Leichtathletik: Ideales Wetter lässt Rekorde purzeln

Leichtathletik : Ideales Wetter lässt Rekorde purzeln

Die 48. Auflage des Emmericher Adventslaufs sah 730 Sportler am Start. Läufer aus dem Klever Nordkreis gaben den Ton an. Florian Falkenthal gewann die 5000 Meter, Melina Buil und Armin Gero Beus dominierten die 10 000 Meter.

Am frühen Sonntagmorgen hatte es noch genieselt, aber pünktlich zum ersten Start um 10 Uhr war es trocken. Insgesamt 730 Läufer gingen bei der 48. Auflage des Internationalen Adventslaufs des Emmericher Turnvereins an den Start — nahezu die Hälfte der Langstreckler wagte sich an die 21,1 Kilometer lange Halbmarathon-Distanz heran.

Bei nahezu optimalen äußeren Bedingungen erzielten viele Sportler Bestzeiten. Vorjahressieger Florian Falkenthal vom LV Marathon Kleve erreichte über 5000 Meter laut Moderator Laurenz Thissen in "unglaublichen 15:44 Minuten" das Ziel im Eugen-Reintjes-Stadion. Der Wermutstropfen dabei ist allerdings, dass die Emmericher Strecke nicht amtlich vermessen ist, so dass die Zeiten nicht bestenlistenwürdig sind. Den zweiten Platz holte sich Jeroen Koster vom Klever Triathlon-Team. Die schnellste Frau auf dieser Strecke war die Niederländerin Linda Ooms, die 18:50 Minuten benötigte.

Die Siegerzeit über 10 000 Meter aus dem Vorjahr — damals hatte der Klever Christian Wimmer in 35:31 Minuten das Teilnehmerfeld angeführt — wurde ebenfalls deutlich unterboten. Der Bedburg-Hauer Armin Gero Beus, der seit zwei Jahren für den SV Sonsbeck startet, bewältigte die Strecke in 34:01 Minuten. Im Stadion zeigte er gegenüber dem Zweitplatzierten Jeroen Reintjes aus den Niederlanden eine feine Geste. Da dieser sich unterwegs verlaufen hatte, wartete Beus auf ihn und passierte schließlich zeitgleich mit Reintjes die Ziellinie.

Bei den Frauen war die Kleverin Melina Buil, die seit einem Jahr für die Farben der Sonsbecker Leichtathleten läuft und im zu Ende gehenden Jahr eine großartige Entwicklung genommen hat, sehr schnell unterwegs. Die 20-Jährige gewann die 10 000 Meter in 37:19 Minuten. "So eine schnelle Dame hat es in Kleve und Umgebung ewig schon nicht mehr gegeben", meinte Thissen. Zweite wurde "Deutschlands schnellste Polizistin" Kerstin van Embden, auf Rang drei landete Michaela Born, die in ihrer Altersklasse W 50 die Nase vorn hatte.

Den Halbmarathon gewann der Niederländer Fred Keurntjes in ausgezeichneten 1:17,10 Stunden. An vierter Position lief Theo Aymanns aus Pfalzdorf über den Zielstrich. Er benötigte 1:20,00 Stunden.

Jüngste Teilnehmerin war die siebenjährige Emmericherin Aileen Gertzen, die den 5000-Meter-Lauf in beachtlichen 30:33 Minuten bewältigte und in der Altersklasse U10 Zweite wurde. Ihren ersten Halbmarathon absolvierte Ulrike Claaßen vom TV Rees — sie beendete ihre Premiere in 1:54,47 Stunden. Fußballer Paul Dickerboom zeigte gemeinsam mit Sohn Yannick über 10 000 Meter seine Ausdauerqualitäten. "Ich habe auch versucht, meine Jungs von der Vrasselter A-Jugend zu überreden. Aber gestern Abend war Weihnachtsfeier. Da war nichts zu machen", schmunzelte Dickerboom, der die Mannschaft trainiert.

Was allen Teilnehmern in Emmerich gemeinsam war — ob sie zu den Ersten gehörten oder weniger schnell die Strecke absolvierten —, der Spaß an der Bewegung stand ganz oben. Und die Läuferkarawane ist für dieses Jahr noch nicht am Ziel angekommen. Am letzten Tag des Jahres macht sie traditionell Station im Gocher Ortsteil Pfalzdorf, wo der Veranstalter mit mehr als 2000 Teilnehmern rechnet.

(RP)
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