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Kleve: Der Stand der Dinge beim Sportentwicklungsplan

Sportpolitik : Hoffnung für die Kämpferherzen

Die Politik steht den Plänen des VfR Warbeyen für sein Talentförderzentrum im Frauen- und Mädchenfußball nicht ablehnend gegenüber. Das Thema Frauenfußball soll jetzt neu in den Sportentwicklungsplan aufgenommen werden.

Die Kämpferherzen haben Großes vor. Das Talentförderzentrum für Frauen- und Mädchenfußball, bei dem der VfR Warbeyen und der 1 .FC Kleve gemeinsame Sache machen, möchte eine Anlage mit zwei Kunstrasenplätzen mit Flutlicht und acht Umkleidekabinen bauen. Und die Kämpferherzen können zumindest einen ersten Erfolg verbuchen. Denn der 2011 von der Deutschen Sporthochschule Köln präsentierte Sportentwicklungsplan für die Stadt soll jetzt von einem Gutachter in zwei Punkten auf den neuesten Stand gebracht werden. Die Entwicklungen im Frauenfußball und Tennis sollen in den Plan eingearbeitet werden. Das teilte die Stadtverwaltung am Mittwoch im Sportausschuss mit.

Sven Rickes, Sportlicher Leiter der Kämpferherzen, hatte zuletzt beklagt, dass der Leistungssport im Frauen- und Mädchenfußball bei den Planungen nicht berücksichtigt worden sei. „Als der Plan erstellt wurde, gab es die Kämpferherzen ja auch noch nicht“, sagte Bürgermeisterin Sonja Northing. Jetzt soll bedacht werden, dass die Kämpferherzen beachtliche Erfolge vorweisen können. Die Frauen-Mannschaft des VfR ist auf dem Sprung in die Regionalliga, die dritthöchste Klasse.

Auch die Politik steht dem ehrgeizigen Vorhaben des Vereins offenbar nicht ablehnend gegenüber. Ob sich der Traum der Talentschmiede von einer eigenen Anlage in Warbeyen allerdings erfüllen wird, ist die große Frage. Denn im Ausschuss wurde daran erinnert, dass es in Kleve schon ein Stadion gibt, dass höheren Ansprüchen genügt – am Bresserberg, wo der 1. FC Kleve in der Oberliga um Punkte kämpft.

Die Planungen für den Frauenfußball sollen von der Standortfrage her, so die Bürgermeisterin, „ergebnisoffen“ betrieben werden. „Wir haben noch keinen festen Ort im Auge.“ Bislang sieht der Sportentwicklungsplan vor, dass der VfR Warbeyen seine Zelte irgendwann wie der BV DJK Kellen und Rheinwacht Erfgen im Sportzentrum Unterstadt haben soll. Ob das noch passt, muss jetzt geklärt werden.

Teile der Politik kritisierten im Ausschuss nicht zum ersten Mal das Tempo, mit dem der Sportentwicklungsplan umgesetzt wird. „Wir stellen Mittel im Haushalt zur Verfügung, doch es passiert nichts“, sagte CDU-Fraktionschef Wolfgang Gebing. Nicht nur Gebing monierte, dass es von der Verwaltung keine klaren Aussagen gäbe, was wann und wo gemacht werde. Die Verwaltung konterte, dass es an Personal fehle, um all das auf dem Weg zu bringen, was die Politik beschließt.

Zuvor hatte Heinz-Josef van Meegeren vom Fachbereich Schule, Kultur und Sport einen Bericht über den Stand der Dinge beim Sportentwicklungsplan gegeben. Ein Überblick:

Sportzentrum Kleve Oberstadt Der SV Siegfried Materborn und der SSV Reichswalde können seit März 2019 auf zwei neuen Kunstrasenplätzen auflaufen. Die Container, die für eine Übergangszeit als Umkleidekabinen vorgesehen sind, wurden mittlerweile aufgestellt. Für das noch zu bauende Multifunktionsgebäude wurde der Platzbedarf bei den Vereinen abgefragt. Ein drittes Spielfeld wird noch gebaut, Mittel stehen im Haushalt bereit. Die Abbiegespur von der Landstraße auf den Parkplatz, der noch nicht genutzt werden kann, soll im ersten Halbjahr 2020 kommen.

Sportzentrum Kleve Unterstadt Die Ausschreibung für die Anlage, auf die laut Sportentwicklungsplan der BV/DJK Kellen, Rheinwacht Erfgen und der VfR Warbeyen ziehen sollen, soll, so van Meegeren, „noch in diesem Monat auf den Markt gehen“. Es werden noch Gespräche mit den Vereinen geführt, wie die Sportanlage ausgestattet werden könnte. Ob in diesem Jahr noch mit dem Bau begonnen werden kann, ist für van Meegeren nicht sicher.

Sportzentrum Düffelt Der Sport­entwicklungsplan soll an dieser Stelle von einem Gutachter überarbeitet werden. Die Verwaltung rechnet im vierten Quartal 2020 mit einem Ergebnis. Die Vereine DJK Rhenania Kleve, SV Donsbrüggen, SV Nordwacht Keeken und FC Vorwärts Schenkenschanz/Düffelward haben sich gegen die Bildung eines Sportzentrums ausgesprochen.

Sportzentrum Bresserberg Der Rohbau der Tribüne soll gesichert werden, damit das Gebäude nicht verfällt. Die Arbeiten sollen zeitnah erfolgen. Der Bebauungsplan für eine Zweifachsporthalle am Gustav-Hoffmann-Stadion wurde verabschiedet.