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Fußball: Trainer Sebastian Kaul zur Situation der SGE Bedburg-Hau

Fußball-Landesliga : Sebastian Kaul: „Wir sind etwas von unserem Weg abgekommen“

Der Trainer der SGE Bedburg-Hau spricht über die aktuelle Situation, Konsequenzen für die neue Saison und das Pokalspiel am Dienstag bei Alemannia Pfalzdorf.

Sebastian Kaul hatte am Donnerstagabend fertig nach der 1:6-Niederlage der SGE Bedburg-Hau im Nachholspiel beim VfR Fischeln. Der Trainer des Fußball-Landesligisten meldete Gesprächsbedarf bei seinem kickenden Personal an, das ihn restlos enttäuscht hatte. Im Interview spricht der 42-Jährige über die Situation, Konsequenzen für die neue Saison und das Spiel in der letzten Runde des Kreispokals beim A-Ligisten Alemannia Pfalzdorf, das am heutigen Dienstag, 20 Uhr, angepfiffen wird.

Hat es das Gespräch mit der Mannschaft schon gegeben?

Sebastian Kaul Ja, bereits am Freitagabend. Da haben wir trainiert, obwohl das nicht geplant war.

Also ein Straftraining?

Kaul Ja, das ging schon ein bisschen in Richtung Straftraining.

Mit einer intensiven Laufeinheit?

Kaul Die Spieler sind anfangs gelaufen. Aber wir haben auch Zweikämpfe geübt und am Ende ein Spielchen gemacht. Da wurde auch schon wieder gelacht.

Und geredet wurde auch.

Kaul Wir haben über die Situation gesprochen. Natürlich haben wir viele Ausfälle. Die personelle Lage war in den acht Jahren, in denen ich bei der SGE Bedburg-Hau bin, noch nie so angespannt. Doch das entschuldigt nicht die Leistung des einzelnen Spielers. Wir sind nach der Winterpause etwas von unserem Weg abgekommen.

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Inwiefern?

Kaul Die SGE stand unter meiner Regie immer für einen gewissen Fußball. Wir waren zweikampfstark, mit unserer Spielweise ein richtig unangenehmer Gegner und eine Mannschaft, die nicht verlieren wollte und deshalb nie aufgegeben hat. Das ist vollkommen abhandengekommen. Und darüber habe ich mit den Spielern gesprochen.

Haben Sie eine Erklärung dafür?

Kaul Ich glaube, dass wir in eine gewisse Selbstgefälligkeit verfallen sind – spätestens nach dem 3:1-Heimsieg gegen die SV Hönnepel-Niedermörmter. In den vier Partien danach, die wir alle verloren haben, hat nicht jeder Spieler hundert Prozent Leistungsbereitschaft gezeigt. Das müssen wir aber. Wenn wir nicht alles abrufen, dann wird es für uns schwer in der Liga, das hat sich zuletzt gezeigt.

Das Minimalziel Klassenerhalt hat die SGE aber schon erreicht.

Kaul Und deshalb gibt es auch keinen Grund, jetzt alles schlechtzureden. Unter dem Strich können wir mit der Saison zufrieden sein. Wir mussten uns nie ernsthaft Sorgen um den Klassenerhalt machen und haben im Niederrheinpokal tolle Spiele abgeliefert. Allerdings haben wir nach der Winterpause mit Ausnahme der Partien gegen die SV Hönnepel-Niedermörmter und die VSF Amern nicht zu unserer gewohnten Stärke gefunden. Daraus müssen wir Konsequenzen ziehen.

Welche?

Kaul Wir werden uns nach weiteren externen Neuzugängen umsehen, um den Kader noch breiter aufzustellen. Darüber habe ich mit Teammanager Christian Klunder und dem Sportlichen Leiter Dilek Özden schon gesprochen. Wir waren eigentlich davon ausgegangen, dass die Kaderplanung abgeschlossen ist. Doch nach den letzten Auftritten sehe ich noch Handlungsbedarf. Wobei man immer einschränken muss, dass die Bäume bei der SGE nicht in den Himmel wachsen. Oft sind Verhandlungen mit Spielern spätestens dann gescheitert, wenn das Thema Finanzen auf den Tisch gekommen ist.

Sie bestreiten mit Ihrer Mannschaft am Dienstag in der letzten Runde des Kreispokals die Partie beim A-Ligisten Alemannia Pfalzdorf. Wie lautet Ihr Ziel?

Kaul Wir wollen gewinnen und den Einzug in den Niederrheinpokal schaffen. Doch es ist mir bewusst, dass es vor vielen Zuschauern gegen einen motivierten Gegner eine unheimlich schwere Aufgabe wird, zumal sich unsere Personalsituation weiter verschlechtert hat. Bei Falko Kersten besteht der Verdacht, dass er sich den Fußwurzelknochen gebrochen hat. Er wird definitiv auch noch ausfallen. Deshalb werden Christian Klunder und ich in Pfalzdorf zumindest im Kader stehen. Wir wollten ja nur noch im allergrößten Notfall aushelfen. Der ist leider mittlerweile eingetroffen.