Futsal : Die EM als besondere Erfahrung

Klever Futsal-Hochschulmannschaft war bei der Studenten-Europameisterschaft in Portugal am Start.

„Was wir in Coimbra erlebt haben, übertrifft alles. Ich habe schon an einigen großen Turnieren teilgenommen, aber das war unglaublich“, sagt Andrej Kornelsen, Trainer des Futsal-Teams der Hochschule Rhein-Waal in Kleve. Das portugiesische Coimbra ist nicht nur Universitätsstadt, sondern auch seit vielen Jahrhunderten kulturelles Zentrum des Landes. „Eine schönere Kulisse hätte man den Jungs nicht bieten können. Die Portugiesen sind so futsalverrückt“, sagt Kornelsen. Der Vizemeister der Niederrheinliga krönte eine starke Spielzeit mit der Teilnahme an den EUSA-Games 2018. Dort duellierten sich 4000 Studenten in 13 verschiedenen Sportarten – darunter auch in der Disziplin Futsal. Der Klever Tross ging allerdings als klarer Underdog ins Turnier.

Zum Auftakt trafen die Schwanenstädter auf die Universität aus Minho im Gastgeberland. Was in Deutschland noch unvorstellbar ist, ist bei Minho eine Selbstverständlichkeit: Prof-Futsal-Spieler prägen die Mannschaft. So kamen die Kicker von Kornelsen mit 1:10 chancenlos unter die Räder. Das zweite Duell aber gestalteten die Klever deutlich enger; 3:5 lautete das Endergebnis gegen eine Delegation aus Frankreich. Die Abschlusspartie der Gruppenphase bestritt die Hochschule Rhein-Waal gegen die tschechische Uni-Auswahl aus Ostrava – und verlor mit 1:8. So schied Kornelsens Team als Vierter in der Gruppe aus. „Wir haben gegen die Crème de la Crème des Unifutsalsports gespielt. Die Niederlagen waren einkalkuliert, doch wir haben uns teuer verkauft“, erklärt der Übungsleiter.

Spannend waren im Anschluss die Spiele um die Plätze 17 bis 22. Gegen die Finnen aus Oulu (1:4), die Polen aus Wroclaw (0:2) und die Griechen aus Athen (3:4) musste sich der Niederrheinligist geschlagen geben. So landeten sie final auf dem 22. Rang. „Wenn wir die großen Mannschaften sehen, wissen wir, woran wir noch arbeiten müssen. Wir haben gute Anlagen in unserem Spiel, aber uns fehlt die Erfahrung und Gelassenheit, die Spielzüge bis zum Ende durchzuspielen. Darauf wird jetzt aber in der Vorbereitung ein besonderes Augenmerk gelegt“, sagt Kornelsen.

Auf zwei Spieler wird er sich in der kommenden Saison besonders freuen dürfen, denn Owais Ahmad und Fabian Wegner zeigten schon bei den EUSA-Games starke Auftritte. Ahmad schoss drei Tore und verstand sich als Bindeglied zwischen der eigenen und den internationalen Delegationen. Wegner stand erstmalig auf dem Futsalfeld und durfte sich direkt mit dem Profis messen. Er zahlte das Vertrauen seines Trainers mit zwei genialen Assists zurück.