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Fußball: SV Donsbrüggen ist stolz auf seine Ehrenamtler

Fußball : SV Donsbrüggen ist stolz auf seine Montagsmaler

Die Ehrenamtler des Vereins treffen sich seit Jahrzehnten, um die Anlage am Nössling in Schuss zu halten. Morgens wird geschuftet, abends sitzen die Männer gemütlich beisammen. Die Gruppe würde sich über Nachwuchs freuen.

Den Rasen mähen, Zäune reparieren, die Terrasse winterfest machen oder das Klubhaus neu streichen – die sogenannten Montagsmaler des SV Donsbrüggen finden immer reichlich Beschäftigung. Und das seit mehr als 30 Jahren. Die Gruppe älterer Männer trifft sich zum Wochenstart an der Platzanlage am Nössling. In den frühen Morgenstunden wird geackert. Jeder kennt an der Zange, dem Besen oder der Farbrolle seine Aufgabe. Am Abend kommen die handwerklich begabten Freunde noch im Platzhaus des Sportvereins zusammen. Das Werkzeug wird dann gegen gekühlte Pils ausgetauscht.

Zu der eingeschworenen Gruppe gehören Ewald Lamers, Reiner van Hout, Gerd Lamers, Hermann Berson, Jürgen Liebeton, Johannes Kammann und Paul Kapell. Allesamt bringen sie 70 bis 80 Jahre Lebenserfahrung mit. Was sie eint ist die Liebe zum SV Donsbrüggen, ihrem Heimat- und Herzensklub. „Diese Gruppe ist für unseren Verein unglaublich wichtig. Sie erledigt alle Aufgaben immer zu 105 Prozent. Daher müssen wir auch praktisch nie für irgendwelche Dinge externe Firmen engagieren. Es gibt eigentlich nichts, was die Montagsmaler nicht können“, sagt Werner van Gemert, Vorsitzender des SV Donsbrüggen.

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Er ist mächtig stolz auf die Gruppe der Ehrenamtlichen. „Das, was von den Freiwilligen hier geleistet wird, ist absolut nicht selbstverständlich. Wir sind den Männern sehr dankbar. Sie haben alle das Herz an der richtigen Stelle“, sagt Werner van Gemert.

Gegen neun Uhr morgens treffen sich die Ehrenamtler während der Sommersaison von März bis Oktober montags an der Platzanlage. Zwei Stunden wird dann gearbeitet, pünktlich zum Mittagessen sind die Herren wieder Zuhause. „Wir finden immer etwas zu tun. Manchmal muss der Ballfang erneuert werden, mal schauen wir nach den Duschen oder setzen uns auf den Rasenmäher. An anderen Tagen muss Unkraut gejätet oder müssen die Zäune repariert werden“, sagt Gerd Lamers.

Schon seit mehr als 30 Jahren sind die Montagsmaler so tätig. Viele der heute Aktiven kickten auch selbst beim 1906 gegründeten Sportverein, früher noch auf der Donsbrüggener Heide. Im Jahr 1996 zog der gesamte Verein dann an den Nössling um, weil in Waldnähe kaum Flächenpotenziale zur Ausbreitung vorhanden waren.

Der Umzug und Neubau wurde maßgeblich von freiwilligen Helfern getragen, die Montagsmaler allen voran. „Wir können heute mit Fug und Recht behaupten, dass wir die schönste Anlage in der Region haben. Nicht nur, dass bei uns alles perfekt gepflegt ist. Es gibt auch keinen Sportplatz, an dem man einen so wunderschönen Ausblick in die Ferne hat“, sagt Paul Kapell.

Als vor Jahren die Diskussion rund um Legionellen auftauchte, tauschten die Ehrenamtlichen kurzerhand alle Duschköpfe aus. „Das war damals Arbeit für umsonst“, sagt Johannes Kammann. Neben der Theke im Klubhaus malten die Montagsmaler das Wappen des SV Donsbrüggen auf. 2009 packten sie kräftig mit an, als die Terrasse mitsamt Überdachung gebaut werden sollte. Heutzutage feiern dort die Mitglieder immer wieder ihre Feste. Und als die Stadtverwaltung einst die Mähzeiten einschränkte, übernahmen die Montagsmaler kurzerhand wie selbstverständlich die Verpflichtungen. „Dieses Platzhaus ist unser Wohnzimmer, hier fühlen wir uns wahnsinnig wohl“, sagt Jürgen Liebeton. Ein Höhepunkt im Jahr sei die Ü-60-Weihnachtsfeier, wo nicht selten bis in die Puppen gefeiert wird.

Mit Sorge beobachteten die Montagsmaler in den vergangenen Jahren die städtischen Planungen zu den Sportzentren in der Kreisstadt. Der Verein will auf keinen Fall umziehen, auch Fusionen mit umliegenden Klubs seien kaum denkbar, sagen die Männer. Zudem habe man einen äußerst langfristigen Pachtvertrag, so Werner van Gemert. „Wir wollen unsere Heimat auf jeden Fall behalten.“

Sonntags sind die Montagsmaler dann dabei, wenn die erste Mannschaft Fußball spielt. Das Team von Trainer Meik Kozak kämpft aktuell in der Kreisliga A um den Klassenerhalt. Allzu gut schaut es nicht aus. „In jedem Verein gibt es Höhen und Tiefen. Aktuell ist die Situation herausfordernd. Aber wir denken weiter positiv und unterstützen unsere Mannschaft“, sagt Hermann Berson. Und dennoch: Ein wenig trauern die Ehrenamtler auch besseren Zeiten nach. Schließlich spielte der SV Donsbrüggen lange Zeit auch in der Bezirksliga. Zu Derby-Partien, etwa gegen den SV Nütterden, kamen hunderte Zuschauer. In solchen Dimensionen aber denkt man heutzutage am Nössling nicht mehr. „Natürlich wird die Mannschaft alles dafür tun, die Klasse zu halten. Aber wenn wir in die Kreisliga B müssen, dann ist das so. Davon wird der Verein auch nicht untergehen“, sagt Werner van Gemert.

Doch wie lange werden die Montagsmaler vor Ort noch tätig sein? Die Zukunftsfrage beschäftigt die Männer durchaus. Werner van Gemert sagt: „Ich bin Optimist. Daher sage ich: Wenn man jedes Jahr eine Person finden würde, die sich der Gruppe anschließt, gäbe es kein Nachwuchsproblem.“ Doch diese Kräfte seien durchaus schwer zu finden. Und das, obwohl der SV Donsbrüggen mit Blick auf ehrenamtliche Helfer durchaus noch gut aufgestellt sei. „Wenn ich irgendwas habe oder irgendwen brauche, werde ich immer recht schnell fündig“, sagt der Vorsitzende. Dennoch würden sich die Montagsmaler über Nachwuchs freuen. Da die Arbeitszeiten am Montagmorgen für Berufstätige kaum zu schaffen sind, richtet sich der Appell insbesondere an jüngere Rentner, die Zeit übrig haben.

In den kommenden Jahren aber ist mit den Montagsmalern weiter voll zu rechnen. Schließlich hätten sie großen Spaß an der Arbeit. Und natürlich am gemütlichen Beisammensein. Corona war daher eine echte Belastungsprobe. „Wir haben natürlich weiterhin die Platzanlage in Schuss gehalten, damit kann man ja nicht einfach aufhören. Aber wir durften uns nicht mehr abends mit einem kühlen Bierchen zusammensetzen. Das war schon sehr schade, immerhin lieben wir die Gemeinschaft“, sagt Hermann Berson. Mittlerweile stoßen die Männer wieder zusammen an. Sie plaudern über Politik, Fußball und das Geschehen im Dorf. Und das an einem für sie ganz besonderen Ort. „Viel vom schönen Dorfleben in Donsbrüggen spielt sich hier auf der Platzanlage ab“, sagt Werner van Gemert.