Fußball : Geschlossen auf Neuland

Alemannia Pfalzdorf: Neuer Trainer, neue Liga – auf den frischgebackenen Bezirksligisten wartet eine Saison voller Herausforderungen. Eine eingeschworene Mannschaft soll dem Neuling zum Klassenerhalt verhelfen.

Im Kopfkino der Pfalzdorfer Spieler ist der Streifen vom Aufstieg in die Bezirksliga auch heute noch ein Kassenschlager. Ganze sechs Minuten reichten der Elf vom Gocher Berg im dramatischsten Kreisliga-Krimi der vergangenen Jahre, um die Drittvertretung des SV Straelen aus dem Rennen zu kegeln und selbst auf dem Aufstiegsthron Platz zu nehmen. Die neue Bezirksliga-Saison startet in wenigen Wochen. Wird Pfalzdorf der erfolgreiche Außenseiter oder doch nur eine Fahrstuhlmannschaft?

Der Trainer

Nachdem Aufstiegstrainer Klaus Janssen schon frühzeitig seinen Abschied zum Saisonende angekündigt hatte, präsentierten die Verantwortlichen mit Ingo Pauls einen adäquaten Nachfolger. Der Übungsleiter lenkte bereits bei der DJK Mehr-Niel, beim SV Nütterden und bei DJK Kleve die Geschicke. "Als das Angebot aus Pfalzdorf kam, musste ich nicht lange überlegen", erzählt Bezirksliga-Neuling Ingo Pauls, der beruflich bei Nährengel als Maschinenführer tätig ist. Zu Beginn der Vorbereitung drillte Laufikone Theo Aymanns die Kicker, einen Co-Trainer gibt es bis dato aber nicht.

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Das Ziel

Wie sollte es bei einem Aufsteiger auch anders sein: Oberste Priorität genießt in dieser Saison der Klassenerhalt. Denn wie schwer der Sprung zwischen Kreis- und Bezirksliga sein kann, erlebte in der vergangenen Spielzeit der Uedemer SV, der sich Woche für Woche eine Packung abholte.

Trainer Ingo Pauls will die Fans allerdings nicht mit Anti-Fußball vergraulen: "Möglichst attraktiv und schnell wollen wir aus einer sicheren Defensive heraus Konter fahren. Dafür trainieren wir sehr hart", möchte der Coach den Schwung und die Euphorie um den Aufstieg mitnehmen.

Die Stärken

Der Star ist in Pfalzdorf eindeutig das Team. Moral, Einstellung und Kameradschaft sollen die entscheidenden Zutaten für das Sieges-Rezept sein. "Überflieger gibt es bei uns im Team nicht. Es wird sehr schwer für mich, aus dem Kader eine Startelf zu finden", hat Ingo Pauls das, wovon viele Trainer nur träumen – eine homogene Truppe. Diese zeichnet sich in erster Linie durch einen geordneten Spielaufbau aus.

Ein weiteres Ass im Ärmel könnte die Unbefangenheit auf neuem Terrain sein. Ingo Pauls meint: "Für viele sind wir doch der Absteiger Nummer eins. Das kann eine Chance sein."

Die Schwächen

Doch gleichzeitig birgt diese Unbekümmertheit auch eine Gefahr. Die Pfalzdorfer Spieler sind Bezirksliga-Neulinge, müssen sich noch an Tempo und Härte gewöhnen.

"Nicht nur läuferisch, sondern auch gedanklich müssen wir schneller werden und versuchen, das Spiel zu lesen. Da sind wir noch zu grün hinter den Ohren", weiß Trainer Ingo Pauls.

RP-Prognose

Auf Alemannia Pfalzdorf wartet eine schwere Spielzeit. Der Aufsteiger muss im Kampf um den Klassenerhalt einen langen Atem beweisen und gerade gegen Gegner auf Augenhöhe die nötigen Punkte einfahren.

Das Team betritt mit der Bezirksliga Neuland, so dass ein gelungener Saisonstart für das Nervenkostüm der Pfalzdorfer von enormer Bedeutung wäre.

(RP)