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Lokalsport: Kein Duell eines Porsche mit einem Fahrrad

Lokalsport : Kein Duell eines Porsche mit einem Fahrrad

Fußball-Landesliga: Der 1. FC Kleve empfängt die Sportfreunde Niederwenigern. Anpfiff am Sonntag um 17 Uhr.

Auf dem Programm der Fußball-Landesliga steht an diesem Wochenende der vierte Spieltag. Obwohl die Saison damit noch in den Kinderschuhen steckt, dürfen sich tatsächliche oder vermeintliche Experten anerkennend auf die Schulter klopfen. Denn mit dem VfL Rhede und 1. FC Kleve schmücken zwei vor der Saison hoch gehandelte Mannschaften verlustpunktfrei die Tabellenspitze, getrennt nur durch das leicht bessere Torverhältnis zugunsten der West-Münsterländer. In Lauerstellung dahinter der FSV Duisburg, der mit zwei Siegen und einem Unentschieden ebenfalls noch ohne Niederlage ist.

Wer jetzt jedoch meint, er müsste sich nach dem nächstgelegenen Wettbüro erkundigen, weil er bei der derzeitigen Momentaufnahme genügend Anzeichen entdeckt haben will, um den späteren Meister vorherzusagen, dem sei Gelassenheit angeraten. In acht Wochen darf er gerne noch einmal darüber nachdenken.

Dann dürfte sich wahrscheinlich auch geklärt haben, wer von den fünf Mannschaften auf den Tabellenplätzen vier bis acht, die es jeweils auf sechs Punkte bringen, das Potenzial zu mehr besitzt. Immerhin gehören zu diesem Kreis mit dem FC Kray ein ehemaliger Oberliga sowie mit dem SV Scherpenberg und SV Burgaltendorf zwei Neulinge, denen erhebliche Wertschätzung entgegen gebracht wird. Und wer die Geschichte bis hierher verfolgt hat, dem wird aufgefallen sein, dass überhaupt noch nicht die Rede vom SV Sonsbeck war, der mit Topstürmer Danny Rankl eine besonders erlesene Torgarantie in seinen Reihen hat. Wenn in dessen Schlepptau die Kicker von der Balberger Straße ins Rollen kommen, dann könnte sich Sonsbeck ganz schnell oben in der Tabelle wiederfinden.

Von daher tut jede Mannschaft gut daran - gleichgültig, wo sie in der Tabelle steht - auf dem Feld die Füße sprechen zu lassen. Und dabei alles das in die Waagschale zu werfen, was einen guten Landesligisten ausmacht. In diesem Punkt braucht es dann auch keine Glaskugel, um vorherzusagen, dass FC-Trainer Umut Akpinar dem uneingeschränkt beipflichten wird. Nach eigenem Bekunden verfolgt der 40-Jährige sowieso mit großer Hartnäckigkeit die Devise, den Blick immer auf das nächste Spiel, den nächsten Gegner und das Können der eigenen Mannschaft zu richten. Schlecht ist er damit nicht gefahren: Sieg im Verbandspokal und zur Belohnung im eigenen Stadion am Mittwoch, 6. September, das Duell mit Rot-Weiß Essen sowie drei Erfolge in der Liga.

Am Sonntag nun folgt die vierte Episode in der Meisterschaft - wegen des vereinseigenen Jugendturniers erst ab 17 Uhr. Gegner sind die Sportfreunde Niederwenigern, deren sportliches Abschneiden zum Start in die Saison nicht so verlaufen sein dürfte, wie es sich die Verantwortlichen des Vorjahreselften ausgemalt hatten.

In Zahlen: 0:1 in heimischer Umgebung gegen PSV Wesel, 0:2 bei Arminia Klosterhardt und zuletzt trotz des Führungstreffers ein 1:2 gegen FSV Duisburg. Ergibt unter dem Strich für die Elf des Sportfreunde-Trainers Jürgen Margref den drittletzten Tabellenplatz. Wer jetzt glaubt, dass es wegen des großen Abstandes beider Teams in der Tabelle zu einem Duell eines Porsches mit einem Fahrrad kommen müsste, der sollte besser tief Luft holen und sich die Niederlagen der Hattinger genauer ansehen. Das Erste, was auffällt, sind die knappen Ausgänge der Spiele. Das Zweite, die vollzogene Leistungssteigerung, die die Schwarz-Gelben aus dem Ruhrtal seit dem Ligastart zu verzeichnen hatten.

"Wir können uns denken, was uns erwartet", sagt dann auch FC-Coach Akpinar, der den eigenen Anhängern verspricht, dass seine Mannschaft den Gegner nicht nach dessen Tabellenplatz beurteilen werde. "Wir begegnen Niederwenigern mit dem gleichen großen Respekt, wie wir das bisher mit allen unseren Gegnern getan haben und womit wir gut gefahren sind." Auch diesmal gehe es darum, schnell den Zugriff auf die Partie zu bekommen und das eigene Spiel durchzubekommen.

Dabei dürfen sich die Klever auf eine weißgott nicht geringe Qualität innerhalb ihres Kaders verlassen, der, wie das Spiel in Rellinghausen zuletzt gezeigt hat, überschaubare Ausfälle auch jederzeit kompensieren kann.

(RP)