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Leichtathletik: Heynen für Pfalzdorf gerüstet

Leichtathletik : Heynen für Pfalzdorf gerüstet

Nach starken Leistungen in diesem Jahr will der 29-jährige Langstreckler beim Sylvesterlauf seinen Vorjahressieg wiederholen. Wieder wird ein Duell mit Armin Gero Beus erwartet.

Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das sich Roman Heynen (LV Marathon Kleve), Armin Gero Beus und Luca Fröhling (beide SV Sonsbeck) beim letztjährigen Sylvesterlauf in Pfalzdorf lieferten. Auf der fünf Kilometer langen Strecke dominierten die drei das Feld an der Spitze. Nach 15:46 Minuten überquerte Heynen nur acht Sekunden vor Fröhling auf Rang drei die Ziellinie und war überglücklich über seinen ersten Sieg beim Sylvesterlauf. "Ich weiß noch, dass ich rund 300 Meter vor dem Ziel einmal nach hinten geschaut habe. Da hatte ich schon einen kleinen Vorsprung auf Armin. Zum ersten Mal habe ich gedacht, dass ich den Lauf tatsächlich gewinnen kann", sagt Heynen ein Jahr nach seinem großen Triumph, den er mittlerweile aber realisieren kann.

Roman Heynen (LV Marathon Kleve) wird Westdeutscher und NRW-Vizemeister über 3000-Meter-Hindernis. Foto: Birkenstock

Vor 366 Tagen sah das noch anders aus. Heynen konnte im Zielkanal kaum noch einen klaren Gedanken fassen und war schlichtweg sprachlos. Zu überraschend kam der Erfolg. Schließlich war der junge Fröhling gut drauf, und Beus wurde im Vorfeld als zuletzt dreifacher Pfalzdorf-Sieger als Favorit gehandelt. "Außerdem konnte ich mich damals nicht so auf den Wettkampf vorbereiten, wie ich es gerne getan hätte. 2015 war ein Jahr, in dem ich nicht viel trainiert habe", sagt Heynen. Doch der mittlerweile 29-Jährige bewies, dass er auch ohne Vorbereitung an die Spitze stürmen kann.

Roman Heynen (links) ist nach einem Wettkampf ein gern gesehener Gesprächspartner. Hier im Interview mit Laurenz Thissen. Foto: Klaus-Dieter Stade

Heute bei der 29. Auflage des Sylvesterlaufes möchte Heynen seinen Erfolg bei seiner 23. Teilnahme in Pfalzdorf möglichst wiederholen und die fünf Kilometer, bei denen auch Armin Gero Beus wieder an den Start gehen wird, ein weiteres Mal gewinnen. Diesmal jedoch sind seine Voraussetzungen andere. Hinter ihm liegt bereits jetzt ein sehr erfolgreiches Jahr. So gewann er im Januar die Langstrecke bei den Cross-Kreismeisterschaften. "Crossläufe mache ich mit am liebsten. Ich mag diese Grenzerfahrungen", sagt Heynen. Beim Pfingst-Halbmarathon des TSV Weeze wurde er nur eine Sekunde hinter dem Sieger Zweiter. Bei den NRW- und Westdeutschen Meisterschaften landete Heynen über 3 000-Meter-Hindernis mit persönlicher Bestzeit auf dem Silberrang. Der Sieg bei den Mud-Masters war ein weiteres Highlight.

Danach musste der Läufer allerdings wegen Achillessehnenproblemen einige Zeit pausieren. "Dadurch habe ich meine Teilnahme am Berlin-Marathon absagen müssen. Das ist aber auch das Einzige, was ich mir für dieses Jahr vorgenommen und nicht erreicht habe", sagt Heynen, der zudem erfolgreich an Wettkämpfen in den Niederlanden und USA teilnahm. Vor allem das Gastspiel in den Staaten beeindruckte ihn: "Das war an Thanksgiving in Florida. Da waren im Umkreis von nur wenigen Kilometern gleich mehrere Läufe mit Tausenden Teilnehmern und einer richtig guten Stimmung."

Roman Heynen, der 2009 von den Lesern der Rheinischen Post zum "Sportler des Jahres" gewählt wurde, kam durch einen Freund als Sechsjähriger zum Laufen. "Der Vater nahm uns damals mit zum Kinder-Lauftreff der SV Bedburg-Hau. Das war zwei Tage vor meiner Einschulung", erinnert sich Heynen. Er schnupperte rein und blieb hängen: Nur wenige Wochen später rannte er schon beim Klever Citylauf mit - es war sein erster Wettbewerb, der ausgerechnet von seinem heutigen Verein seit jeher ausgerichtet wird. Heynen weiß dazu auch noch eine nette Anekdote zu erzählen: "Am Tag des Citylaufs 20 Jahre später wurde unsere Tochter geboren. Seit dem heißt sie ,Citylauf-Kind'."

Ehe Heynen beim LV Marathon Kleve anheuerte, schloss er sich auch mal für einige Zeit dem SV Nütterden und Alemannia Pfalzdorf an. Jetzt aber fühlt er sich im Marathon-Kreis unter dem erfahrenen Trainer Gerd Mölders bestens aufgehoben. Und mit seinen 29 Jahren scheint er besser denn je zu sein. Beim Sonsbecker Brunnenlauf im Frühjahr lief er über die Fünf-Kilometer-Distanz allen davon. 15:41 Minuten zeigte die Uhr im Ziel - weniger als in Pfalzdorf.

Dort beim Sylvesterlauf möchte er das heute wiederholen. "Ich habe mich in den vergangenen zwölf Wochen intensiv vorbereitet - so lange, wie noch nie auf einen Wettkampf. Von daher erwarte ich auch eine dem Einsatz entsprechende Leistung. Irgendwie will man sich ja selber dafür belohnen. Aber man weiß nie, was auf der Strecke passiert", beschwichtigt Heynen. Einen zu großen Druck möchte der bescheiden gebliebene Läufer nämlich nicht aufkommen lassen.

(pets)