Leichtathletik Jule Gipmann von Viktoria Goch will eine DM-Medaille

Leichtathletik : Jule Gipmann träumt vom Start bei der WM

Die 18-jährige Diskuswerferin von Viktoria Goch will sich für die U-20-Weltmeisterschaft in Kenia qualifizieren. Ihre Ambitionen möchte sie am Samstag mit ihrem ersten Medaillengewinn bei nationalen Titelkämpfen unterstreichen.

Jule Gipmann will am Samstag den ersten Schritt zum großen Ziel machen, das sie im Jahr 2020 hat. Die 18 Jahre alte Diskuswerferin von Viktoria Goch möchte bei der Deutschen Hallen- und Winterwurf-Meisterschaft der Altersklasse U 20 in Neubrandenburg zum ersten Mal in ihrer Laufbahn eine Medaille bei nationalen Titelkämpfen gewinnen und sich damit zugleich für den Saison-Höhepunkt empfehlen, den es für Athleten ihrer Altersklasse in diesem Jahr gibt. Vom 7. bis 12. Juli findet die U-20-Weltmeisterschaft in Nairobi statt. Jule Gipmann will bei den Titelkämpfen in der Hauptstadt Kenias für Deutschland in den Ring gehen. „Ein WM-Start ist mein großer Traum“, sagt die 1,83 Meter große Sportlerin, die 2020 eine Menge vorhat, da sie am Gocher Gymnasium auch noch ihr Abitur machen will.

Jule Gipmann ist zuversichtlich, dass sie die Kriterien für eine WM-Nominierung erfüllen kann. Zum einem muss die 18-Jährige ihre Bestleistung von 48,36 Meter um mehr als zwei Meter auf wenigstens 50,50 Meter steigern, um die Norm für die Weltmeisterschaft zu erfüllen. Zum anderen muss sie bei der Junioren-Gala des DLV in Mannheim (21./22. Juni) dabei sein und dort nach Möglichkeit einen der ersten beiden Plätze belegen. „Das sind sicherlich hohe Vorgaben. Doch mein Heimtrainer Alexander Borgers und Bundestrainerin Katja Schreiber sind sehr optimistisch, dass ich das erreichen kann“, sagt Jule Gipmann.

Doch zunächst einmal möchte die Gocherin sich am Samstag auf dem Wurfplatz des Jahnstadions in Neubrandenburg erstmals Edelmetall bei einer DM sichern. Die Vorbereitung war allerdings nicht optimal. Jule Gipmann hatte vor drei Wochen bei einem DLV-Lehrgang im Trainingszentrum in Kienbaum eine Knochenabsplitterung im Zeigefinger der Wurfhand erlitten. Deshalb konnte sie bis Freitag keine Technik-Übungen absolvieren.

„Das ist natürlich so kurz vor einem so wichtigen Wettkampf sehr unglücklich“, sagt Alexander Borgers. Erst am vergangenen Freitag stand für Jule Gipmann wieder Wurf-Training auf dem Programm. Die Leistungen gaben dem Optimismus neue Nahrung, dass der Gocherin jetzt bei der DM der große Wurf gelingen kann. „Die Würfe waren ganz gut“, sagt der 81-jährige Borgers, der seit 1975 Leichtathletik-Trainer bei der Viktoria ist.

Der erfahrene Übungsleiter und sein Schützling hatten vor der Verletzung eigentlich die Silbermedaille bei den Titelkämpfen in Neubrandenburg fest im Blick gehabt. „Jetzt wären wir schon mit Bronze sehr zufrieden“, sagt Borgers. Die Goldmedaille scheint an Pia Northoff (TV Wattenscheid) vergeben zu sein. Sie hat eine Bestleistung von 57,36 Metern und die ein Kilogramm schwere Scheibe damit schon neun Meter weiter als Jule Gipmann geworfen.

Die Gocherin, die mit 48,36 Metern das zweitbeste Resultat der elf Starterinnen aufweist, hat es vor kurzem aber schon einmal geschafft, die Top-Favoritin zu schlagen. Bei der NRW-Meisterschaft in Leverkusen siegte sie mit 46,98 Metern vor Northoff (46,16). „Doch man kann nicht davon ausgehen, dass Pia noch einmal so einen schwachen Tag erwischt“, sagt Gipmann.

Sie sieht Meryem Gül (TV Norden, 47,11 Meter), Letizia Marsico (TV Wattenscheid, 46,11) und Sina Prüfer (Hallesche LAF, 47,52), die sich allerdings wohl vor allem auf den Kugelstoß-Wettbewerb konzentrieren will, als größte Konkurrentinnen im Kampf um die Plätze zwei und drei an. Gipmann geht davon aus, dass sie ein Ergebnis im Bereich ihrer Bestleistung erzielen muss, um Edelmetall zu holen. „Wenn es mir gelingt, die 48-Meter-Marke zu übertreffen, wäre ich bei den Medaillengewinnern dabei.“ Beim ersten Training nach ihrer Verletzung hat sie den Diskus in diesen Bereich geschleudert. Jetzt soll das auch am Samstag gelingen, um zu beweisen, dass Nairobi ein realistisches Ziel für die Gocherin ist.