichen zu gewinnen. Für Marlies Maas war klar: Wenn sie schon teilnimmt, müsse es auch das Goldene Sportabzeichen sein. „Damals hatten wir nicht viel anderes. Daher war es leicht, Menschen für das Sportabzeichen zu gewinnen. Mit mir haben viele angefangen. Aber wer ist schlussendlich übriggeblieben? Ich“, sagt Marlies Maas schmunzelnd.

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Bis heute ist sie bemerkenswert fit. „Ich habe mein Leben lang Sport gemacht. Ich konnte mich eigentlich für alles begeistern, was Bewegung beinhaltet. Daher bin ich auch heute noch so fit. Sport kann man nicht vom Arzt verordnet bekommen“, sagt sie.

Jahrzehntelang war Maas Mitglied im Gocher Turnverein, zudem lief sie leidenschaftlich gerne Ski. In der Stadt ist die Ausdauersportlerin zudem bis heute auf dem Fahrrad unterwegs, lange Zeit beschäftigte sie sich in Pfalzdorf mit Pferden. Außerdem ist die Gocherin Frühschwimmerin, zwei Mal in der Woche zieht sie ihre Bahnen im Freizeitbad GochNess in Kessel. „Als ich das erste Mal nach dem Lockdown wieder schwimmen ging, fühlte es sich an, als hätte ich Blei an den Füßen. Das war wirklich sehr mühsam. Mittlerweile klappt es aber wieder sehr gut. Man muss eben immer weitermachen“, sagt Marlies Maas.

Zudem fährt die Rentnerin zwei Mal in der Woche ins Fitnessstudio nach Kleve. Dort hält sie sich etwa auf dem Ruderergometer fit, macht zudem Krafttraining. „Ich mache aber nur genau so viel, wie mir guttut. Ich will es nicht übertreiben. Sollte ich mal irgendwo Schmerzen haben, setze ich eben für einen Tag aus“, sagt Marlies Maas. Manchmal aber müsse sie auch ihren inneren Schweinehund besiegen. „Dafür braucht es einfach den sportlichen Ehrgeiz, den viele andere nicht haben. Ich hatte den schon als junges Mädchen und habe ihn nie verloren“, sagt Marlies Maas. Auch in Zeiten der Pandemie sei es ihr gelungen, sportlich unterwegs zu sein. Sie betrieb zuvorderst Nordic Walking.

Um an das Goldene Sportabzeichen zu kommen, musste Marlies Maas schwimmen, werfen, laufen und springen. Auch andere Disziplinen wären möglich gewesen. Welche Ergebnisse sie genau erreicht hat, wisse sie nicht, so erklärt die Gocherin. „Ich bin ins Hubert-Houben-Stadion gekommen und wollte gar nicht hören, welche Werte ich erreichen musste. Ich habe die Disziplinen einfach abgelegt und gefragt, ob es gereicht hat. Und bislang hat es immer gereicht“, sagt Marlies Maas.

Jahrelang nahm sie das Sportabzeichen auch selbst ab, da kannte sie die Anforderungen noch auswendig. Doch irgendwann wurden diese vom Deutschen Olympischen Sportbund angepasst. Ob sich die Seniorin in den kommenden Jahren noch einmal um die Auszeichnung bemüht, sei noch offen. „Das 60. Sportabzeichen ist eigentlich ein guter Zeitpunkt, um aufzuhören. Was habe ich noch davon, das 61. oder 62. zu bekommen? 60 Sportabzeichen hört sich doch klasse an. Aber ganz sicher bin ich mir noch nicht. Ich muss mir noch Gedanken dazu machen“, sagt Marlies Maas. Sorgen aber bereitet ihr das Nachwuchsproblem des Sportabzeichens. Es sei schwer, junge Menschen für die Idee zu begeistern. „Das ist heute ja alles ganz anders als früher. Die Kinder haben unendlich viele Möglichkeiten – und vor allem Handys und Fernsehen. Es ist schwer, sie noch zu motivieren“, sagt Marlies Maas.