Futsal-Casting in Kellen

In knapp drei Wochen steigt die Hochschul-Meisterschaft der Hallenfußballer in der Dreifachhalle. Mit dabei sind Studenten der Rhein-Waal. Georg von Coelln und Arno Tromp wollen aus dem bunten Haufen ein Team formen.

Es ist ein ziemlich bunter Haufen. Die, die da in der Dreifachhalle in Kellen trainieren, kommen aus Venezuela und Mexiko, Kamerun und Marokko, Nimwegen und Kleve. Sie tragen Fußball-Trikots des FC Barcelona und von Real Madrid, von Bayern München und Borussia Mönchengladbach. Was sie eint: Sie alle sind Studenten der Hochschule Rhein-Waal (HRW). Und sie alle spielen miteinander Futsal.

Was auf den ersten Blick aussieht wie Hallenfußball, das ist es eigentlich auch. Nur eben ein wenig anders, als man ihn in Deutschland kennt. Es gibt keine Banden. Der Ball ist kleiner. Und das Feld und die Tore sind so groß wie beim Handball. Futsal, das kommt aus dem Spanischen. Es leitet sich ab von den Worten Futbol (Fußball) und Sala (Halle). Der Weltverband Fifa nahm die Sportart 1989 in sein Programm auf.

Georg von Coelln, der in einem Immobilienbüro in Goch arbeitet und in Kleve wohnt, hat Futsal während eines Urlaubs in Portugal vor neun Jahren entdeckt. "Da haben ein paar Einheimische gekickt, und wir deutschen Touristen dachten, dass wir das auch können", sagt der 38-Jährige. Aber Pustekuchen. "Die waren richtig gut, weil sie das Spiel, das aus Südamerika kommt, viel besser kennen als wir."

An der Uni Münster, an der er studierte, gründete von Coelln eine Mannschaft. Er führte die Deutsche Hochschul-Meisterschaft ein, gewann sie dreimal als Spieler sowie einmal als Trainer — und vergab sie in diesem Jahr erstmals nach Kleve. Der Grund: Arno Tromp, Vorsitzender des BV/DJK Kellen, hatte ihn angerufen, da er Futsal in Kleve etablieren möchte und dazu ein Zugpferd suchte. "Arno meinte, dass hier viel Potenzial vorhanden sei", erklärt von Coelln. "Das sehe ich ganz genauso."

Darum hat er sich entschieden, mit Tromp die Auswahl-Mannschaft zu betreuen, die bei der Meisterschaft am 5./6. November die Hochschule Rhein-Waal vertreten wird. Das Problem: Er hat nicht viel Zeit. "Vor vier Wochen haben wir uns zum ersten Mal getroffen, in zweieinhalb Wochen ist das Turnier", sagt von Coelln. Die meisten Spieler folgten einem Aushang auf den Fluren der HRW — und kannten sich bislang ebenfalls nicht.

"Beim ersten Training waren 20 da, mittlerweile pendelt es sich auf 28 ein", sagt von Coelln, während er das Training beobachtet. Das besteht daraus, dass zwei Teams (je vier Feldspieler und ein Torwart) gegeneinander spielen. "Wir müssen uns immer noch einen Eindruck darüber verschaffen, wer wie gut ist", sagt er über die oberste Aufgabe von ihm und Tromp. Nur 15 Spieler, die alle an der Hochschule eingeschrieben sein müssen, dürfen sie für das Turnier nominieren.

Und obwohl Futsal so wirkt, als würden es nur Edeltechniker beherrschen, "brauchen wir in unserem Team auch Kämpfer", sagt von Coelln. "Wenn die Mischung stimmt, sind wir für eine Überraschung gut." Seine Mission: Aus einem bunten Haufen eine wettbewerbsfähige Mannschaft formen.

(RP)