Fußball-Oberliga: 1. FC Kleve gegen 1. FC Bocholt.

Fußball : Noch völlig ohne Druck

Fußball-Oberliga: 1. FC Kleve empfängt den 1. FC Bocholt. FC-Trainer Umut Akpinar erwartet ein brisantes Spiel, sein Gegenüber nicht.

Bevor die unglückliche Niederlage gegen TuRU Düsseldorf vom Mittwochabend der Stimmung am Bresserberg einen Dämpfer verpassen könnte, schob FC-Trainer Umut Akpinar sofort ein: „Wir sind weiterhin voll in der Spur.“ Ein Doppelschlag innerhalb von zwei Minuten brachte die Rot-Blauen auswärts um Zählbares. Sportlich aber war die Leistung ansprechend, noch eindrucksvoller jedoch die Vorstellung des Klever Anhangs in der Landeshauptstadt. Knapp 100 Fans fanden den Weg an die Feuerbachstraße, waren akustisch den Heimfans deutlich überlegen und feierten die Elf trotz der Niederlage. „Diese Unterstützung tut uns sehr gut, wir können uns dafür gar nicht genug bedanken“, sagt Akpinar.

Dennoch dürfte auch er wissen, was den leidenschaftlichen Unterstützern wirklich wichtig ist: Ein Sieg im Lokalderby gegen den 1. FC Bocholt. „Das ist ein Prestigeduell, das in der Vergangenheit immer stark umkämpft war. Die Würze in der Partie ist offensichtlich“, meint Akpinar. Die letzten Aufeinandertreffen aber sind bereits einige Jahre her; zuletzt besiegte Kleve den Gast in der Landesliga-Saison 2012/13 mit 3:0 und 4:0. Ohnehin konnte Bocholt seit 2006 keinen Pflichtspielsieg mehr gegen die Schwanenstädter verbuchen. Daher stapelt auch Gäste-Trainer Manuel Jara tief: „Für mich gibt es keinen eindeutigen Favoriten. Kleve ist sehr gut aufgestellt und wird sich im eigenen Stadion gut präsentieren wollen.“ Gänzlich unbekannt sind sich die Teams dennoch nicht; in der vergangenen Spielzeit trennten sie sich im Testspiel während der Winterpause 2:2 – damals noch ein Achtungserfolg eines Landesligisten gegen einen Oberligisten. Den Liga-Auftakt gestalteten die Kicker von Jara aber überzeugend. Gegen den SC Düsseldorf-West (3:0) und den FSV Duisburg (2:1) siegten sie klar. Mit Blick auf den Rest der Saison zeigen die Schwarz-Weißen dennoch Demut: „Wir wollen möglichst mit dem Abstiegskampf nichts zu tun haben. Die Erfahrung aus dem vergangenen Jahr hat uns vielleicht auch abgehärtet. Wenn wir im Mai dann weiter oben stehen, können wir uns über andere Ziele Gedanken machen“, sagt Jara, der die Brisanz des Duells herunterspielt: „Mir sagt das weniger. Sicherlich werden mehr Zuschauer da sein, ich hoffe aber nicht auf Theater und übertriebene Emotionen.

 Nachdem Bocholt vor zwei Jahren den Aufstieg in die Regionalliga nur knapp verpasste, endete die Spielzeit 17/18 auf einem ernüchternden zehnten Rang. Nun folgte der Umbruch; der 1. FC verabschiedete zehn Spieler, darunter auch Stammpersonal wie Len Heinson oder Ismail Öztürk, neun Akteure heuerten im Gegenzug beim Klub an. Dass der Umbruch Erfolg hat, zeigten Jaras Balltreter zum Auftakt und schoben sich auf den zweiten Tabellenrang vor; eine Momentaufnahme, aber dennoch weiß auch Akpinar: „Bocholt wird uns alles abverlangen.“

Der Übungsleiter des Aufsteigers erhielt Mitte der Woche die schmerzhafte Nachricht, dass Torwart Ahmet Taner mit einem Kahnbeinbruch monatelang ausfällt. Abdullo Saidov dahingegen, der gegen TuRU mit einem Schwindelgefühl ausgewechselt werden musste, wird am Sonntag wieder auf dem Feld stehen. Niklas Klein-Wiele und Christian Emmers sind weiterhin außer Gefecht gesetzt. „Ich weiß, was die Jungs gegen Bocholt noch besser machen müssen. Wir müssen noch geduldiger sein und noch geordneter stehen, um Punkte zu holen“, sagt Akpinar. Dann werden die Fans nach dem Schlusspfiff erneut das Klever Urgestein und seine Spieler feiern. Eine Niederlage aber dürfte ihnen sehr bitter aufstoßen.

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