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Fußball-Oberliga 1. FC Kleve in SW Essen

Fußball : Akpinar: „Wir lechzen nach Punkten“

Fußball-Oberliga: ETB Schwarz-Weiß Essen - 1. FC Kleve (Sonntag, 15 Uhr). Die Rot-Blauen gastieren am Uhlenkrug. Sorgen bereitet den Klevern die Verletztensituation und die mäßige Punkteausbeute trotz guter Leistungen.

Zwei Wochen in Serie hingen die Mienen der Spieler des 1. FC Kleve nach Abpfiff tief gen Rasen. Gegen Homberg zeigte die Akpinar-Elf eine bestechende Leistung, ehe der Klassenprimus per Aufholjagd in der Nachspielzeit zum dreifachen Punkterfolg ansetzte. Auch Baumberg schien den Rot-Blauen zuletzt wenig anhaben zu können, ein glückliches Tor und fehlender Schwanenstädter „Punch“ aber bescherte ihnen einen Sieg.

„Wir lechzen nach Punkten. Wir haben zwei Mal gut gespielt und nichts mitgenommen. Daher wollen wir gegen Essen unbedingt einen oder drei Punkte holen“, sagt FC-Trainer Umut Akpinar.

Es scheint also Zeit, den verdienten Lohn abzuholen. Und das an einem ganz besonderen Ort: dem Stadion am Uhlenkrug. Im Essener Stadtwald gelegen ist es die wohl berühmteste Spielstätte des westlichen Oberliga-Zirkus.

Knapp 10 000 Anhänger können dort Platz nehmen. Nicht, dass diese Kapazität nötig wäre; nur 200 Zuschauer besuchen die Heimspiele gegenwärtig im Durchschnitt.

Dabei erlebten die Balltreter hier auch ganz andere Zeiten, kurz nach dem zweiten Weltkrieg wurden vor Ort gar Spiele der Deutschen Fußballnationalmannschaft ausgetragen.

Doch es dürfte nicht weiter verwunderlich sein, dass bei Partien der Mannschaft von Manfred Wölpper in der vergangenen Zeit kein dichtes Gedränge vor dem Eingang herrschte. Der ETB nämlich kämpft akut gegen den Fall in die Landesliga. Aktuell stehen sie auf Rang 14, mit nur zwei Zählern Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. „Natürlich sind wir in einer schwierigen Situation, für uns zählt nur der Klassenverbleib“, sagt Wölpper, der schon seit drei Spielzeiten im Essener Süden an der Seitenlinie steht.

„Wir hätten in der vergangenen Woche einen riesigen Schritt machen können“, sagt er. Stattdessen sei er Zeuge einer „Blamage“ geworden. Auswärts beim Tabellenschlusslicht FSV Duisburg verlor sein Team mit 1:2. Wölpper aber weist auch daraufhin, dass seine Farben zuletzt stark von Ausfällen und Sperren betroffen gewesen seien.

Besserung fordert er nun gegen den Zehnten der Tabelle aus der Schwanenstadt: „Ein Sieg ist beinahe Pflicht. Für den Klassenerhalt brauchen wir fünf Siege aus den letzten zehn Spielen. Und wir sind eine heimstarke Mannschaft.“ Das ist kaum zu leugnen: 17 der bisher 27 gesammelten Punkte fuhr der Ruhrgebiets-Kultklub vor heimischem Publikum ein. Respekt aber hat Wölpper dennoch vor dem FC: „Sie sind sehr abgezockt und haben in ihren Reihen einige erfahrene Leute wie Nedzad Dragovic oder Fabio Forster. Als Aufsteiger spielen sie eine richtig gute Saison.“

Spannung also ist am Sonntag obligatorisch – beide Teams sollten unbedingt punkten. Der FC, um Abstiegssorgen final ad acta legen zu können, Essen, um Aufgebote wie Düsseldorf-West, Speldorf und Jahn Hiesfeld auf Abstand zu halten.

„Es wird sicherlich eine enges Spiel, das haben wir in der Hinrunde schon gesehen. Aber die Jungs sind gut vorbereitet“, sagt Umut Akpinar. Im Hinspiel stand nach 90 Minuten ein 1:1-Remis auf der Klever Anzeigetafel.

Die Personalsituation aber sorgt noch nicht für Entspannung am Bresserberg. Mike Terfloth, Konrad Kaczmarek und Abdullo Saidov sind weiterhin außen vor. Michel Wesendonk (Leistenprobleme) und Levon Kürkciyan (Lebensmittelvergiftung) standen ebenfalls noch nicht auf dem Trainingsplatz, ihr Einsatz ist offen.