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Jugendfußball: Materborns D-Jugend startet in die Niederrheinrunde

Fußball : Ein großes Abenteuer für Siegfried Materborn

Fußball: Erstmals seit 2006 läuft wieder ein Nachwuchs-Team des Klubs auf Verbandsebene auf. Die D-Junioren starten bei Preußen Duisburg in die Niederrheinrunde. Der Trainer sieht’s mit gemischten Gefühlen.

Zwei Seelen wohnen momentan in der Brust von Peter Fehlemann. Einerseits ist der Trainer der D-Junioren des SV Siegfried Materborn stolz auf das, was seine Mannschaft erreicht hat. Andererseits hat der 51-Jährige die Sorge, dass die Aufgaben, die auf seine jungen Kicker in den nächsten Wochen warten, sie schlichtweg überfordern könnten. Die D-Junioren von Siegfried Materborn haben sich für die Niederrhein-Spielrunde des Fußball-Verbandes Niederrhein qualifiziert, die für sie am heutigen Samstag, 13.30 Uhr, mit der Partie beim DSC Preußen Duisburg beginnt. Erstmals seit 2006 kämpft damit wieder eine Materborner Mannschaft auf Verbandsebene um Punkte.

Ein großer Erfolg für den Klub, zweifelsohne. Doch Fehlemann bricht nicht uneingeschränkt in Jubelstürme aus. „Dass es geklappt hat, ist super. Doch ob es für die Entwicklung der Spieler gut ist, das ist für mich die Frage“, sagt der Coach. Er hat seinen Kickern die Entscheidung überlassen, ob das Team die Chance wahrnimmt, auf Verbandsebene aufzulaufen. „Die Mannschaft wollte das unbedingt. Jetzt müssen wir uns eben an mehr Niederlagen gewöhnen und darauf einstellen, dass wir einiges Lehrgeld bezahlen müssen. Denn das Team hat noch Defizite“, sagt Fehlemann. Dies war auch am Dienstag beim 1:5 im Test beim bisherigen Ligarivalen JSG SGE/SV Bedburg-Hau offensichtlich – der Generalprobe vor dem Auftritt beim DSC Preußen Duisburg.

Wenn es nach Peter Fehlemann gegangen wäre, dann hätte er mit seinem Team auch die Rückrunde in der Leistungsklasse gespielt, in der es in der Hinserie zu Platz drei gereicht hatte. „Dort waren wir sehr gut aufgehoben.“ Dass Siegfried Materborn neben dem SV Straelen eine der beiden Mannschaften ist, die den Kreis Kleve/Geldern auf Verbandsebene vertreten, liegt daran, dass der Zweitplatzierte JSG Sevelen/Issum als Spiel-Gemeinschaft nicht aufsteigen durfte. Das Ziel von Peter Fehlemann, der sich mit Lucas Coenen, Edgar Wagner und Stefan Kozak um die D-Junioren kümmert, für die Niederrheinrunde ist bescheiden. „Es wäre schön, wenn wir ein oder zwei Spiele gewinnen könnten“, sagt Fehlemann, der auch Jugendobmann bei Siegfried Materborn ist.

Für Markus Maas, Jugendleiter von Siegfried Materborn, ist es „etwas ganz Besonderes“, dass die D-Junioren sich für die Runde auf Verbandsebene qualifiziert haben. „Normal ist so etwas auch nicht unser Ziel“, sagt er. Andererseits weiß Maas auch, dass größere Erfolge im Nachwuchsbereich für den Verein aktuell nur bei den jüngeren Jahrgängen möglich sind. „Ab der C-Jugend geht uns in der Regel viel Qualität verloren.“ Und das nicht nur, weil der eine oder andere Nachwuchskicker plötzlich keine Lust mehr hat, Fußball zu spielen. „Wir verlieren regelmäßig auch gute Spieler an andere Vereine“, so Maas.

Das soll sich ändern. Jugendleiter Maas und Jugendobmann Fehlemann haben sich das Ziel gesetzt, die Bedingungen zu schaffen, dass auch die talentiertesten Kicker etwas länger das Trikot von Siegfried Materborn tragen. Eine Voraussetzung sei schon erfüllt, da in Materborn mittlerweile auf Kunstrasen gekickt wird. „Wir haben jetzt eine sehr schöne Anlage mit Top-Bedingungen“, sagt Maas. Die Hoffnung, auch in anderer Beziehung konkurrenzfähiger zu werden, ist unter anderem an einen Namen geknüpft: Sebastian Eul, derzeit noch Spielertrainer des Bezirksligisten SC 26 Bocholt.

Der langjährige Oberliga-Akteur, der in Kranenburg wohnt, übernimmt in der kommenden Saison die erste Mannschaft von Siegfried Materborn, die er mittelfristig hinaus aus der Kreisliga B führen soll. „Denn wenn wir unsere besten Jugendspieler halten wollen, dann müssen wir ihnen auch bei den Senioren eine gute sportliche Perspektive bieten“, sagt Peter Fehlemann.

Eul, Leiter des Regenbogen-Kindergarten in Kleve, trainiert schon die Materborner Inklusionsmannschaft. Die Partien der erfolgreichen D-Junioren verfolgt der 35-Jährige übrigens regelmäßig. Sebastian Euls Sohn Jonas spielt im Team, für das heute in Duisburg das große Abenteuer Niederrheinrunde beginnt.