Mädchenfußball: Kämpferherzen feiern Premiere-Sieg

Mädchenfußball : Kämpferherzen feiern Premiere-Sieg

Zum ersten Mal gewinnt die U17 des SV Bedburg-Hau den eigenen Supercup. Im Finale besiegten die Kämpferherzen den Bundesligisten vom USV Jena. Für die Elf aus Thüringen startete Sven Rickes einen Spendenaufruf.

Sven Rickes ist geübt darin, markige Worte zu finden. Und so wundert es kaum, dass er auch beim fünften Kämpferherzen-Supercup in der Klever Getec-Arena ein deutliches Ausrufezeichen setzte: „Christiano Ronaldo würde sich für 10000 Euro noch nicht einmal die Schuhe schnüren, aber für diese Mädels, die absoluten Spitzensport betreiben, fehlt dieser Betrag“, sagte Rickes den knapp 200 Akteurinnen auf und neben dem Feld. Der Grund: Der Bundesligist USV Jena, der mit seiner U-17 Mannschaft am Turnier in der Schwanenstadt teilnahm, kämpft ums Überleben. Im vergangenen September hatten Anhänger des Universitätssportvereins einen Aufruf unter dem Titel „Rette uns, wer kann“ gestartet. 80.000 Euro sollten eingesammelt werden, der Bärenanteil ist mittlerweile eingetroffen. „Jeder, der einige Euro überhat, sollte sich daran beteiligen, diesen Traditionsverein am Leben zu halten“, sagte Rickes. Seine Kämpferherzen gingen mit gutem Beispiel voran: Alle Mannschaften spendeten jeweils 100 Euro aus ihrer Mannschaftskasse.

Doch nicht nur abseits des Platzes ging es emotional zu. Auch das Treiben auf dem Rasen des Bresserberg-Stadions war turbulent. Während am Vormittag die U15-Mädels um den Pokal fochten, duellierten sich am Nachmittag die B-Juniorinnen. Bei den C-Juniorinnen waren die DJK Rhede, die Fohlen von Borussia Mönchengladbach und der SV Sonsbeck in einer Spielgemeinschaft mit dem SV Budberg. Die Organisatoren vom Warbeyener Duvenpoll hatten gar noch mehr Anmeldungen erhalten, konnten jedoch nicht allen Wünschen nachkommen.

„Viele Mannschaft nutzen unser Turnier gerne, um einen gelungen Saisonabschluss zu feiern. Auch in diesem Jahr dürfte es uns gelungen sein, ein ausgewogenes Turnier an den Start zu bringen“, sagt Mitorganisator Karl Schillings. Die U15 der Kämpferherzen wusste nur bedingt zu überzeugen. Sie wurde final nur Vierter. Gegen die Spielgemeinschaft Sonsbeck/Budberg verlor das Aufgebot vom SV Bedburg-Hau im Halbfinale mit 0:2, im Rückspiel ein 1:1-Remis. Das „kleine Finale“ um den dritten Rang entschieden die Mädels der DJK Rhede mit 2:0 für sich. Im Finale standen sich Borussia Mönchengladbach und Budberg/Sonsbeck gegenüber. Die Gäste vom Bundesliga-Klub gewannen deutlich mit 3:0. „Wir müssen ganz ehrlich sagen: Die U15 und U16 sind im vergangenen Jahr ausbildungstechnisch zu kurz gekommen“, sagt Rickes. Der Grund: Als das Team die in dem Alter so wichtigen Entwicklungsschritte gehen musste, ging ein Trainer von Bord. So musste der Übungsleiter der U16 auch das jüngere Aufgebot übernehmen.

In der Konkurrenz der U17 aber gelang den Kämpferherzen die Sensation. Im fünften Anlauf gewannen sie den umjubelten Pokal. In der Vorrunde hatten sich der USV Jena und die Hauerinnen durchgesetzt, Aachen und Borussia Mönchengladbach enttäuschten. Im Finale zwischen dem SV und dem USV dominierten die Gäste aus Thüringen über weite Strecken der Begegnung. Schon nach drei Minuten musste die Hintermannschaft der Gastgeber auf der Linie klären, kurz darauf schlug ein Freistoß nur knapp neben dem Gehäuse von Torfrau Judith Thieme ein. Mit mehreren Paraden hielt sie ihre Elf im Spiel. Als sogar Thieme geschlagen und umkurvt war, trafen die Gäste nur den Pfosten. „Wir hätten gewinnen müssen. Dafür haben wir auch genügend Chancen gehabt, aber die Torhüterin von Bedburg-Hau hält ihre Mannschaft gut im Spiel“, sagt Anne Pochert, Trainerin des USV. Beim anschließenden Elfmeterschießen behielt die Rickes-Elf die Nerven. Emily Kühn und Alysha Zemlin trafen in die Maschen, Jena schoss nur ein Tor. So standen die Duvenpoll-Mädels mit einem 2:1-Sieg als erfolgreichste Turniermannschaft fest. „Das ist unfassbar, wirklich unglaublich für uns. Wir haben diesen Cup noch nie gewonnen. Ihn nun in Händen zu halten, ist historisch“, sagt Spielführerin Anna Schneider.