Aufstiegsrunde der Fußball-Oberliga Der Perfektionist Nedzad Dragovic

Kleve · Den Abwehrchef des 1. FC Kleve stören kleinere Ungenauigkeiten. Die zeigte sein Team zuletzt immer wieder bei der Defensivarbeit. Doch der Routinier hofft am Freitag gegen die SF Baumberg auf die Trendwende.

 Nedzad Dragovic (links), hier im Duell mit dem Baumberger Ali Daour, hat Respekt vor dem Gegner.

Nedzad Dragovic (links), hier im Duell mit dem Baumberger Ali Daour, hat Respekt vor dem Gegner.

Foto: Matzerath, Ralph (rm-)

Nedzad Dragovic ist ein penibler Perfektionist. Kleinere Ungenauigkeiten sind dem Abwehrchef des Fußball-Oberligisten 1. FC Kleve ein Dorn im Auge. Zuletzt aber zeigte der Defensivverbund des Tabellensiebten der Aufstiegsrunde immer wieder Anfälligkeiten. Die Folge: Seit Ende Februar hat das Team von Trainer Umut Akpinar nicht mehr gewonnen. Nedzad Dragovic stört das gewaltig. „Manchmal hast du so eine Phase in der Saison. Das ist natürlich besonders bitter für mich, weil du als Verteidiger einfach immer zu null spielen willst. Zuletzt haben wir aber zu häufig zu leichtfertige Gegentore bekommen“, sagt der 37-Jährige, der seinen Vertrag noch einmal um ein Jahr verlängert hat.

Nedzad Dragovic, der früher bei der SV Hönnepel-Niedermörmter, dem VfB Homberg und dem SV Straelen aktiv war und seit 2017 am Bresserberg kickt, dirigiert das Spiel der Rot-Blauen – und gilt als Fels in der Brandung. Mit seiner Übersicht gehört der Bosnier weiter zu den besten Verteidigern der fünfthöchsten deutschen Spielklasse. Doch auch dem Abwehrchef unterliefen zuletzt kleinere Fehler.

„An sich bin ich nie zufrieden mit mir. In den vergangenen Wochen haben sich aber auch bei mir kleinere Unkonzentriertheiten eingeschlichen, die schnell abgestellt gehören“, so Dragovic. Besonders bitter sei die 1:2-Niederlage gegen den TVD Velbert vor zwei Wochen gewesen. „Da hätten wir zur Pause mit 3:0 führen können, machen uns aber das Leben selbst schwer“, sagt er.

Am heutigen Freitagabend, 20 Uhr, hat der 1. FC Kleve die nächste Gelegenheit, endlich wieder dreifach zu punkten. Dann geht es in der heimischen Eroglu-Arena gegen den Tabellenvierten Sportfreunde Baumberg. Und Nezdad Dragovic sieht durchaus Anlass zur Hoffnung. „Ich könnte mir vorstellen, dass das Ding gegen den 1. FC Bocholt dafür sorgt, dass es für uns wieder in eine andere Richtung geht. Solche Spiele, die dem Team Selbstvertrauen verleihen können, gibt es immer wieder“, so der 37-Jährige.

Am vergangenen Sonntag hatte der 1. FC Kleve nach vier Niederlagen in Serie Moral bewiesen. Die Rot-Blauen glichen in der sechsten Minute der Nachspielzeit in Unterzahl gegen den 1. FC Bocholt aus, Niklas Klein-Wiele avancierte abermals zum Spieler des Spiels. Direkt danach pfiff der Unparteiische die hitzige Partie ab. Der Punktgewinn wurde von Klever Spielern, Trainern und Fans wie ein Sieg gefeiert. Immerhin hatte es lange nach einem recht ungefährdeten Erfolg des Tabellenzweiten ausgesehen, der die Partie über weite Strecken dominiert hatte.

„Zugegebenermaßen habe ich zu dem Zeitpunkt auch nicht mehr mit dem Unentschieden gerechnet. Mir war aber klar, dass der Ausgleich, wenn überhaupt, aus einem Standard fallen würde. Sonst wäre es ganz schwierig geworden. Bocholt hätte vorher aber auch längst das 2:0 machen müssen“, sagt Nezdad Dragovic.

In den vergangenen Wochen liefen immer wieder andere Teamkollegen neben dem 37-Jährigen, der beim 1. FC Kleve auch für die Elfmeter verantwortlich zeichnet, in der Innenverteidigung auf. Gegen den 1. FC Bocholt kickte dort Kisolo Deo Biskup, in den Partien zuvor durfte Maxwell Bimpeh von Anfang ran. Ob das auch für Verunsicherung sorgt? „Jeder Spieler ist anders. Für mich heißt das, dass ich noch mehr kommunizieren und Anweisungen geben muss. Und vor allem muss ich selbst gucken, dass meine eigene Leistung passt“, sagt Nedzad Dragovic.

Der Routinier hat großen Respekt vor den Sportfreunden Baumberg. Die Blau-Weißen haben drei der vier Partien in der Aufstiegsrunde gewonnen, seit Mitte November hat das Team von Trainer Salah El Halimi nicht mehr verloren – eine beeindruckende Serie. Dass die Sportfreunde Baumberg nicht im Aufstiegsrennen mitmischen, hat ausschließlich mit dem verpatzten Saisonstart zu tun. Zum Auftakt gingen nämlich gleich drei Partien verloren, erst im Spätherbst war die Mannschaft dann richtig in Form. Zuletzt setzten sich die Kicker aus der Stadt Monheim am Rhein mit 2:0 gegen den TVD Velbert durch.

„Die Sportfreunde Baumberg haben in den vergangenen Monaten eine echt tolle Serie hingelegt. In meinen Augen ist das Team sogar ähnlich stark wie der 1. FC Bocholt. Wenn die Mannschaft am Anfang der Saison nicht die Ergebniskrise gehabt hätte, würde sie nun ganz oben stehen und mit Bocholt und Velbert konkurrieren. Da kommt also mächtig etwas auf uns zu. Allerdings wollen wir auch alles daransetzen, vor den eigenen Zuschauern endlich wieder drei Punkte zu holen“, sagt Verteidiger Nedzad Dragovic.

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