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Fußball: Hinten zu löchrig und vorne noch zu harmlos

Fußball : Hinten zu löchrig und vorne noch zu harmlos

Fußball-Landesligist 1. FC Kleve empfängt morgen Aufsteiger VfB Uerdingen. Anstoß in der Volksbank-Arena ist um 15 Uhr.

Als die 90 Minuten in Rhede vorbei waren und die Pressekonferenz auch hinter ihm lag, fasste Kleves Trainer Thomas von Kuczkowski im kleinen Kreis die Situation in dem einen Satz zusammen. "Jetzt stehen wir wieder bei Null da." Er ärgerte sich darüber, dass seine Mannschaft durch die beiden Auswärtsniederlagen nicht so richtig vom Fleck kommt. Der Klever Coach musste gar nicht wiederholen, dass er mit seiner individuell gut besetzten Mannschaft einen gänzlich anderen Anspruch habe. In der Vorbereitung hat jeder Einzelne aus dem Klever Landesliga-Kader unterstrichen, welchen Fußball zu spielen er in der Lage ist. Nur muss er das auch in schwieriger verlaufenden Partien, die gegen einen kompakt stehenden Gegner nicht ganz so locker vom Fuß gehen, dann auch mit noch mehr Galligkeit zeigen.

Gestern vor dem Abschlusstraining sagte Thomas von Kuczkowski mit Blick auf das zurückliegende Spiel, nicht der VfL Rhede sei das Problem gewesen, sondern die von den FC-Spielern nicht zu Wege gebrachten Lösungen. Von Kuczkowski verlangte von seinen Spielern eine "größere Kreativität im Erarbeiten von Torchancen, "die unser Otman Maehouat dann gerne auch konsequenter nutzen darf". Der Name des FC-Sturmführers ist aber nicht der einzige Spieler seines Kaders, den von Kuczkowski namentlich nennt und von dem er mehr erwartet. Levon Kurikcyan. Pascal Hühner und Mike Terfloth sind andere FC-Spieler, die sich in Rhede von der massierten Deckung der Gastgeber vielleicht zu schnell den Schneid abkaufen ließen und denen in entscheidenden Momenten nicht genug eingefallen war.

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Doch es ist nicht allein die Klever Offensive, bei der noch nicht ein Rädchen ins andere greift. "Auch die Defensive müssen wir uns kritisch ansehen", sagt von Kuczkowski. Für eine Mannschaft mit dem Anspruch auf vordere Tabellenplätze seien neun Gegentreffen in erst vier Spielen einfach zu viel. Von den Ligakonkurrenten haben zum jetzigen Zeitpunkt nur der PSV Wesel-Lackhausen, dem der 1. FC Kleve beim Saisonstart mit 7:1 das Fell über die Ohren gezogen hatte, und Aufsteiger SV Hönnepel-Niedermörmter II mehr Gegentore erhalten. Von Kuczkowski bringt es auf den knappen Nenner: "Wir haben zu viele Gegentore bekommen und selbst zu wenige Tore geschossen."

Daran gelte es zu arbeiten, besonders gegen defensiv eingestellte Mannschaften, wie von Kuczkowski sagte. Übungseinheiten dazu wurden unter der Woche in vielfältiger Weise ins Training eingebaut. "Ich kann mir vorstellen, dass auch Uerdingen morgen Nachmittag erst einmal versuchen wird, die Null zu halten", vermutet der Klever Trainer, der sich aber recht zuversichtlich hinsichtlich des Spielausgangs gab. "Ich rechne mit drei Punkten."

Glücklich ist er darüber, dass mit Patrick Braun wenigstens einer seiner beiden in Rhede fehlenden Innenverteidiger morgen gegen Uerdingen auf dem Platz stehen wird. Marcel Haeger werde noch längere Zeit ausfallen, sagt von Kuczkowski. Neben dieser personellen Änderung werde der Klever Trainer seine Mannschaft auch mit einem geänderten taktischen Konzept ins Rennen gegen das Aufstiegsteam von VfB-Trainer Stefan Rex schicken. Dessen Sorgenfalten sind im Übrigen um einiges größer als die seines Klever Kollegen. Stehen doch auf Uerdingens Verletztenliste gleich fünf Akteure, die mit schwereren Blessuren längere Zeit ausfallen. Trotzdem sollte Kleve gewarnt sein: der letztjährige Bezirksligameister kam am vergangenen Wochenende gegen Union Nettetal zu seinem ersten Saisonsieg.

(RP)