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Frauenfußball: Kämpferherzen wollen in die Bundesliga

Sportpolitik : Kämpferherzen wollen in die Bundesliga

Der Sportliche Leiter Sven Rickes stellt im Sportausschuss die Pläne des Talentförderzentrums im Frauen- und Mädchenfußball vor. Politik und Verwaltung unterstützen das Projekt. Die Frage ist, wie schnell und vor allem wo es umgesetzt werden kann.

In der Sache besteht bei Verwaltung und Politik weiter selten geübte Einigkeit. Sie sind bereit, beim ehrgeizigen Projekt der Kämpferherzen, dem vom VfR Warbeyen und 1. FC Kleve gebildeten Talentförderzentrum im Frauen- und Mädchenfußball, gemeinsam in die Offensive zu gehen. Das wurde auch am Donnerstag im Sportausschuss deutlich. Die Frage ist nur, wann und vor allem wo der Ball jetzt so richtig ins Rollen kommt.

Sven Rickes, Sportlicher Leiter der Kämpferherzen, stellte das Projekt im Ausschuss ausführlich vor und setzte dabei beileibe nicht auf kontrollierte Defensive. Er nannte die Bundesliga als realistisches Ziel des Talentförderzentrums, das seit dem Beginn vor neun Jahren mit nur neun Spielerinnen einen rasanten Aufschwung genommen habe. „Es gibt ein enormes Wachstum was Quantität und Qualität betrifft“, sagte Rickes. Derzeit seien 150 Spielerinnen in sechs Mannschaften aktiv und würden von lizenzierten Übungsleitern betreut. Die Arbeit der Kämpferherzen sei bundesweit anerkannt. Jetzt seien die Anlagen, die zur Verfügung stünden, aber nicht mehr adäquat für leistungsorientierten Fußball. Man brauche mehr Platz, um den Aufwärtstrend fortzusetzen.

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Eines scheint dabei klar zu sein. Beim VfR Warbeyen wird die von den Kämpferherzen gewünschte Anlage mit drei Spielfeldern, acht Umkleidekabinen und mehreren Funktionsräumen, um noch leistungsorientierter arbeiten zu können, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht entstehen. Das Projekt sei dort, so Jürgen Rauer, Technischer Dezernent der Stadt Kleve, kaum umzusetzen. „Ich halte das Konzept der Kämpferherzen für unterstützungswürdig. Das große Problem wird nur der Ort sein. In Warbeyen ist laut dem gütigen Flächennutzungsplan nur ein Sportplatz vorgesehen“, sagte Rauer. Man könne prüfen, ob dies planungsrechtlich zu ändern sei. Doch das würde wenigstens ein Jahr dauern. Sven Rickes erklärte auf Nachfrage schließlich, dass sich die Kämpferherzen auch vorstellen könnten, dass das Projekt an zwei verschiedenen Orten in die Tat umgesetzt werde.

Die Zeit drängt allerdings, wenn aus bestimmten Fördertöpfen Zuschüsse für den Bau beantragt werden sollen. Eine hundertprozentige Förderung, so Bürgermeisterin Sonja Northing, würde es nur geben, wenn die Dinge bis Ende Oktober auf den Weg gebracht werden. 2021 wären es nur noch 90 Prozent. Sie habe deshalb überlegt, entsprechende Entscheidungen per Dringlichkeitsbeschluss oder bei einer außerordentlichen Sitzung des Rates zu fällen.

CDU-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Gebing wollte nicht so sehr aufs Tempo drücken, da schließlich am Sonntag erst einmal ein neuer Rat gewählt werde. Zumal auch noch nicht sicher ist, was wirklich alles bezuschusst werden kann. Jürgen Rauer sagte jedenfalls, dass nur der Bau des Vereinsheims und eines Sportplatzes in diesem Jahr zu hundert Prozent gefördert würden. Drei Spielfelder sollen es nach Wunsch der Kämpferherzen aber werden.

Die Verwaltung informierte im Ausschuss zudem über den neuesten Stand der Dinge beim Thema Sportentwicklungsplan. Die wichtigste Nachricht: Die Abbiegespur von der Landstraße auf den Parkplatz am Sportzentrum Oberstadt soll ab Oktober gebaut werden.

Über das von den Vereinen 1. FC Kleve, VfL Merkur Kleve und Klever TV Rot-Weiss entwickelte Konzept für die Entwicklung des Sportzentrums Bresserberg soll in der nächsten Sitzung des Sportausschusses gesprochen werden. Die Sicherung der Tribüne im Stadion lässt immer noch auf sich warten. Erste Arbeiten sollen aber bald erfolgen.