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Fußball-Oberligist 1.FC Kleve besiegt den SC Velbert mit 8:0

Fußball-Oberliga : Der 1. FC Kleve deklassiert den SC Velbert

Die Mannschaft begeistert beim 8:0-Erfolg im Stadion Bresserberg. Der Kantersieg gegen den Abstiegskandidaten ist auch ein Symbol für die Entwicklung des Teams unter Trainer Umut Akpinar.

Die Kulisse in der Getec-Arena enttäuschte. Bei eisigen Temperaturen und Regen hatten nur knapp 200 Zuschauer den Weg ins Stadion am Bresserberg gefunden. Das Spiel hätte einen besseren Besuch verdient gehabt. Denn Fußball-Oberligist 1. FC Kleve zeigte am Freitagabend gegen den SC Velbert die bislang beste Saisonleistung. Mit 8:0 (1:0) bezwang das Team von Trainer Umut Akpinar den insbesondere in der Defensive desolaten Abstiegskandidaten. Mit Luca Thuyl, Niklas Klein-Wiele und Younes Mouadden trafen gleich drei Klever Akteure doppelt.

„Wir haben von der ersten Minute an gezeigt, dass wir drei Punkte holen wollen. Auch in der ersten Halbzeit hätten wir höher führen können. Wie die Jungs die Tore herausgespielt haben, ist ein Kompliment wert. Man muss bei einem solchen Spiel auch immer aufpassen, dass man nicht überdreht. Aber das haben wir zu keinem Zeitpunkt gemacht“, sagte Trainer Umut Akpinar, der auf Danny Rankl, Calvin Top und Luca Plum verletzungsbedingt verzichten musste. So stellte er auf einigen Positionen um. Kisolo Deo Biskup lief im Abwehrzentrum auf – und spielte stark.

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Der 1. FC Kleve hatte auf seifigem Rasen ein wenig Mühe, in die Partie zu finden. Nach zwölf Minuten hätten die Velberter bei einem Distanzschuss von Tomislav Simic sogar in Führung gehen können, doch der Ball flog neben das Tor. In der Folge kam von den Gästen überhaupt nichts mehr, der Klever Schlussmann Ahmet Taner erlebte einen überaus langweiligen Abend. Stattdessen steigerten sich die Rot-Blauen von Minute zu Minute. Einen sehenswerten Spielzug verwertete Younes Mouadden (34.) nach toller Vorarbeit von Pascal Hühner zum 1:0. Weitere Chancen ließen die Klever liegen.

„Es lief genau nach Plan: Wir haben hinten nichts zugelassen und offensiv immer wieder Lösungen gefunden. Da waren richtig starke Kombinationen dabei“, sagte Umut Akpinar. Im zweiten Durchgang spielte der 1. FC Kleve dann wie entfesselt auf. Schon nach wenigen Augenblicken hätte Niklas Klein-Wiele zum 2:0 treffen können, doch Velbert klärte auf der Linie. Nach einer sensationellen Flanke von Kai Robin Schneider, der ohnehin eine gute Vorstellung zeigte, erhöhte Pascal Hühner (51.). Auch für das 3:0 von Youngster Younes Mouadden (54.) lieferte Schneider den Assist.

 Ein bezeichnendes Bild: Niklas Klein-Wiele (links) und Luca Thuyl bejubeln einen Klever Treffer, während die Velberter Spieler Frust schieben.
Ein bezeichnendes Bild: Niklas Klein-Wiele (links) und Luca Thuyl bejubeln einen Klever Treffer, während die Velberter Spieler Frust schieben. Foto: Markus van Offern (mvo)

Die Velberter kapitulierten in der Folge vor der Offensivfreudigkeit der Rot-Blauen. Niklas Klein-Wiele (76.), Luca Thuyl (80., 82.) und Kisolo Deo Biskup (84.) erhöhten mühelos. Die Klever Fans sahen Anlass zum Gesang: „Oh, wie ist das schön, oh, wie ist das schön, so was hat man lange nicht gesehen, So schön, so schön.“ Kurz vor Schluss durfte sich auch Nachwuchsstürmer Luca Wiens (89.) in die Torschützenliste eintragen. Der 19-Jährige stand bereits beim Saisonauftakt gegen den TSV Meerbusch in der Startelf. Danach aber sammelte das Eigengewächs ausschließlich in der zweiten Mannschaft in der Bezirksliga Spielminuten. Nun wurde er von Umut Akpinar spät eingewechselt – und traf umgehend aus kurzer Distanz.

Doch welchen sportlichen Wert hat der Kantersieg? Zur Wahrheit gehört: Der SC Velbert lieferte gegen den 1. FC Kleve wenig Argumente, weshalb der Klub in der Saison 2022/2023 noch in der fünfthöchsten deutschen Spielklasse an den Start gehen sollte. Doch der Erfolg sagt auch etwas über das neue Selbstverständnis des 1. FC Kleve aus. Nicht nur, dass die Rot-Blauen nach der 0:4-Niederlage gegen den VfB Hilden in der Vorwoche ein Stück weit Wiedergutmachung betrieben.

Seit dem Oberliga-Aufstieg im Sommer 2018 hat sich das Team auch kontinuierlich weiterentwickelt, es ist reifer geworden. Eingeschworener könnte die Gruppe um Fabio Forster, Niklas Klein-Wiele und Nedzad Dragovic kaum sein. Mittlerweile gibt es Mannschaften in der Oberliga, die sich vor dem 1. FC Kleve und dessen kluger, variabler Spielphilosophie regelrecht fürchten. So hat sich gewissermaßen auch die Erwartungshaltung verändert. Ein Sieg gegen einen Abstiegskandidaten wie den SC Velbert gilt, wenn auch nicht unbedingt in dieser Höhe, beinahe als selbstverständlich. Das ist der Preis des Erfolges.