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Fußball: Kleves unbändige Lust auf den Pokalsonntag

Fußball : Kleves unbändige Lust auf den Pokalsonntag

Fußball-Landesligist 1. FC Kleve empfängt morgen im Verbandspokal den Regionalligisten FC Kray. Anstoß der Partie ist um 17.30 Uhr.

Wir sind uns gar nicht einmal sicher, ob Thomas von Kuczkowski, der als Trainer im vierten Jahr die sportlichen Belange des Fußball-Landesligisten 1. FC Kleve lenkt, an das letzte Pflichtspiel seiner Mannschaft in diesem Jahr erinnert werden möchte. Das fand Mitte Juni auf dem Bresserberg statt, war Teil der Oberliga-Aufstiegsrunde und endete gegen den FSV Duisburg torlos. Die Aufstiegsträume der Klever Mannschaft waren seinerzeit schon vier Tage vorbei geplatzt, als sie beim SC Düsseldorf-West eine bittere 0:4-Niederlage einstecken musste.

"Game over", meinte FC-Keeper "Poli" Minas nach dem Ende der Aufstiegsrunde. Seine knappe Aussage stellte nicht allein auf die beendete Saison ab, sondern auch auf das Ende seines Engagements im Tor der Rot-Blauen. Ein paar Schritte von ihm entfernt instruierte Kapitän Fabio Forster seine Mitspieler mit letzten Informationen für die geplante Mannschaftstour. Während Trainer von Kuczkowski im Gespräch mit der Presse die Saison bilanzierte. Wenn es nach ihm gegangen wäre, dann hätte es ohne Sommerpause gleich weitergehen können.

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Dreimal war der Klever Trainer mit seiner Mannschaft am Aufstieg gescheitert: Zuerst am PSV Wesel-Lackhausen, dann gegen Krefeld-Fischeln und zuletzt am SC West. Während von Kuczkowski auf diese Zeit zurückblickte, ahnte er, dass eine erneut knappe Niederlage in einem nächsten Aufstiegsrennen für ihn und die Zusammenarbeit mit der Mannschaft nicht günstig wäre. Als Trainer nutze man sich über die Jahre ab, sagte er, ohne dass dies aber auch nur entfernt nach Abschied klang. Wenigstens einen Angriff auf die fünfte Liga wollte sich Trainer von Kuczkowski noch gestatten. Wie viele Feuer in ihm noch brennen, das machte er in der seit Mitte Juli laufenden Saisonvorbereitung deutlich. Befördert durch eine neue, um gute Fußballer verstärkte Mannschaft, eine gegenüber der vergangenen Saison modifizierte Taktik und eine große Lust auf das Titelrennen in einer sehr stark gewordenen Liga.

Die frühzeitig eingestielten Neuverpflichtungen haben ihre Erwartungen bisher ausnahmslos erfüllt: Marcel Rybacki, Kristof Prause, Sascha Horsmann, Levon Kurikciyan und Jan-Phillip Maaßen. Dadurch hat die Qualität des Kaders und die Vielfalt in den taktischen Möglichkeiten enorm zugenommen. So breit aufgestellt und ausgeglichen besetzt war ein Kader des 1. FC Kleve in den vergangenen drei Jahren nicht. Das bestätigte am Rande des letzten Testspiels gegen den ambitionierten Bezirksligisten SV Vrasselt auch Kleves Co-Trainer Dieter Oldenburg, der noch einen weiteren Pluspunkt herausstellte: "Innerhalb eines Spiels sind wir in der Lage, unser System zu ändern, ohne schwächer zu werden."

Der zahlenmäßig größere und vor allem gleichmäßig besetzte Kader könnte aber auch Konfliktpotenzial in sich bergen. Darüber ist sich der im Fußballgeschäft erfahrene von Kuczkowski bewusst. Er weiß, dass der wahre Charakter eines Spielers sich bisweilen erst zeige, wenn dieser weniger Einsatzzeiten bekomme. Der gewachsene Konkurrenzkampf könnte - vorausgesetzt man versteht es, den in positive Bahnen zu lenken - das Niveau innerhalb einer Mannschaft aber auch beflügeln. Ob das gelingt, dürfte in der kommenden Saison eine spannende Angelegenheit werden. Zumal in der Vorbereitung mit Lukas Ehrhardt, Marcel Thyssen und Marcel Reintjes drei Jungs aus dem eigenen Nachwuchs ihr Potenzial offenbart haben, womit der Verantwortlichen in diesem Ausmaß wohl kaum gerechnet haben dürften.

Einen Hinweis darauf, für welche Formation sich Trainer von Kuczkowski bei dem Überangebot an guten Spielern entscheiden wird, wird das Pokalspiel gegen den Regionalligisten FC Kray geben. "Das ist ein Hammerspiel, auf das wir nach der gut verlaufenden Vorberichtung richtig Bock haben", sagte von Kuczkowski. Und sein "Co" Oldenburg meinte schmunzelnd, er sei sich sicher, dass "wir Sonntag eine gute Mannschaft aufs Feld bringen". Ob das dann allerdings ausreicht, die Essener nachhaltig zu ärgern, wird abzuwarten sein.

(RP)