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Leichtathletik: Bei Marathon Kleve läuft es trotz Corona

Leichtathletik : Bei Marathon Kleve läuft es trotz Corona

Beim Verein geht es trotz der Einschränkungen wegen der Pandemie aufwärts. „So gut waren wir seit Jahrzehnten nicht mehr“, sagt Vorsitzender Gerd Mölders mit Blick auf die Trainingsleistungen und Ergebnisse bei virtuellen Rennen.

Wie wohl alle Sportarten hat auch der Laufsport im Kreis Kleve in den vergangenen Monaten wegen der Corona-Pandemie eine schwierige Zeit erlebt. Lauftreffs konnten nicht in gewohnter Form stattfinden. Und die großen Volksläufe der Region vereinten nicht wie gewohnt tausende Sportler auf der Strecke. Sie mussten abgesagt werden. Es fehlt etwas. Und doch sagen Gerd Mölders und Max Kalscheuer vom LV Marathon Kleve, dass sich ihr Verein nicht beschweren könne. Insbesondere nicht, wenn man auf die Mannschaftssportarten blicke. „Die hatten es in den vergangenen Monaten deutlich schwerer“, sagt Geld Mölders, Vorsitzender des Vereins, Klever Laufsportlegende und Olympia-Teilnehmer von 1968.

Denn das Laufen an sich – es blieb auch in den schwersten Lockdown-Zeiten unangetastet. „Laufen ist immer möglich gewesen“, sagt Kalscheuer, Aktiver und Pressewart des LV. Die Sportlerinnen und Sportler des LV Marathon konnten durchgängig trainieren. Dies ging zwar nur mit Einschränkungen. So konnte das Training nicht mehr in gewohnter Stärke stattfinden, sondern höchstens noch in kleinen Gruppen. Und insbesondere die Wettkampferfahrung blieb ziemlich auf der Strecke.

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Den Leistungen der Mitglieder tat das aber offenbar keinen Abbruch. Im Gegenteil. „Ich sehe eine starke Leistungssteigerung. So gut waren wir schon Jahrzehnte nicht mehr“, sagt Mölders. Vor ein paar Jahren klang das noch anders. 2017 hatte Mölders in einem Interview mit dieser Zeitung festgestellt: „Die Leichtathleten, die versuchen, Rekorde zu verbessern oder Qualifikationen zu laufen, werden immer weniger. Es hat kaum einer mehr Lust, sich gelegentlich auch mal zu quälen.“

Der 79-jährige Mölders sagt deshalb. „Ich war drauf und dran, alles aufzugeben, hatte keine Lust mehr.“ Doch siehe da: Sie ist wieder stärker geworden, die Leistungsbereitschaft beim LV Marathon, die Bereitschaft, sich zu quälen. Das liege auch an einem 2020 neu zusammengesetzten Vorstand, sagt der Klubchef. Und das liege an dem unermüdlichen Engagement des Vorsitzenden, sagt Kalscheuer: „Ob es regnet, stürmt oder schneit – der Gerd ist immer da und steht uns mit seinem Sachverstand zur Seite. Das motiviert natürlich.“

Und noch etwas: Eine Art Neidkultur, die sich im Verein vor Corona bisweilen bemerkbar gemacht habe, sei nun verflogen. „Die Mitglieder gönnen sich einander wieder Bestzeiten, motivieren sich gegenseitig, statt gegeneinander zu laufen“, so Mölders. Und persönliche Bestzeiten habe es in den vergangenen Monaten beim LV reichlich gegeben, sagt der Vorsitzende. Auch die Mitgliederzahl ist gewachsen. „Wir sind gestärkt aus dieser Zeit hervorgegangen und mit einem tollen Zusammenhalt“, sagt Kalscheuer.

Eine Entwicklung, die sich auch bei den Ergebnissen bemerkbar macht. Etwa bei der Winterlaufserie des ASV Duisburg, die diesmal virtuell stattfand. Der LV Marathon Kleve dominierte die Kleine Serie des Wettbewerbes, bei der es über drei Monate drei Läufe (fünf, 7,5 und zehn Kilometer) zu bewältigen galt. Luca Fröhling gewann die Serie mit mehr als 1000 Teilnehmern in einer Gesamtzeit von 1:10,57 Stunden für alle drei Rennen. Alexander Ukley (1:19,37) und Jens Gisbers (1:19,38) belegten Platz vier und fünf der Gesamtwertung. Judith Gottwald (1:26,19) war schnellste Teilnehmerin ihrer Altersklasse und erreichte in der Gesamtwertung den zweiten Platz.

Die richtigen Wettkämpfe, sie fehlen freilich – auch wenn der LV Marathon die virtuellen Alternativen durchaus begrüßt. Ob der vom Verein jährlich veranstaltete Klever Citylauf, der 2020 wegen der Pandemie abgesagt werden musste, im September 2021 wieder stattfinden kann, wollen Mölders und Kalscheuer noch nicht beurteilen. „Wir hoffen es natürlich sehr, aber zurzeit ist das noch schwer vorstellbar“, sagen sie.

Doch egal, wie sich die Corona-Zahlen entwickeln: Laufen ging bisher noch immer. Und wenn es nur die Solorunde im Forstgarten ist, die vom Vorsitzenden Gerd Mölders kritisch beäugt wird.