Fußball : Grün-Weiße Festtage in Goch

100 Jahre Concordia Goch wird an zwei Fußball-Wochenenden zelebriert. Der FC Kleve schickt seine Oberliga-Delegation zum Freundschaftskick. Am 6. Juli schließt ein Festakt das Jubiläum ab.

„Trotzdem in unserer Heimatstadt Goch bereits der Sportverein ‚Viktoria‘ bestand, fanden sich einige mutige Sportbegeisterte zusammen, um einen weiteren Fußballverein ins Leben zu rufen.“ So steht es in der Chronik des F.C. Concordia Goch geschrieben, die anlässlich des 30-jährigen Vereinsjubiläum im Jahr 1949 veröffentlicht wurde. Nun, 70 Jahre später, feiern die Concorden 100-jähriges Bestehen. Doch bis dahin war es ein langer Weg auf dem es vor allem in den Anfangsjahren einige Hindernisse zu überwinden galt. Nach der Gründung im Jahr 1919 gestaltete sich allem voran die Aufnahme in den damaligen Westdeutschen Spielverband und somit die Anerkennung als Sportverein schwierig. Zunächst erhielt man mit der Begründung, ein zweiter Verein sei für die Stadt Goch „nicht tragbar und existenzfähig“ eine Absage. Letztendlich konnte diese Aufnahme nach etlichen Scherereien schließlich doch noch erwirkt werden. Grün und weiß wurden als Vereinsfarben erwählt und die Concordia ging in der 3. Kreisklasse an den Start. In 1922 schickte der Verein erstmals eine Leichtathletik-Mannschaft ins Rennen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg schaffte man es, sich umgehend wieder als Lokalsportgröße zu etablieren. Im Juli 1945 fuhr man „mit Pferd und Wagen“ zum ersten Nachkriegsauswärtsspiel nach Kevelaer. Mit fünf Punkten Vorsprung auf Lokalrivale Viktoria entschied man die Meisterschaft 45/46 in der Bezirksklasse Kleve/Geldern für sich. Zwei Jahre später bildete sich eine Damen-Handballabteilung und so fand nun auch das weibliche Geschlecht Einzug in das Vereinsleben der Concordia.

Da spielte Concordia Goch (grünes Trikot) noch in der Kreisliga A, hier an der Vulkeskuhle gegen Blau-Weiß Auwel-Holt. Foto: Stade, Klaus-Dieter (kds)/Stade,Klaus-Dieter (kds)

Auch für seinen Gesangs- und Theaterverein erreichte der FC regionale Bekanntheit.

2019 sieht bei Grün-Weißen alles etwas anders aus. Bei der Concordia wird nur noch Fußball gespielt und in der Jugendabteilung muss man sich mit Problemen herumschlagen, denen sich aktuell viele kleinere Vereine gestellt sehen.

Die 1. Mannschaft von Concordia Goch im Jahr 1925. Foto: Concordia Goch

Einst feste Größe in der Kreisliga A, findet man die erste Garde der Concordia nach dem Abstieg in 2018 mittlerweile im Tabellenmittelfeld der Kreisliga B2. All dies hindert Verantwortliche und Mitglieder allerdings selbstverständlich nicht daran, den 100. Geburtstag ihres Herzensvereins gebührend zu feiern.

An zwei Wochenenden werden an der Sportanlage - An der Vulkeskuhle 12 - fußballerische Wettkämpfe für Jung und Alt ausgetragen. Am Samstag, 22. und am Sonntag, 23. Juni in Form von Bambinitreff, F-Junioren- und HandiCap-Turnier, eine Woche später dann mit den Senioren. Am Freitag, 28. Juni findet abends ein Altherren-Turnier statt, ehe sich am Folgetag die Reserve mit einer ehemaligen A-Jugend-Auswahl (Jahrgang 92/93) und die Erste der Concorden mit Umut Akpinars Oberliga-Kickern vom 1. FC Kleve messen wird. Zum Frühschoppen am Sonntagmorgen sind besonders ehemalige Spieler eingeladen.

Karl Kisters war ab 1928 1. Vorsitzender der Concordia. Foto: Concordia Goch

Den Abschluss der grün-weißen Festtage bildet am Samstag, 6. Juli um 18 Uhr ein Festakt in der Gocher Disco „eXcited“. Dabei sollen Reden gehalten – unter anderem auch von Gochs Bürgermeister Ulrich Knickrehm – und die Geschichte des Vereins in einer Power-Point-Präsentation gewürdigt werden.

Für Peter Bender, erster Vorsitzender, der Concordia, ist das Jubiläum etwas ganz besonderes. Während er eine Zeit lang aus gesundheitlichen Gründen aussetzen musste, arbeitete der restliche Vorstand weiter an den Vorbereitungen für die Veranstaltung.

„Es ist außergewöhnlich hier. Obwohl wir mit den gleichen Schwierigkeiten wie viele andere Vereine kämpfen müssen sind wir im Vorstand breit aufgestellt und vor allem die jungen Leute leisten gute Arbeit“, schwärmt Bender. Des weiteren würden auch nicht Aktive den Verein bestmöglich unterstützen. Die Concordia funktioniere eben auch neben dem rein sportlichen Aspekt.

Für die beiden Fußballwochenenden hat man sich an der Vulkeskuhle etwas besonderes einfallen lassen, dass auch für die breite Besucherschaft von Interesse sein dürfte. Neben kleinen Fanartikeln mit Jubiläumsbezug, die an den entsprechenden Tagen für wenig Geld vertrieben werden, kostet jedes Getränk 100 Cent, sprich ein Euro. Einer feuchtfröhlichen Veranstaltung steht also nichts im Wege.

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