Leichtathletik: Die Nordrhein-Meisterschaften gastieren in Goch

Leichtathletik : Viktorias Athleten stark bei NRW-Titelkämpfen

Die Gocher Leichtathleten waren in der Düsseldorfer Halle zu Gast. Stephanie Verhalen triumphiert in der Altersklasse „W30“ über 60 und 200 Meter. Eine weitere gute Nachricht: Die LVN-Meisterschaften finden an Fronleichnam im Hubert-Houben-Stadion statt.

Diese Großveranstaltung war der Auftakt in das Sportjahr der Leichtathleten: die NRW-Meisterschaft. Wir beantworten dazu die wichtigsten Fragen.

Die Offenen Senioren-Hallenmeisterschaften NRW – was ist das? Traditionell treffen am zweiten Wochenende des Jahres die besten Senioren-Leichtathleten Nordrhein-Westfalens aufeinander. Die Laufsportler, Kugelstoßer, Speerwerfer und Hochspringer duellieren sich dann in der Leichtathletikhalle im Düsseldorfer Arena-Sportpark.

Foto: Evers, Gottfried (eve)

Wer war aus dem Kreis Kleve mit von der Partie? Sieben Sportler aus dem Kreis Kleve waren mit dabei. Die Leichtathletik-Abteilung von Viktoria Goch schickte drei Athleten in die Landeshauptstadt. Für die Schwarz-Roten kämpften Silke Floeren, Stephanie Verhalen und Andreas Schefthaler um NRW-Titel. Im Dress des TSV Weeze gingen vier Läufer an den Start: Marlene Spronk, Elsbeth Schäfer, Anita Hermann und Claudia Seegers.

Eine feste Größe über die Drei-Kilometer-Distanz: Marianne Spronk. Sie läuft im Trikot des Turn- und Sportvereins Weeze. Foto: Wolfgang Birkenstock

Wie erfolgreich waren die Leichtathleten aus Goch? Bemerkenswert erfolgreich. Zur Wahrheit gehört allerdings auch: Groß war das Teilnehmerfeld nicht. Silke Floeren, Gesicht der Viktoria-Leichtathleten, erklärt sich das so: „In unserem Alter sind viele eben sehr beschäftigt, sei es im Beruf oder mit Kindern.“ Besonders siegreich war Stephanie Verhalen. Die Gocherin startete in der Altersklasse „W30“ über 60 und 200 Meter – mit Erfolg. Über die kürzere Distanz triumphierte sie nach 8,82 Sekunden, über 200 Meter nach 29,03 Sekunden. Dabei lief sie eine Sekunde Vorsprung auf ihre erste Verfolgerin heraus. „Stephanie kann mit ihren Leistungen mehr als zufrieden sein, das war stark“, sagt Vereinskollegin Silke Floeren. Viktorias Andreas Schefthaler nahm sich in der Altersklasse „M45“ ebenfalls den 60- und 200-Meter-Strecken an. In den Ergebnislisten wird er jedoch unter ferner liefen geführt, Schefthaler wurde Zehnter und Siebter.

Silke Floeren landete über die Kurzstrecke gleich zwei Mal auf dem Treppchen. Foto: Wolfgang Birkenstock

Wie schnitt die mehrmalige Deutsche Meisterin Silke Floeren ab? Den Resultaten nach könnte man behaupten: Es waren Titelkämpfe mit einem bitteren Beigeschmack für Viktorias Aushängeschild. Sowohl über die 60- wie auch über die 200-Meter-Strecke wurde sie Zweite der AK „W40“. Die 40-Jährige sieht’s aber völlig anders: „Über die 60 Meter bin ich zuletzt 2013 gelaufen und über die 200 Meter habe ich sogar meine Zeit des vergangenen Jahres verbessert.“ Damals lief sie eine Zeit von 28,82 Sekunden, nun waren es 28,41. „Es war für mich also auf jeden Fall ein erfolgreiches Wochenende. Ich hätte mich bei beiden Läufen sogar eher weiter hinten gesehen“, sagt Silke Floeren. Sie sei über die Kurzstrecke bloß gestartet, um, so sagt sie, „Schnelligkeits-Frequenz“ zu gewinnen. Ihre Zeit über 60 Meter: 8,67 Sekunden.

Überzeugten auch die Weezer Starterinnen? Und wie: Elsbeth Schäfer (W75) darf sich nun NRW-Meisterin über 3000 Meter nennen. Sie benötigte 19:02 Minuten für drei Kilometer. Marianne Spronk behielt über die gleiche Distanz, allerdings in der Altersklasse „W70“, die Oberhand – mit einer Zeit von 14:02 Minuten. Zwei weitere Sportlerinnen im TSV-Dress nahmen sich in der Altersklasse W55 der Drei-Kilometer-Strecke an. Anita Hermann wurde mit einer Zeit von 13:12 Minuten Fünfte, Claudia Seegers mit 13:13 Minuten Sechste.

Was wird der Höhepunkt des hiesigen Leichtathletik-Jahres 2020? Die Nordrhein-Meisterschaften der Senioren finden erstmals im Gocher Hubert-Houben-Stadion statt. Am 11. Juni, Fronleichnam, ist es so weit. Für Johannes Artz, Vorsitzender der Leichtathletik-Abteilung, eine Veranstaltung mit Strahlkraft: „Wir hatten uns für Meisterschaften initiativ beworben und eigentlich gehofft, die Schülermeisterschaften zu bekommen. Dass es nun die Senioren geworden sind, ist aber nicht weniger schön.“ Im vergangenen Jahr fanden diese auf der Anlage des Kevelaerer SV statt. Artz zu Folge wolle die Viktoria mindestens im Zweijahresrhythmus eine Leichtathletik-Meisterschaft ausrichten. Immerhin könne man eine ausgezeichnete Infrastruktur für die Deutsche Leichtathletik-Elite bieten, jüngst wurde gar noch die Kugelstoß-Anlage modernisiert.

Hätten die LVN-Meisterschaften im Juni nicht parallel zum Steintorlauf stattfinden können? Auf gar keinen Fall, wie Artz im Redaktionsgespräch erklärt: „Es braucht im Stadion wahnsinnig viel Platz, unter anderem für Speerwerfer oder Diskuswerfer. Das parallel zum Steintorlauf mit 1700 Sportlern zu organisieren, ist völlig undenkbar.“ Der Volkslauf findet anderthalb Wochen nach der Nordrhein-Meisterschaft am 21. Juni statt. Dass beide Großveranstaltungen terminlich nah beieinander liegen, sei vorteilhaft. „So sind wir organisatorisch eingespielt“, sagt Johannes Artz.