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Leichtathletik: Knapp 1000 Starter beim Steintorlauf von Viktoria Goch

Leichtathletik : Luca Fröhling siegt beim Steintorlauf

Der Athlet des LV Marathon Kleve setzt sich im Rennen über 5000 Meter souverän durch. Bei hochsommerlichen Temperaturen sind knapp 1000 Sportler bei der 28. Auflage der Veranstaltung von Viktoria Goch am Start.

Die Teilnahme bei der 28. Auflage des Gocher Steintorlaufs war für Luca Fröhling am Samstag eher eine spontane Idee. „Eigentlich war es gar nicht geplant, dass ich starte. Morgens war ich noch im Verein trainieren, weil einige große Wettkämpfe vor der Türe stehen. Aber irgendwie war die Verlockung dann doch zu groß. Ein solches Event vor der eigenen Haustüre wollte ich nicht verpassen“, sagte der 23-Jährige, der aus Goch stammt und für den LV Marathon Kleve aktiv ist. So meldete sich Fröhling eine Stunde vor dem Start noch für die Fünf-Kilometer-Distanz an – und überzeugte.

Nach 16:13 Minuten lief der junge Mann im Hubert-Houben-Stadion ins Ziel ein und ließ damit den Kalkarer Tobias Balthesen (TV Eberbach, 16:52 Minuten) klar hinter sich. Dritter wurde Uwe Jonkmans (17:53), Klubkollege von Luca Fröhling. „So einen Sieg nimmt man natürlich immer gerne mit, gerade als Gocher. Es ist wohl eine Pflicht und eine große Ehre, das Heimatrennen zu gewinnen. Die anderen Jungs an der Startlinie kannte ich gut. Daher wusste ich, wo ich mich einordnen musste“, so Fröhling.

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Insgesamt gingen bei der Veranstaltung der Gocher Viktoria 977 Teilnehmer an den Start. Knapp 100 Sportler hatten sich kurzfristig noch angemeldet. Und das, obwohl die Temperaturen bei knapp 30 Grad Celsius lagen. „Das Wetter war keine Freude. Aber gerade deswegen passte es für mich heute sehr gut: Das war ein wichtiger Trainingslauf“, sagte Fröhling. Chef-Organisator Johannes Artz war schwer zufrieden mit den Teilnehmerzahlen. „Wir hatten befürchtet, dass das Meldeergebnis wegen des heißen Wetters dramatisch zurückgehen würde. Aber das Gegenteil war der Fall. Erneut haben vor allem die Kinder und Jugendlichen maßgeblich dafür gesorgt, dass der Steintorlauf gut dasteht. Und in meinen Augen gab es in der Spitze und in der Breite richtig starke Zeiten“, sagte der Leiter der Leichtathletik-Abteilung von Viktoria Goch.

Damit die hochsommerlichen Wetterverhältnisse für die Sportler etwas erträglicher waren, sorgten viele Nachbarn rund um den Start- und Zielbereich für kräftig Beregnung. Gartenschläuche und Sprinkleranlagen wurden mobil gemacht, um die Läufer mit einer kühlen Wasserdusche zu versorgen. „Wir sind den Nachbarn sehr dankbar, dass sie mitgezogen und die Sportler unterstützt haben. Auch bin ich meinen Helfern sehr dankbar, ohne die diese Veranstaltung überhaupt nicht denkbar wäre. Viele junge Leute, aber auch erfahrene Kräfte haben ohne mit der Wimper zu zucken beim Auf- und Abbau mitangepackt. Bei dem Wetter war das natürlich für alle kräftezehrend“, sagte Johannes Artz. Für das Catering zeichnete nun erstmals die Karnevals-Abteilung von Viktoria Goch verantwortlich – und zwar mit Erfolg. „Wir sind extrem glücklich, wie der Steintorlauf nach zwei Corona-Jahren über die Bühne gegangen ist“, so Artz.

 Kühle Getränke waren bei den Rennen heiß begehrt.
Kühle Getränke waren bei den Rennen heiß begehrt. Foto: Markus van Offern (mvo)

Besonders gefragt war der Lauf der Minis über 300 Meter. Die schnellsten Jungs waren Alfroid Zera (1:11 Minuten, Kita Nierspiraten Goch) sowie Maximilian Daniels (1:11, Leichtathletik Nütterden). Schnellstes Mädchen war May Fränzl (1:12 Minuten, Kindergarten Zipfelmütze). Beim 1000-Meter-Lauf der weiterführenden Schulen setzte sich Hannes Rolf vom TV Goch in 3:02 Minuten durch. Seine Klubkollegin Leonie Sophie Seltmann war in 3:05 Minuten nur knapp hinter ihm ins Ziel eingelaufen.

Einen Fokus hatten die Organisatoren in diesem Jahr auf den Hobbygruppen- und Firmenlauf über zwei Kilometer gelegt. Die beste Teamleistung der Frauen zeigten die Abiturientinnen des Gaesdonck-Gymnasiums. Katharina Coenen, Antonia Koschlik und Amelie Reffeling benötigten zusammen 29:20 Minuten. Im Wettbewerb der Männer setzten sich drei junge Fußballer des D-II-Jugend-Meisterteams der JSG Hommersum-Hassum/Kessel/Asperden durch. Bert Giesen, Luca Schmitz und Leo Wehren siegten in 26:49 Minuten mit deutlichem Vorsprung. Ein Trio der Gocher Hilfsorganisation needykids, für die beim Steintorlauf Spenden gesammelt wurden, landete auf Platz zwei.

Auch die Laufsportlegende Theo Aymanns, die im Trikot von Alemannia Pfalzdorf unterwegs ist, ging beim Steintorlauf spontan noch an den Start. Für fünf Kilometer benötigte der Routinier 21:30 Minuten – und landete damit auf Platz zwei der Altersklasse 55. „Es war sehr heiß. Im Prinzip zu heiß, um Sport zu treiben. Im Vorfeld war gewarnt worden, nicht zu viel in die pralle Sonne zu gehen. Daher musste man ein wenig vorsichtiger agieren. Dennoch ist es für alle Beteiligten gut gelaufen. Man trifft nach der Corona-Zeit wieder den harten Kern der hiesigen Laufszene. Viele Kollegen hat man länger nicht gesehen, das waren daher tolle Begegnungen“, so Aymanns, der am Niederrhein als „Mister Volkslauf“ bekannt ist.

Dass die Teilnehmerzahl im Vergleich zur Auflage im Jahr 2019, als 1719 Sportler dabei waren, zurückgegangen ist, sei kein Grund zu Sorge. Aymanns: „Man sollte nicht zu enttäuscht sein. In zwei oder drei Jahren, wenn wir Corona ad acta gelegt haben und der Krieg in der Ukraine vorbei ist, werden die Teilnehmerzahlen bei allen Volksläufen wieder klar nach oben gehen.“