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Jule Gipmann gewinnt deutschen Vizetitel

Leichtathletik Jugend-DM : Das Husarenstück von Jule Gipmann

Bei den Deutschen Jugendmeisterschaften der Leichtathleten in Rostock landete die Gocher Diskuswerferin überraschend auf dem zweiten Platz in der U 18-Klasse. Weitere Athleten aus dem Kleverland waren hier am Start.

Deutsche Meisterschaften sind Festtage für die jeweilige Sportart. So war das auch in Rostock, wo drei Tage lang die besten Nachwuchsleichtathleten in den U 18- und U 20-Altersklassen in zahlreichen Einzeldisziplinen ihre besten Aktiven kürten. Traditionell werden im Rahmen dieser Titelkämpfe außerdem die schnellsten Langstaffeln der Frauen und Männer gesucht.

Gleich mit drei Aktiven war die Gocher Viktoria im Ostseestadion vertreten. Zu ihnen gehörten die von Alexander Borgers trainierten Werferinnen Jule Gipmann und Jule Reintjes, für die es jeweils die ersten nationalen Titelkämpfe waren. Ebenfalls in Rostock am Start war der Sprinter Willem Lohoff, dem unter der Anleitung von Trainer Dirk Kopp zum dritten Mal in Folge der Sprung auf die exquisite Bühne seiner Sportart gelang.

Unter dem Strich verlief der sommerliche Abstecher der Viktorianer in den Osten der Republik außerordentlich erfolgreich. Sprichwörtlich den Vogel schoss Jule Gipmann ab, die mit dem 1000 Gramm schweren Diskus mit der viertbesten Meldeleistung in den Wettbewerb der U 18-Klasse einstieg. Die 17-Jährige konnte sich in den ersten drei Versuchen des Vorkampfes kontinuierlich steigern und schickte schließlich im dritten Versuch die flache Scheibe auf 42,40 Meter hinaus. Eine Weite, mit der sie sich als Zweitbeste des Teilnehmerfeldes für den Endkampf der besten acht Werferinnen qualifizierte.

Dort allerdings vermochte sie sich nicht mehr zu steigern, keiner ihrer drei Versuche war mehr gültig. Anders erging es da der Konkurrenz, die näher rückte, aber es letzten Endes nicht schaffte, die Gocherin vom zweiten Platz zu verdrängen. „Sehr ruhig, ohne viel Jubel, aber mit einem breiten Lachen“, wie ihr Trainer Alex Borgers aus der Ferne beobachtete, quittierte Gipmann die deutsche Vizemeisterschaft und krönte damit eine für sie überzeugend verlaufende Freiluftsaison.

Begonnen hatte diese mit ersten Plätzen bei den Regions- und NRW-Meisterschaften und dem zweiten Platz bei den NRW-Meisterschaften. Und erlebte in Rostock fast schon folgerichtig mit DM-Silber den Höhepunkt.

Der Titel ging unangefochten mit 49,29 Meter an Pia Northoff aus dem westfälischen Jöllenbeck, Dritte wurde Marsico Letizia von ART Düsseldorf, die es auf 42,34 brachte und der Gocherin damit um sechs Zentimeter unterlag.

Einen prima Wettkampf absolvierte mit der drei Kilogramm schweren Kugel auch die Gocherin Jule Reintjes (U 18). Wie ihre mit der Silbermedaille dekorierte Vereinskollegin ging auch sie mit bereits erreichten feinen Leistungen in die DM-Entscheidung. In der älteren U20-Klasse sicherte sich die 17-Jährige in dieser Saison mit der vier Kilo schweren Kugel den Regionstitel, außerdem bei den LVN-Meisterschaften mit der persönlichen Bestmarke von 14,90 Metern die Vizemeisterschaft in ihrer angestammten U18-Wettkampfklasse. „Im Training hat sie auch schon die 15 Meter übertroffen“, ergänzte Trainer Alex Borgers, der von daher nicht überraschend im Kugelstoßring der DM eine selbstbewusste Sportlerin erlebte. Nicht einen Fehlversuch zeigte die Serie von Reintjes, die im zweiten Durchgang mit 14,21 Meter ihre an diesem Tag beste Weite erzielte. Das Ergebnis bescherte der jungen Werferin unter 15 Teilnehmerinnen den siebten Platz.

Das sportliche Glück auf Seiten der Viktoria wäre in Rostock perfekt gewesen, wenn auch noch Willem Lohoff als Dritter der Viktoria-Abordnung über die flachen und enorm Kräfte zehrenden 400 Meter einen der zwei Endläufe erreicht hätte. Obwohl der 17-Jährige bei seiner dritten DM-Teilnahme im ersten von fünf Vorläufen in 50,89 Sekunden nur um zwei Hundertstelsekunden unter seiner persönlichen Bestmarke geblieben war, verfehlte der Schützling von Lauftrainer Dirk Kopp den angestrebten B-Endlauf um 16 Hundertstel. Unter 36 Teilnehmern belegte Lohoff den 18. Rang. „Bis 200, 300 Meter entsprach sein Lauf noch den Sollwerten“, sagte Borgers, doch hinten heraus, im Kampf mit der Konkurrenz und dem Gegenwind auf der Zielgeraden, fehlte dem jungen Mann die Kraft, um den Sprung unter die besten 16 Läufer in seiner Klasse zu erreichen. Ein Grund dafür könnte die fehlende Wettkampfhärte gewesen sein, die Lohoff während der Saison krankheits- und verletzungsbedingt eingebüßt hatte.

Deutlich mehr erwartet hatte sich von seiner DM-Teilnahme Adrian Büning (Leichathletik Nütterden), der gleich in zwei Disziplinen die Qualifikationsnorm erreicht hatte. Bei einem Gegenwind von fast zwei Metern pro Sekunde blieb der 17-Jährige mit 15,30 Sekunden über 110 Meter Hürden im Vorlauf hängen. Platz 27 unter 36 Teilnehmern lautete das Ergebnis für ihn. Nicht viel glücklicher dürfte Büning mit dem Abschneiden im Dreisprung gewesen sein, der einen Tag später anstand. Bei ständig wechselnden Winden verfehlte er den Endkampf der besten acht Dreispringer bei einer Weite von 12,55 Metern (Platz 14) im ersten Durchgang deutlich.

Nicht viel besser erging es in Rostock Armin Gero Beus mit der Männerstaffel der STG Rhede-Sonsbeck-Wesel über 3-mal-1000 Meter. Der Bedburg-Hauer, der seit einigen Jahren schon die Farben des SV Sonsbeck trägt, kam mit seinem Team, das kurzfristig umbesetzt werden musste, in 7:47,75 Minuten auf den 22. Platz und verfehlte damit die Qualifikationszeit in dieser Disziplin, die der Mannschaft im kommenden Jahr die DM-Teilnahme gesichert hätte.