Hallenfußbal-Kreismeisterschaft in der Bollwerk-Halle in Geldern

Hallenfußball-Kreismeisterschaft : Hö.-Nie. sorgt für Ärger vor dem Turnierstart

Das erste Wochenende eines neuen Jahres gehört seit nun mehr als drei Jahrzehnten der Kreismeisterschaft im Hallenfußball. So auch jetzt wieder. Dazu lud der GSV Geldern als Veranstalter die besten acht Mannschaften der letztjährigen Freiluftsaison zum Titelrennen ein. Stattfinden wird das Turnier am Samstag und Sonntag in der Bollwerk-Halle in Geldern. Alle freuten sich auf den bevorstehenden Kick, bis der SV Hö.-Nie. mit seiner kurzfristigen Absage die Veranstaltung unnötigerweise in Schieflage brachte.

Die Vorfreude auf die 31. Hallenkreismeisterschaft beim Veranstalter GSV Geldern war groß, bis sich Guido Lohmann, seit knapp zwei Wochen sportlicher Leiter des SV Hönnepel-Niedermörmter, per E-Mail beim GSV meldete und die Teilnahme seiner Mannschaft zurückzog. „Kato Sürün und ich sind zwei Tage vor Weihnachten bei Hö.-Nie. eingestiegen und waren nicht vorbereitet auf dieses Hallenturnier. Es tut uns unglaublich leid, aber leider werden wir keine Mannschaft an den Start bringen können“, sagt Lohmann.

Auch Sürün bekräftigte, den Fokus seit Amtsübernahme nicht auf den Budenzauber gelegt zu haben. „Wir stehen vor einer Mammutaufgabe und investieren aktuell acht bis neun Stunden am Tag in den Verein, um uns einzuarbeiten und die Mannschaft zu verstärken.“ Am Montag wird der neue Cheftrainer Thomas von Kuczkowski bei den Schwarz-Gelben die erste Trainingseinheit leiten. Auf eine zweite Mannschaft kann Hö.-Nie. nicht zurückgreifen.

Hartmut Könner, bei dem seitens des GSV viele Fäden zusammenlaufen, reagierte verärgert: „Eine Absage drei Tage vor Turnierbeginn habe ich noch nie erlebt. Vorgestern haben wir die E-Mail vom 29. Dezember auf unserer Vereinsadresse entdeckt. Ein Anruf hätte uns mehr geholfen. Nun müssen wir mit dem Verband absprechen, welche Mannschaft nachrücken kann.“ Die Suche war schwierig, aber doch von Erfolg gekrönt. Für den SV Hö.-Nie. wird der SV Veert einspringen und mit einer Wildcard ausgestattet dafür sorgen, dass der Spielplan der Hö.-Nie.-Gruppe umgesetzt werden kann. Da ist es erst einmal zweitrangig, dass die Veerter als B-Ligist im Konzert der Regional-, Ober- und Bezirksligisten absoluter Außenseiter sind.

Am Wochenende steigt die Hallenfußball-Kreismeisterschaft in der Sporthalle am Bollwerk in Geldern. Die acht besten Freiluftsaison-Teams der Region sind eingeladen. In zwei Gruppen mit jeweils vier Vereinen kämpfen die Kicker um das Ticket für die Platzierungsspiele. So wird Regionalligist SV Straelen mit den Bezirksligisten SF Broekhuysen und GSV Geldern in einer Gruppe antreten. Wer der vierte Konkurrent wird, ist noch offen.

Der Oberligist 1. FC Kleve trifft auf gleich drei Bezirksligisten: TSV Wa.-Wa., DJK Twisteden sowie SGE Bedburg-Hau. „Es zeichnet das Turnier jedes Jahr aus, dass viele Mannschaft gleichwertig auftreten, obwohl sie in unterschiedlichen Ligen spielen“, sagt Könner. „Die Kreismeisterschaft ist Tradition, die die Zuschauer unbedingt wollen“, fügt er an. Ganze Reisebusse mit Anhängern werden den Weg in den Südkreis finden.

Setzten im vergangenen Jahr Akzente: Levon Kürkciyan (l.) und Tim Harmes (r.) führten die Torjägerliste an, Jason Olschweski wurde als bester Torhüter ausgezeichnet. Foto: Heinz Spütz

Im vergangenen Jahr war Broekhuysen überraschend als Sieger vom Platz gegangen. Schon in der Vorrunde hatte sich das Team um Spielertrainer Sebastian Clarke gegen Straelen durchgesetzt und auch im Halbfinale die Schwanenstädter kalt erwischt. Im Finale trafen die Grün-Weißen auf die SGE, mit 9:7 nach Elfmeterschießen behielten Leon Peun, Christoph Elspaß und Co. die Oberhand.

In der Gruppe A wird für den SV Straelen voraussichtlich kein Akteur des Regionalligakaders auf dem Feld stehen. Personalentscheidungen fällt der Klub allerdings kurzfristig. „Unser Team ist nicht so üppig aufgestellt, da können wir uns keine weiteren Verletzungen erlauben“, sagt Trainer Marcus John. So werden Kicker der Zweitvertretung aufrücken. Jeder wolle unbedingt Straelen als höchstspielende Mannschaft schlagen. „Es geht bei diesem Turnier um Prestige, daher dürfte es hitzig werden. Das ist auch verständlich, aber wir müssen Verletzungen um jeden Preis vermeiden“, fügt er an. Für seine Farben wird Friedel Baumann an der Seitenlinie stehen.

Die Sportfreunde Broekhuysen gehen erneut als Geheimfavorit ins Rennen. Trainer Sebastian Clarke, der selber auch gegen den Ball treten wird, gibt das Überstehen der Vorrunde als Ziel aus. „Der zweite Tag ist der attraktivere, da wollen wir gerne hin“, sagt er. Allerdings seien die Chancen der Sportfreunde auch davon abhängig, mit welchen Balltretern die höherspielenden Klubs anreisen. „Dem Namen nach sind der 1. FC Kleve und der SV Straelen favorisiert“, sagt Clarke. Im vergangenen Jahr sei der Finalsieg ein toller Moment gewesen, der der Elf Schwung verlieh. „Das Turnier verlief gut, der Sieg war aber dennoch eine Überraschung. Wir bringen auch immer sehr viele Zuschauer mit, die für Stimmung auf den Rängen sorgen. Das hilft.“

Der Veranstalter GSV Geldern will sich in erster Linie achtbar präsentieren und eine „gemischte Mannschaft“ aus erster, zweiter und dritter Vertretung aufbieten. „Was wir erreichen können, hängt vor allem davon ab, wie die anderen Teams kommen. In der Halle soll aber der Spaß im Vordergrund stehen“, sagt Übungsleiter Joachim Dünn, der Straelen als Favorit sieht.

In der Gruppe B wird der 1. FC Kleve ebenfalls mit einer neu formierten Delegation anreisen. Spieler der ersten und zweiten Mannschaft sowie der A-Jugend werden für die Rot-Blauen ins Rennen gehen. „Die Jungs sollen Spaß haben. Mit Blick auf den Rest der Saison ist es uns aber besonders wichtig, verletzungsfrei zu bleiben“, sagt Trainer Umut Akpinar. „Wir sind gerade erst in der Pause und haben keinen großen Kader. Daher kann ich nicht die ganze erste Mannschaft schicken.“ Akpinar hält es für wahrscheinlich, dass einer der unterklassigen Klubs die Trophäe entgegen nimmt. „Favoriten gibt es in der Halle nie.“

Als Vorjahreszweiter geht auch die SGE Bedburg-Hau ambitioniert zur Sache. „Wer da ist, nimmt den Wettkampf auch ernst. Nur „Hacke, Spitze, eins, zwei, drei“ reicht nicht. Hinter dem 1. FC Kleve ist in der Gruppe alles möglich, diese Chance wollen wir nutzen“, sagt Trainer Sebastian Kaul, der selber mitkickt und Straelen als wahrscheinlichsten Sieger ausmacht. „Das Turnier im vergangenen Jahr war natürlich ganz besonders. Die Halle war gegen uns, doch wir haben richtig gut gespielt und das Finale nur knapp verloren“, erinnert sich Kaul. Den Erfolg zu wiederholen, sei allerdings schwierig.

Der TSV Wa.-Wa. hatte seine Teilnahme zwischenzeitlich abgesagt, stellt aber nun doch eine Mannschaft. In der Hinrunde sei der Kader äußerst dünn gewesen, weshalb es auch jetzt nur zu einer Mixtur verschiedener Vertretungen reicht. „Dennoch freuen wir uns auf die Kreismeisterschaft. Tolle Stimmung und viele Experten in der Halle machen das Turnier aus“, sagt Trainer Günter Abel. Ein sportliches Ziel oder gar einen Favoriten wolle er nicht ausgeben.

Zum ersten Mal wird DJK Twisteden mit von der Partie sein. Dass die Schwarz-Weißen Hallenfußball können, zeigten sie im vergangenen Jahr bei der Stadtmeisterschaft in Kevelaer. „Für die Zuschauer wird das ein Highlight. Broekhuysen ist mit Sebastian Clarke für mich erneut der Favorit. Sie haben schon mehrfach gezeigt, lockeren und technisch versierten Fußball zu beherrschen“, argumentiert Twistedens Co-Trainer Rainer Winkels. Auf einen gelernten Torhüter kann der Kevelaerer Klub allerdings nicht zurückgreifen, stattdessen wird sich Fabian Klaeßen ins Gehäuse stellen. „Wir wollen einen guten Eindruck hinterlassen, und vielleicht entpuppen wir uns ja auch als Geheimfavorit“, sagt Winkels lächelnd.