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Fußball: "Keine Verbesserungen erkennbar"

Fußball : "Keine Verbesserungen erkennbar"

Heinz Geurts, Vorsitzender des Fußballkreises Kleve/Geldern, über die überarbeiteten Pläne der Strukturreform.

Die Strukturreform des Fußballverbandes Niederrhein (FVN) stößt erneut auf Kritik, obwohl die zuständige Kommission ihren Reformplan überarbeitet hat. Nun soll der Fußballkreis Kleve/Geldern mit nahezu dem gesamten Fußballkreis Moers zusammengelegt werden.

Alle Vereine des Fußballkreises Moers, ausgenommen die Duisburger Vereine, sollen in den neuen Kreis Kleve/Geldern/Moers eingegliedert werden. Der Vorsitzende des Kreises Kleve/Geldern, Heinz Geurts, sagt, was er davon hält.

Wie gefällt Ihnen die überarbeitete Strukturreform?

Geurts Überhaupt nicht. Anders als beim ersten Vorschlag gehören nun zwar die Vereine aus Alpen, Sonsbeck und Xanten zu unserem Kreis, aber dadurch ist der neue Kreis ja noch größer geworden, weil weiterhin Vereine bis hinunter nach Moers zu unserem Kreisgebiet gehören sollen, was ich einfach nicht für machbar halte.

Warum nicht?

Geurts Wir sind jetzt schon ein großer Flächenkreis, verbunden mit viel Fahrerei. Jetzt kommt in den überarbeiteten Strukturplänen zu unserem Kreisgebiet fast ein ganzer Kreis hinzu. Da weiß ich jetzt schon, dass viele Vereine, insbesondere aus dem Norden, gegen diese Aufblähung Sturm laufen werden.

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Nicht zu unrecht, meinen Sie?

Geurts Noch halten sich die Vereine mit Beschwerden, aber auch mit Nachfragen, zurück. Aber dass die Klubs gegen diesen Vorschlag sind, kann ich schon jetzt voll und ganz verstehen. Wir als Kreisvorstand haben uns gegen die neuen Pläne ausgesprochen. Ich denke, dass wir im Sinne der Vereine handeln.

Da Sie die Meinung der Struktur-Kommission nicht teilen, haben Sie sicher schon entsprechende Konsequenzen gezogen.

Geurts Richtig. Wir hatten in der vergangenen Woche eine Sitzung des Kreisvorstandes. Wir haben einen Brief an die Kommission geschrieben, in dem wir deutlich gemacht haben, dass wir die neuen Vorschläge nicht akzeptieren werden.

Wie sieht denn ihr "Wunschkreis" aus?

Geurts Wenn unser Kreis um die Vereine aus Alpen, Sonsbeck und Xanten — die diesen Wunsch ja auch geäußert haben — wächst, können wir das verkraften. Davor stellt sich mir aber die Frage, warum funktionierende Kreise im Verbandsgebiet wie der Kreis Kleve/Geldern, der Kreis Moers oder der Kreis Rees/Bocholt trotz einer Reform nicht unverändert weiter existieren können?

Die Kommission begründet dies mit Vorgaben aus dem Fußball-Entwicklungsplan des DFB.

Geurts Aber diese Zahlen sind doch nicht von Gott gegeben. Und wenn man von Gleichheit der Kreise spricht, dann sollte man sich mal die neuen Gebilde genauer ansehen. Nach den überarbeiteten Plänen werden der neue Kreis Kleve/Geldern/Moers und der neue Kreis Rees/Bocholt die Hälfte der Fläche des Verbandsgebietes ausmachen. Wo bleibt denn da die Gleichberechtigung?

In der jeweiligen Zahl der Vereine und Mannschaften, begründet die Kommission.

Geurts Auch da gibt es in der Folge aber große Unterschiede. Dazu muss ich sagen, dass ich es nicht schlimm finde, dass die Kreise unterschiedlich groß sind. Im Verbandsgebiet gibt es nun mal Landkreise und Großstädte. Aber dass unser Kreis so aufgebläht wird, das darf nicht sein.

Wie geht es in Ihren Augen weiter?

Geurts Wir als Kreisvorstand warten die Reaktion auf unser Schreiben ab. Dann werden wir die Vereine informieren. Die betroffenen Vereine sollen dann entscheiden, ob wir auf dem Verbandstag für oder gegen die Strukturreform stimmen.

Marco Büren führte das Gespräch.

(RP/rl)