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Fußball: Klassenerhalt ist machbar„Wir haben Leidenschaft gezeigt“

Fußball : Klassenerhalt ist machbar„Wir haben Leidenschaft gezeigt“

Der 1. FC Kleve hat nach drei Heimniederlagen in Folge gezeigt, dass viel mehr in der Mannschaft steckt, als zuletzt abgerufen wurde. Auch wenn die Rot-Blauen dank der überraschenden Erfolge der mitgefährdeten Teams bei Punktgleichheit nur noch durch das bessere Torverhältnis nicht auf einem Abstiegsplatz rangieren, war zu erkennen, dass die Mission Klassenerhalt machbar ist. Voraussetzung dafür ist eine ähnliche Leidenschaft, wie sie gegen Essen über 90 Minuten demonstriert wurde. Kleve spielte mit dem Aufstiegsaspiranten auf Augenhöhe, zeigte in der zweiten Halbzeit sogar gefälligere Spielzüge als die Gäste.

Am kommenden Sonntag in Mainz wird sich zeigen, was der gegen RWE errungene Zähler tatsächlich wert ist. Beim direkten Widersacher im Abstiegskampf muss Zählbares herausspringen, um im Tabellenkeller nicht weiter abzurutschen.

Mit der Leistung von Samstag ist das der Crew von Arie van Lent zuzutrauen.

Großer Andrang herrschte bei der improvisierten Pressekonferenz auf der Dachterrasse der Sportsbar. Essens Trainer Michael Kulm räumte ein: „Kleve hat uns das Leben sehr schwer gemacht. Wenn man Tabellenführer werden will, muss man auswärts anders auftreten.“ Kulm hatte viele Ballverluste seiner Mannen registriert. „Wir haben zu wenig agiert. Das Unentschieden geht in Ordnung. Wir müssen das Ergebnis akzeptieren.“

FC-Trainer Arie van Lent sprach von einer gewissen Enttäuschung. „Meine Mannschaft hat es sehr gut gemacht. Wir haben Leidenschaft gezeigt und ein gutes Spiel abgeliefert. Vielleicht wäre sogar mehr drin gewesen. Wenn man so gegen Essen spielt, muss man vor den nächsten Spielen keine Angst haben.“ Und an die Adresse von Michael Kulm gerichtet: „Ich bin froh, dass wir euch ein bisschen ärgern konnten.“

„Das war ein Reflex“

FC-Manager Klaus Hilpert wirkte nicht richtig glücklich. „Wir haben zwei Punkte verschenkt. Mannschaft und Zuschauer haben alles gegeben. Darauf können wir aufbauen. Innenverteidiger Sebastian Jansen, der eine solide Leistung im Abwehrzentrum zeigte, kommentierte den Handelfmeter: „Das war ein Reflex. Den kann man geben.“ Thomas Kempe, den seit vier Wochen Rückenprobleme plagen, bedauerte, „dass wir so ein Ding reinkriegen. Es hat richtig Spaß gemacht vor so vielen Zuschauern. Wenn wir an diese Leistung anknüpfen, sind drei Punkte in Mainz Pflicht“.

„Mit dem Spiel bin ich zufrieden, aber nicht mit dem Ergebnis“, meinte Umut Akpinar. „Aus dem Nichts haben wir ein doofes Gegentor kassiert und zwei Punkte liegen lassen. Wir haben echt gut gespielt. Und der Gegner war nicht irgendeine Mannschaft, das war Essen.“

Patrick Schnier, einer der Besten im rot-blauen Dress, sprach von einer super Kulisse und allmählich zurückkehrenden Kräften. „So muss es jetzt weitergehen.“

(RP)