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Fußball-Oberliga Heimspiel 1. FC JKleve gegen VfB Speldorf

Fußball : FC dreht auf, wackelt und verschenkt Sieg

Fußball-Oberliga: 1. FC Kleve - VfB Speldorf 1:1 (1:0). Im ersten Durchgang müsste die Elf von Akpinar gleich mehrfach treffen. Nach dem Wechsel aber brechen Forster, Klein-Wiele und Co. ein. Nur knapp entkommen sie einer Niederlage.

Die Mienen der Klever Akteure passten nach Abpfiff nicht zum Ambiente um sie herum. Um 16:49 Uhr strahlte die Vorfrühlingssonne am Bresserberg, keine Wolke am Himmel, wohlige 15 Grad Celsius. Und dennoch, Freude sollte bei den Bresserberg-Kickern nicht aufkommen. Der Grund: Nach frühem Tor von Michel Wesendonk verspielten die Gastgeber die Führung fahrlässig. „Ich muss es ganz deutlich sagen: Ab der 55. Minute haben wir nichts mehr, gar nichts mehr gezeigt“, sagt Trainer Umut Akpinar.

Dabei schien der Nachmittag ein federleichter für seine Elf zu werden. Mit dem Anpfiff präsentierten sich die Offensivreihen der Schwanenstädter kreativ. Nach vier Minuten verzog Wesendonk einen Schuss über die Latte, kurz darauf kam Sebastian van Brakel im Zuge einer Ecke frei zum Abschluss. Sein Versuch landete direkt in den Armen von VfB-Schlussmann Martin Hauffe. Früh hätte der FC führen können. Im Gegenzug aber kamen auch die Speldorfer zu Gelegenheiten (10./12.Minute). Einen Schuss aus der zweiten Reihe von Yutaka Abe hielt Ahmet Taner glänzend.

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In Minute 17 erzielte Wesendonk jedoch die verdiente Führung für seine Farben. Hauffer verschätzte sich beim Herauslaufen dramatisch und schoss den Klever Stürmer an. Das Spielgerät prallte an Wesendonk gen Gehäuse ab, der 30-Jährige musste bloß noch einschieben. Der FC war auf die Siegerstraße eingebogen. Niklas Klein-Wiele hätte gar erhöhen können, er schoss aber wenige Zentimeter über die Latte. 25 Minuten waren da gespielt. So ging die FC-Elf mit einer 1:0-Führung in die Kabine. „Wir hatten sechs richtig gute Chancen, machen aber nur eine rein. Ich habe den Jungs da nochmal ganz deutlich gemacht, dass Speldorf eine extrem charakterstarke Mannschaft ist“, sagt Akpinar. Nach dem Seitenwechsel aber drehte sich das Bild bereits merklich. Das Fusionsklub-Aufgebot schaltete einen Gang herunter, die spielschwachen Gäste konnten wenig mit dem Ball anfangen. So verlor sich die Partie in einer Vielzahl von Querpässen, Mittelfeldzweikämpfen und ungenauen Ballannahmen. „Ich weiß nicht, ob wir uns im Kopf zu sicher waren?“, fragt Akpinar. Pascal Hühner hätte nach 71 Minuten mit einem Lupfer zwar die Führung herbeiführen können. Dennoch war der imperative Zuruf von Akpinar an der Seitenlinie folgerichtig: „Haltet den Ball in den eigenen Reihen - und spielt ruhig.“ Nachhaltig kamen seine Warnungen auf dem Rasen jedoch nicht an. Eine Viertelstunde vor Schluss stimmte die Strafraum-Zuordnung bei einem Eckball nicht, Maxwell Bimpek stand für den VfB richtig und schoss ungefährdet ein. Ein Schock für die Hausherren, plötzlich waren sie unter Zugzwang. Klein-Wiele versuchte es aus kurzer Distanz (79.), der Weg zum Tor aber war gleich von mehreren Gegenspielern versperrt. Hühners Direktabnahme kurz darauf fehlten nur wenige Zentimeter. Tim Haal köpfte noch aussichtsreicher an den Außenpfosten. So sollte sich beinahe die in die Jahre gekommene Fußballweisheit „Wer vorne die Tore nicht macht, wird hinten bestraft“ bewahrheiten. Ryota Nakaoka schoss für den VfB Speldorf nämlich kurz vor Schluss noch an die Latte, Taner wäre geschlagen gewesen. „Die Mannschaften hatten gleichmäßig viele Chancen. Geht der Lattentreffer rein, stehen wir mit drei Punkten da. Wir hatten eine große Chance, zu gewinnen“, sagt Ryoji Ishikawa, Trainer der Gäste. Durch das Remis steht Kleve auf Rang Neun, die Mülheimer befinden sich auf Abstiegsrang 15. „Das war heute super enttäuschend. Inhaltlich war das nicht in Ordnung. Es fehlte Struktur, Ruhe, Körperlichkeit. Und es war unglaublich, wie viele Fehlpässe wir gespielt haben“, sagt Akpinar. Am kommenden Wochenende wartet nun närrische Freiheit, im Anschluss gastiert Rot-Blau auswärts beim SC Velbert.