Klever City-Lauf: „Kleve ist eine Sportstadt“

Der 27. Klever City-Lauf zog wieder mehr als 800 Sportler an. Über zehn Kilometer siegte der Niederländer Evert Dirksen.

Der Klever Lichterlauf, der Eurorun in Nütterden, der Steintorlauf in Goch – und eben der City-Lauf im Herzen der Schwanenstadt. Solche Großveranstaltungen zeigen deutlich: die hiesige Sportszene pulsiert. So kann auch Bürgermeisterin Sonja Northing stolz sagen: „Kleve ist eine Sportstadt. Events wie diese führen Menschen zueinander, daher sind sie so wichtig.“ In die Lobeshymne stimmte auch Gerd Mölders, Ex-Olympia-Teilnehmer und eine Legende des ausrichtenden LV Marathon, ein: „Ich halte den City-Lauf in jedem Jahr für ein sportliches Volksfest. Das ist eine Bereicherung für unsere Stadt.“

Bei der diesjährigen Auflage meldeten sich 842 Athleten an. „Damit haben wir die Teilnehmerzahl des vergangenen Jahres bestätigt. Die Resonanz bleibt stark“, sagte Mölders. Für die Ausgewachsenen bot sich die Strecke über fünf und zehn Kilometer an, für die Jüngsten der Bambini- und Schülerlauf über 400 beziehungsweise 1000 Meter. An Jung und Alt richtete sich weiter der Staffellauf, bei dem jeder 2,5 Kilometer zurücklegen musste. Erneut fokussierten sich die Veranstalter auf den Breitensport: „Jeder, der läuft, leistet Bemerkenswertes. Die Hauptsache ist, dass man überhaupt Sport treibt“, erklärte Mölders.

Eine solch bemerkenswerte Leistung zeigte auch Joost Schaufenberg (9), der Teil der Staffel „Die Schlusslichter“ war. Schlusslichter aber waren er, sein Bruder Marius, Vater Pascal sowie Kristina Bovenkerk nicht. Auf dem zehnten Platz landete die Gruppe final.

„Ich bin mit unserem Lauf sehr zufrieden. Ich habe fünf Leute überholt, gleichzeitig haben mich fünf Leute überholt“, meinte Joost. Das Aufregendste aber war für ihn die Kulisse rund um die Schwanenburg: „Mich haben viele Leute, vor allem auch meine Freunde, angefeuert. Da läuft man immer noch etwas schneller.“

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Tatsächlich zog der Lauf erneut tausende Besucher an, die ihre Liebsten anfeuern oder nur die Atmosphäre genießen wollten. „Bei diesem Lauf sind wir alle eine große Familie“, stellte auch Laurenz Thissen fest. Die „Stimme des Laufsports“ moderierte und behielt durchweg den Überblick über schier unendliche Namenslisten, um Sportler beim Zieleinlauf herauszustellen. So auch der Niederländer Evert Dirksen, der nach 34:45 Minuten als Erster die Zehn-Kilometer-Ziellinie überquerte und von Thissen standesgemäß mit „Hartelijk welkom“ begrüßt wurde. Hinter Dirksen schafften es der Weseler Jens Gosebrink (36:12) und Christian Hoverath (37:21) aus Voerde aufs Treppchen.

Die allesüberstrahlende Farbe am Elsabrunnen war Neongelb. Überall zogen Teilnehmer in ihren City-Lauf-Shirts mit dem diesjährigen Spruch „Lust verkürzt den Weg“ umher. Die Lust am Sport aber konnte nicht verhindern, dass viele Athleten schweißgebadet mit Krämpfen ins Ziel kamen, und sich völlig entkräftet dem Versorgungsstand näherten. Laufsport ist eben nichts für „Zartbesaitete“, weiß Tobias Nowak, der für fünf Kilometer 21:55 Minuten benötigte und damit sein selbst auferlegtes Ziel erfüllte: „Dadurch, dass es hier immer wieder den Berg rauf und runter geht, ist der Lauf so anstrengend.“ Auf dem 21. Platz hatte er mit den vordersten Platzierungen wenig zu tun, wo Luca Fröhling vom LV Marathon Kleve mit 16:11 Minuten als Sieger der Jedermanndistanz feststand.

Für Ekstase unter dem Publikum sorgten die Bambini- und Schülerläufe. Vater, Mutter, Großeltern, Tante und Onkel beklatschten frenetisch die Leistungen ihrer Schützlinge.

Teilweise liefen sie gar unterstützend mit und sahen zu, wie Jannes Wels von der Karl-Kisters-Realschule mit 4:09 Minuten Erster der Schüler wurde. Bei den Mädchen triumphierte Klara Bremenkamp (4:16). So konnte auch Northing konstatieren: „Das ist schon eine Hausnummer hier.“

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