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Frederik Meurs startet beim Fußball-Oberligisten 1. FC Kleve durch

Fußball-Oberliga : Frederik Meurs startet beim 1. FC Kleve durch

Der 19-Jährige hat sich beim Oberligisten in den Fokus gespielt. Der flinke Außenverteidiger lernt schnell – auch aus Fehlern. An diesem Sonntag spielt er mit seinem Team beim 1. FC Mönchengladbach.

Frederik Meurs gehört seit diesem Sommer fest zum Kader des Fußball-Oberligisten 1. FC Kleve – und hinterlässt mächtig Eindruck. Dennoch bleibt der 19-Jährige bescheiden. „Für mich kam dieser Sprung überraschend. Die Qualität im Team ist extrem hoch und viele Spieler sind schon lange Zeit dabei. Ich bin unglaublich stolz, dass Umut Akpinar mir trotzdem so viele Spielminuten gibt“, sagt der linke Außenverteidiger. Vor der Saison war er von den Klever A-Junioren zu den Senioren gewechselt. In der vergangenen Woche absolvierte er das erste Liga-Spiel über 90 Minuten.

Frederik „Freddy“ Meurs gilt als äußerst flink, mit seinen Tempoläufen ist er auf dem ganzen Spielfeld unterwegs. Auch technisch überzeugt der 19-Jährige. Defizite gibt es noch im Zweikampfverhalten. Im Vergleich zu seinen Gegenspielern wirkt Frederik Meurs meist recht schmächtig. „Im Training ist die Härte und das Tempo ein ganz anderes als bei der Jugend. Daran musste ich mich anfangs auch erst einmal gewöhnen. Man muss jedes Mal seinen Schweinehund überwinden“, sagt der 19-Jährige.

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Schon als Achtjähriger war der Klever in die Jugend-Abteilung des Bundesligisten Borussia Mönchengladbach gewechselt. Die Verantwortlichen schulten ihn vom Angreifer zum Außenverteidiger um. Doch im Alter von 16 Jahren endete die Reise bei den „Fohlen“. „Das war damals eine nicht so schöne Phase in meinem Leben. Ich hatte den Entschluss gefasst, nie mehr Fußball spielen zu wollen. Rückblickend war das ein großer Fehler. Heute weiß ich, dass ich so lange wie möglich spielen will“, sagt Frederik Meurs.

So wechselte er als Jugendlicher zu den Rot-Blauen. Die Vereinsverantwortlichen erkannten sein Talent und förderten es gezielt. Im Sommer holte ihn Trainer Umut Akpinar ins Oberliga-Team.

Bereits beim Saisonauftakt gegen den 1. FC Bocholt wurde der Nachwuchsakteur eingewechselt, in den Wochen darauf folgten weitere Einsätze. „Die Kollegen geben mir die Rückmeldung, dass es ganz gut für mich läuft. Aber ich bin sehr selbstkritisch, weil ich niemanden enttäuschen mag. Ich will meine Technik noch weiter verbessern. Zudem muss meine Kondition perfekt sein, weil ich weite Wege gehen muss“, sagt Meurs.

Noch wichtiger aber sei eine andere Fähigkeit: Der 19-Jährige muss einen kühlen Kopf bewahren. „Ich will auf keinen Fall den Biss verlieren, aber manchmal muss ich noch abgeklärter sein“, sagt der Youngster. Schließlich erlebte er Mitte Oktober im Pokalspiel gegen den ESC Rellinghausen, das der 1. FC Kleve mit 2:1 gewann, einen schweren Rückschlag. Kurz vor dem Seitenwechsel war Meurs mit einer Roten Karte vom Platz gestellt worden. Er hatte sich zum Nachtreten verleiten lassen.

„Das hat mich mega geärgert. Nach dem Foul habe ich meine Teamkollegen in der Hoffnung angesehen, dass sie signalisieren, dass es doch nicht so schlimm war. Aber es war eine glasklare Rote Karte. So etwas darf nie wieder passieren, das muss ich abstellen. In der Jugend kann man das vielleicht nochmal hinnehmen. Aber in der fünfthöchsten Liga geht es einfach um zu viel“, sagt der 19-Jährige, der seine Ausbildung bei der Bundespolizei abgebrochen hat, vorerst bei einem Versand- und Werbeservice in der Kreisstadt arbeitet und später Physiotherapeut werden will.

Für zwei Partien war der 19-Jährige gesperrt worden, mittlerweile aber ist er wieder zurück. Am vergangenen Sonntag stand er gegen den 1. FC Monheim 90 Minuten auf dem Platz und überzeugte restlos. „Freddy macht seine Sache sehr gut. Wir sind froh, ihn zu haben. Dennoch gilt: Er muss lernen, lernen, lernen. Aber er ist sehr lernwillig und ehrgeizig, das passt also sehr gut“, sagt Trainer Umut Akpinar. Zu einem Sieg gegen den Tabellennachbarn reichte es dennoch nicht, die Klever unterlagen mit 0:1.

Am kommenden Sonntag, 15.30 Uhr, trifft seine Mannschaft dann auswärts auf den Tabellenachtzehnten 1. FC Mönchengladbach. In der vergangenen Saison hatten die Klever dort mühelos mit 5:0 gewonnen. „Das ist nun aber nicht mehr die Mannschaft aus dem letzten Jahr. Sie sind eigentlich nicht mehr zu vergleichen. Mittlerweile spielen sie besseren Fußball mit einer ganz anderen taktischen Ausrichtung“, sagt Umut Akpinar. Zuletzt hatte Stephan Houben als Trainer in Mönchengladbach übernommen. Der 50-Jährige war zuvor als Teammanager beim Regionalligisten SV Straelen aktiv.