Mädchenfußball : Kämpferherzen marschieren vorne

B-Juniorinnen Regionalliga-West: SV Bedburg-Hau – MSV Duisburg 4:1 (2:1)

Die Kämpferherzen dominierten den Bundesliga-Absteiger nach Belieben. „Wir waren enttäuscht, dass Duisburg nicht stärker war“, sagte Trainer Rickes.

Wie die Bullen vor dem Stierkampf lauerten die B-Juniorinnen des SV Bedburg-Hau am Samstag auf die „Zebras“ vom MSV Duisburg. Mit den Hufen scharend wurden sie allerdings einige Minuten auf die Folter gespannt, da die vorherige Partie der U-15-Mädchen zu einer Verzögerung des Anpfiffs führte. Danach aber spielten die Kickerinnen beim 4:1-Erfolg wie aufgedreht. „Dennoch möchte ich nicht von einer Sensation sprechen, denn wir hätten den Gegner sehr viel stärker erwartet. Das war schon enttäuschend“, sagte er. Aufatmen durften die Juniorinnen zuvor ob der Genesung von Stürmerin Leona Baran, die eigentlich mit einer Oberschenkel-Zerrung hätte aussetzen sollen. „Da hat unsere Physiotherapeutin Kristen Janssen ganze Arbeit geleistet“, sagte Rickes.

Im Gegensatz zum Spiel gegen den SSV Rhade, als der SV früh die kalte Dusche zum 0:1 hinnehmen musste, drückten die Gastgeber die Duisburger von Beginn an tief in die eigene Hälfte. So war die Führung in der neunten Minute folgerichtig: Nach einer Ecke schraubte sich Verteidigerin Pia Landers hoch und verlängerte per Kopf auf Sophie Schneider, die das Spielgerät nur noch über die Linie drücken musste. Weitere zehn Zeigerumdrehungen später finalisierte Alysha Zemlin zum 2:0-Zwischenstand. Der MSV rückte hoch auf, weshalb sich zahlreiche Räume hinter den Defensivlinien der Gäste auftaten. In einen solchen sprintete Zemlin, die schnell schaltete und aus 20 Metern sehenswert abschloss. Ganz abgemeldet aber war Duisburg noch nicht. Nach einer halben Stunde rutschte Landers in der Rückwärtsbewegung aus, Kanon Ishikawa spielte sich frei und schob flach ein. Mit einem 2:1-Zwischenstand verabschiedeten sich die Teams dann in die Kabine.

Doch auch nach dem Seitenwechsel behielten Spielführerin Anna Schneider und Co. die Feldüberlegenheit. Emily Kühn war es, die mit einem Distanzschuss aus 25 Metern in den Winkel erhöhte. Für den 4:1-Endstand sorgte wiederum Kira Zemlin, die sich in den Strafraum tankte und mit kühlem Kopf die gegnerische Torfrau überwand. „In jeder Hinsicht haben wir verdient gewonnen. Ich bin unglaublich stolz auf meine Mädels“, sagte Rickes. Diese stehen nun mit sieben Punkten aus drei Begegnungen überraschend an der Tabellenspitze. Dennoch relativiert der Trainer: „Wir wissen noch nicht, ob wir dort zufällig stehen. Waren wir so stark oder die Gegner so schwach? Das werden erst die nächsten Wochen zeigen. Lassen wir einmal Arminia Bielefeld oder Borussia Mönchengladbach kommen.“

Zum ausgelassenen Feiern war den Damen dennoch nicht zu Mute: Rechtsverteidigerin Mahee Derricks musste nach einem Tritt gegen das Knie in der 54. Spielminute ausgewechselt werden. Von den Stollen der Kontrahentin gezeichnet und mit einer tiefen Fleischwunde musste sie sich im Krankenhaus behandeln lassen. „Das war eine Verletzung wie nach dem bösen Foul an Ewald Lienen vor mehr als 35 Jahren“, befand Rickes. Die 15-Jährige wird drei Wochen ausfallen.

SV Bedburg-Hau – MSV Duisburg 4:1 (2:1). Bedburg-Hau: Thieme – Derricks (54. R. Hofkens), Oster (75. K. Hofkens), Landers, A. Schneider (77. Berns) – Cronenberg, A. Zemlin, Kühn, K. Zemlin – Baran, S. Schneider
Tore: 1:0 S. Schneider (9.), 2:0 A. Zemlin (20.), 2:1 Ishikawa (31.), 3:1 Kühn (55.), 4:1 K. Zemlin (72.)