Leichtathletik : Halbmarathon läuft aus

Die 40. Auflage der traditionsreichen Weezer Leichtathletik-Veranstaltung ist die letzte. Grund sind sinkende Teilnehmerzahlen. 1986 starteten 450 Langläufer - im vergangenen Jahr waren es noch 185.

Alles endet irgendwann. Das trifft jetzt auch auf den Weezer Pfingstlauf zu. Die 40. Ausgabe der traditionsreichen Veranstaltung findet am Pfingstmontag, 21. Mai, zum letzten Mal statt. Noch einmal können die Läufer über die verschiedenen Strecken an den Start gehen. Begonnen wird um 10 Uhr mit dem Halbmarathon. Anschließend folgen die Fünf-Kilometer-Läufe für Jedermann und die Walker, sowie die Bambini und Schülerläufe. So viele Möglichkeiten teilzunehmen gab es nicht immer beim Pfingstlauf, ein Blick zurück in die Geschichte des Events zeigt das.

1979 feierte der Pfingstlauf sein Debüt, damals noch mit etwa 130 Läufern, die über die Halbmarathon-Strecke starteten. Ein weiterer Unterschied war die Startzeit, um neun Uhr ging es 1979 los, eine Stunde früher als man es nun schon seit langem von der Weezer Veranstaltung gewohnt ist. Grund für diese Verlegung nach hinten, waren die Läufer die von weiter her anreisten. Als der Pfingstlauf an Beliebtheit gewann, kamen nicht nur Aktive aus dem Kreis Kleve, daher wurde eine längere Anreise bei der Startzeit mit einberechnet.

Aus heutiger Sicht kurios war auch das Anmeldeverfahren. Nicht online sondern über Postkarten sicherte man sich seine Teilnahme. Prägend für die ersten Jahre waren auch die vielen britischen Soldaten die teilnahmen, und sehr schnelle Zeiten liefen. Sowie der Engländer Keith Brackstone, der den Halbmarathon 1982 und 1983 gewann. Bei seiner Titelverteidigung gelang Brackstone eine Zeit von 1:06:49 Stunde. "Die Zeiten waren früher schon internationale Klasse", erzählt Laurenz Thissen. Der Moderator, auch bekannt als "Stimme des Langlaufs", ist auch schon seit 1986 dabei und gar nicht mehr wegzudenken aus der Veranstaltung. Neben dem Debüt Laurenz Thissens sorgte 1986 eine Rekordbeteiligung für Aufsehen. 450 Läufer nahmen in dem Jahr die 21,1 Kilometer lange Strecke auf sich. Diese ist übrigens über die ganzen Jahre hinweg die selbe geblieben, auch der Montag als Veranstaltungstag wurde nie geändert. Während bei den Teilnehmern ein neuer Rekord aufgestellt wurde, war der Streckenrekord von Keith Brackstone in dem Jahr noch nicht zu knacken.

1988 konnte der TSV Weeze dann das erste von mehreren Jubiläen feiern. Im zehnten Halbmarathon wurde dem der den bisherigen Streckenrekord unterbieten kann, 500 Mark geboten. Und tatsächlich gelang das auch einem Athleten, der Franzose Michel Berthelot aus der Gocher Partnerstadt Redon siegte in 1:06,26 Stunde.

Ebenso bemerkenswert war die Leistung von Rollstuhlfahrer Alex de Türk, der nicht nur in diesem Jahr 1988, sondern auch in den darauffolgenden als erster ins Ziel kam und seine eigenen Bestzeiten immer wieder unterbot. Die Teilnahme von Rollstuhlfahrern war in Weeze jedoch nur von kurzer Dauer. Die Strecke entpuppte sich irgendwann als dafür nicht wirklich geeignet. 1990 endete noch nicht der Halbmarathon, dafür zog sich aber Günter Janßen vom Posten des Cheforganisators zurück. Zwölf Jahre lang hatte Janßen für den reibungslosen Ablauf am August-Janssen-Sportzentrum gesorgt und zuvor den Pfingstlauf mit Unterstützung überhaupt erst ins Leben gerufen. Zwei Jahre später schrieb Gaby Wolf Weezer Lauf-Geschichte. Mit 1:15:41 Stunde stellte sie einen neuen Streckenrekord bei den Frauen auf, der bis heute Bestand hat. In den folgenden Jahren gewann der Lauf stetig an Beliebtheit, immer neue Teilnehmerrekorde wurden aufgestellt.

Der aktuelle Streckenrekord wurde im Jahre 2012 gelaufen. Der Tansanier Joseph Daudi siegte in der fabelhaften Zeit von 1:05:21 Stunde, ein Rekord der zu der Geschichte des Pfingstmarathons gehören wird. Denn am kommenden Montag wird keiner schneller sein.

"Es ist schon etwas Wehmut dabei, an diesem Lauf hängt das Herz", sagt Laurenz Thissen vor der letzten Auflage. Auch hier wird wieder all das, was die Veranstaltung beliebt und ausgemacht hat, wieder dabei sein. Sowie das traditionelle und sehr populäre Kuchenzelt, alleine dafür sollen Leute schon nach Weeze gereist.

Auch die Siegerehrungen mit den dazugehörigen Preisen wurden von den Teilnehmern stets gelobt und werden natürlich auch diesem Jahr nicht fehlen. Am Ende überwiegt bei den Veranstaltern und Organisatoren wohl der Stolz und nicht die Wehmut.

"40 Jahre lang, immer die selbe Strecke immer am selben Feiertag. Das ist eine tolle Leistung", betont Thissen.

(RP)