Fußball-Oberliga: 1. FC Kleve gegen VfB Homberg

Fussball: Die Jagd auf den Tabellenführer

Fußball-Oberliga: 1. FC Kleve – VfB Homberg (So., 15 Uhr). Gäste aus Duisburg haben bislang alle Spiel gewonnen.

Umut Akpinar zeigt vor jedem bevorstehenden Gegner seiner Kicker höchste Anerkennung. Im Vorfeld warnt der Trainer des 1. FC Kleve wahlweise vor „guten“, „sehr guten“ oder gar vor „richtig guten“ Teams. Um einen solchen handelt es sich ohne Zweifel beim VfB Homberg, der am Sonntag als Tabellenführer in der Klever Getec-Arena vorspielen wird. „Die Qualität der Homberger zeigt sich deutlich an ihren Ergebnissen“, sagt der Übungsleiter, der ansonsten nur selten einen Blick auf die Tabelle riskiert.

Tatsächlich legten die Duisburger einen fulminanten Start mit sechs Siegen aus sechs Partien hin. Zu Beginn fegte man Jahn Hiesfeld mit 4:1 weg, zuletzt verteilte die Elf von Trainer Stefan Janßen vier Ohrfeigen an den FSV Duisburg, selber einstecken musste sie keine. Da wundert es nicht, dass Homberg mit 16 Toren die bisher beste Offensive stellt. „Ich ziehe meinen Hut davor, mit welcher Gier meine Mannschaft in jedes Spiel zieht“, sagt Janßen. Dennoch warnt der Trainer des Vorjahresdritten vor Selbstzufriedenheit: „Jeden Montag haben wir es bisher genossen, auf das Wochenende und die drei Punkte zurückzublicken. Wir wissen aber, dass da noch ganz andere Zeiten auf uns warten.“

Ein punktloses Wochenende wollen die Klever den Schwarz-Gelben nur allzu gerne bescheren, schließlich orientieren sich auch Spielführer Fabio Forster und seine Kollegen gen oberer Tabellenregion. „Eines steht fest: Wir sind auch eine gute Mannschaft“, sagt Akpinar. Eine Mannschaft, die in den vergangenen drei Begegnungen nicht verloren und gegen den VfB Speldorf sowie Union Nettetal doppelt wichtige Auswärtsdreier geholt hat. Spielerisch und läuferisch anspruchsvolle Darbietungen boten die Bresserberg-Balltreter, eingerahmt in ein schlüssiges Taktikkonzept ihres Trainers. Dabei aber krönen die Angriffsreihen des FC die eigenen Anstrengungen zu selten. So hätten beim 1:0-Sieg in Nettetal mindestens zwei Treffer folgen müssen.

  • Coach Stefan Janßen fährt mit dem
    Fussball : VfB Homberg spielt im Achtelfinale in Baumberg

Als Speerspitze der Problemlösung soll nun Yusuke Unoki fungieren. Der Japaner, erst seit knapp zwei Wochen in rot-blauen Farben, traf bereits in der Liga und im Pokal. „Wir brauchen von ihm keine Wunder zu erwarten. Aber er hat die Trainingseindrücke in den Spielen bestätigt, seine bisherige Quote passt“, sagt Akpinar. Für Unoki dürfte das Aufeinandertreffen ein besonderes werden, schließlich schnupperte er unter Janßen und beim VfB in der Spielzeit 16/17 erstmalig Oberliga-Luft. In der vergangenen Saison musste er dann verletzt passen, nun heuerte er in der Schwanenstadt an. Verzichten dürfte Akpinar auf seinen Neuling wohl kaum, denn die dünne Personaldecke bietet wenige Alternativen. Niklas Klein-Wiele, Ahmet Taner und Fatih Duran sind weiter außen vor. Pascal Hühner trainierte in dieser Woche noch immer nicht mit, Jan-Luca Geurtz zeigte sich bei vorsichtigem Lauftraining. Einzig Tim Haal dürfte auf den Rasen zurückkehren.

Doch selbst wenn der 1. FC nicht die beste Elf aufbieten kann, auf den zwölften Mann kann er sich immer verlassen. Die Zuschauer honorieren die bisherigen Leistungen der Erstvertretung nämlich mit herausragenden Besucherzahlen bei den Heimspielen. Bislang weist der 1. FC Kleve mit durchschnittlich 769 Zuschauern den höchsten Schnitt der Liga auf. Auch Trainer Akpinar registriert die vollen Ränge: „Das gibt uns ein tolles Gefühl auf dem Platz. Die Zahlen bestätigen unseren positiven Eindruck, das Interesse in der Stadt ist groß.“ Und zwar unabhängig davon, ob es sich um einen „guten“, „sehr guten“ oder „richtig guten“ Gegner handelt.