Tennis : Tennis: Oversteegen hört als Kreistrainer auf

Nach 27 Jahren gibt Marco Oversteegen sein Amt Ende des Monats auf. Seine Tennisakademie betreibt er weiter.

Marco Oversteegen hat seine Leidenschaft früh zum Beruf gemacht. Seit 30 Jahren ist der ehemalige Profi Tennislehrer, betreut derzeit zehn Vereine im Kreis Kleve, darunter die Abteilung des 1. FC Kleve. Rund 500 Schüler lernen bei dem Niederländer und dessen Trainerteam.

Seit 27 Jahren ist Marco Oversteegen auch Kreistrainer. Damit ist aber Ende des Monats Schluss: „Der Hauptgrund ist, dass die Unterstützung im Kreis zu gering geworden ist“, sagt Oversteegen. Für den Bezirkscup, der immer im Winter zwischen den Kreisen Kleve, Moers, Krefeld, Neuss, Mönchengladbach und Viersen ausgetragen wird, hat der Trainer zuletzt keine vollständige Mannschaft mehr zusammenbekommen.

„Der Bezirkscup ist eigentlich eine sehr harmonische Sache – aber in den letzten Jahren bin ich zunehmend mit Bauchschmerzen hingefahren. Trotz hohem Aufwand ist es Jahr für Jahr schwerer geworden, 18 Schüler zusammenzukriegen“, sagt der 52-Jährige.

Ein Grund: Immer weniger Vereine könnten Nachwuchsspieler für den Kreis-Kader abstellen, sagt Oversteegen – es fehle zunehmend an Strukturen zur Jugendförderung. Auch sei die Zahl der Schüler, die für das wöchentliche Kreistraining und Wettbewerbe wie den Bezirkscup infrage kommen und auch teilnehmen wollen, zurückgegangen. „Die Bereitschaft, hart und viel zu trainieren, hat bei den Schülern im Kreis abgenommen. Heute sind es nur noch eine Handvoll Kinder, während sie in den ersten 20 Jahren Schlange standen“, erinnert sich der scheidende Kreistrainer.

Mit volleren Zeitplänen der Kinder und Jugendlichen sei der Rückgang nicht unbedingt zu erklären, sagt er. „In anderen Kreisen gibt es diese Probleme nicht – da explodiert das Kreistraining teilweise“, so Oversteegen. „In anderen Kreisen gibt es aber auch viel mehr Tennisschulen, die professionelles Training anbieten. Das ist hier mit ein paar Ausnahmen nicht mehr der Fall. Deswegen ist die Talentförderung deutlich schwieriger geworden“, sagt Oversteegen.

Eine Lösung sieht der 52-Jährige nicht. „Sonst hätte ich weitergemacht“, sagt er. Die Beendigung seiner Tätigkeit als Kreistrainer nach 27 Jahren fiel ihm nicht leicht – aber: „Am Ende ist es einfach zu frustrierend gewesen und der Zeitaufwand zu groß“, sagt Oversteegen. Ein unmittelbarer Nachfolger für das Amt des Kreistrainers ist noch nicht gefunden.

Nun will sich Marco Oversteegen ganz auf seine Tennisakademie konzentrieren, die er 1988 gegründet hat. Zusammen mit sechs weiteren Trainern unterrichtet er den Nachwuchs von Partnervereinen in Kleve, Emmerich, Veert, Sevelen, Nierswalde und Kapellen. „Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen macht mir noch genau so viel Spaß, wie vor 30 Jahren“, sagt Oversteegen, der zwei Jahre lang Profi gewesen ist, bevor er sich für die Laufbahn als Tennislehrer entschied. Auch für Kindergärten und Schulen bietet seine Akademie weiterhin Tennisunterricht an – in der Hoffnung, dass in Zukunft wieder mehr Talente aus dem Kreis hervorgehen werden.

Weitere Informationen zur Tennisschule gibt es im Internet unter www.tennisakademie-oversteegen.de.