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Fußball: Klever Fans geben lange Zeit den Ton an

Fußball : Klever Fans geben lange Zeit den Ton an

Fußball-Landesliga: Der spielfreie 1. FC Kleve war gestern Nachmittag nahezu in Mannschaftsstärke zum Spiel nach Nettetal gefahren. Dort spielte der Rivale 1. FC Mönchengladbach um den Aufstieg. Eine Stunde lang wurde gehofft.

Wie in Schockstarre saßen die Spieler, Fans und Verantwortlichen des 1. FC Kleve gestern beim Spiel der Union Nettetal gegen den 1. FC Mönchengladbach nach einer Stunde auf ihren Tribünensitzen, als das 1:0 für die Gäste fiel. Spätestens beim Mönchengladbacher 2:0 in Minute 66 waren auch die letzten Stimmen bei ihnen verstummt. "Hoffentlich werden uns die beiden Tore jetzt nicht zum Verhängnis", sagte ein zitternder FCK-Spieler Fabian Buttgereit, kurz bevor Gladbachs Oguz Ayan mit dem Kopf das alles entscheidende 3:0 (0:0) erzielte. Dank des um zwei Treffer besseren Torverhältnis stieg der 1. FC Mönchengladbach als Meister der Landesliga-Gruppe 2 in die Oberliga auf.

 Die Klever Mannschaft und ihre Anhänger blickten gegen Ende der Partie mit länger werdenden Gesichtern auf die Spielfläche.
Die Klever Mannschaft und ihre Anhänger blickten gegen Ende der Partie mit länger werdenden Gesichtern auf die Spielfläche. Foto: peters

Noch Minuten nach dem Schlusspfiff realisierte der Klever Anhang das Geschehene kaum und blieb lange enttäuscht auf der Tribüne sitzen. "Wo hat man den Aufstieg verspielt?", war eine von vielen Fragen, die ihn quälten. Die Antwort darauf gaben sie sich jedoch selbst. "In Goch", meinte FCK-Akteur Pascal Hühner. Bei der Viktoria hatten die Klever einen kollektiven Totalausfall und brachten nur glücklich einen Zähler mit nach Hause. "Das war aber nicht allein entscheidend", glaubte Buttgereit. Auch das Unentschieden bei Absteiger DJK Tönisberg und der nur knappe 3:2-Sieg beim VfL Repelen, wo man sich zwei unnötige Tore einfing, waren entscheidend. Wie noch einige Partien mehr, aus denen den Rot-Blauen letztlich zwei Treffer fehlten.

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Im gestrigen Spiel zwischen dem jetzigen Meister und Nettetal sah es lange Zeit sogar so aus, als würden die Schwanenstädter ihren Aufstieg samt Meisterschaft auf der Tribüne trotzdem feiern dürfen. Mönchengladbach begann zwar mit einem druckvollen Spiel nach vorne, aber Nettetal hielt nicht nur gut dagegen, sondern spielte auch mit. Die erste Chance im Spiel hatte jedoch der 1. FCM. Drilon Istrefi bediente Sebastian van Senten in der Mitte, doch dessen Schuss fing der gestern gut aufgelegte Union-Torhüter Philipp Hollenbenders ab, der als Nettetaler Schlussmann erst an Nummer drei gesetzt ist, gestern aber mehrfach brillierte.

Nur drei Minuten nach der ersten Gladbacher Gelegenheit kamen die Gastgeber zwar erstmals gefährlich vors gegnerische Gehäuse, fanden aber im Abwehr-Gedränge keine Möglichkeit, den Angriff auch abzuschließen. Stattdessen vergab Istrefi die nächste Tormöglichkeit auf der anderen Seite (17.), die für längere Zeit allerdings die letzte bleiben sollte. Denn Nettetal bestimmte zunehmend das Geschehen und kreierte Chancen. Der starke Flügelspieler Markus Keppeler setzte sich auf links gut durch, der Schuss ging jedoch diagonal am Tor vorbei ins Aus (31.). In Minute 39 schickte Ayan Keppeler lang, der dieses Mal auf Kapitän Michael Enger in der Zentrale passte. Die Klever machten sich schon bereit zum Jubeln, doch Enger schickte den Ball in den blauen Nettetaler Himmel.

Zur Pause war die Stimmung des angereisten Klever Anhangs dennoch gut. Ein 0:0 hätte den Schwanenstädtern schließlich gereicht, um aufzusteigen, und die Mönchengladbacher zeigten sich an manchen Stellen durchaus nervös. "Wir haben viele junge Spieler. Ihnen merkte man schon eine gewisse Anspannung an. Die gesamte Kulisse war für sie einfach beeindruckend", erklärte Mönchengladbachs Trainer Stephan Houben. Auf den Rängen bestimmten allein die Klever die Atmosphäre, in dem sie die Union Nettetal kräftig anfeuerten, sogar noch als die bereits auf dem Weg in ihre Kabine war.

Houben machte seinen Männern hinter verschlossenen Türen noch mal kräftig Mut. "Ich habe ihnen gesagt, dass wir schon oft zwei oder drei Tore in einer Halbzeit geschossen haben", so Houben, der auch im letzten Meisterschaftsspiel sein Glücks-T-Shirt mit einem Foto seiner Kinder unter dem Gladbacher Polo-Shirt trug. Seine Ansprache in der Pause zeigte Wirkung. Seiner Spielern sah man ihren Willen, die Partie zu gewinnen, spürbar an. Ein Doppelpack von Alexander Armen (60., 73.), beide Male nach einer Ecke, sowie ein vollendeter Konter durch Ayan (82.) entschied letztlich per Tordifferenz die Meisterschaft zu Ungusten des 1. FC Kleve. Nettetals Tom van Bergen hätte mit einem Freistoß kurz nach dem 2:0 noch etwas daran ändern können, der Ball flog von der Latte aber wieder zurück ins Feld.

(pets)