Fußball : "FC Kleve eine Chance geben"

RP-Umfrage bei den Nachbarvereinen der Rot-Blauen. Es wird Stadtspitze und Kommunalpolitikern empfohlen, die Angelegenheit zu überdenken.

Spätestens seit der bemerkenswerten öffentlichen Pressekonferenz des 1. FC Kleve im Golden Tulip Hotel Cleve erfährt der Klub breite Unterstützung in der Bevölkerung und bei namhaften Unternehmern.

Mehrere hundert Unterschriften wurden gesammelt, um Stadtspitze und Kommunalpolitiker davon zu überzeugen, sich der jüngsten Entwicklung nicht zu verschließen und dem Verein noch eine allerletzte Chance zu geben. Unsere Zeitung fragte gestern Vorsitzende benachbarter Klubs nach deren Meinung.

Stadt braucht Aushängeschild

Eddy Großkämper, Vorsitzender der aus Eintracht Schneppenbaum und SG Hasselt fusionierten SGE Bedburg-Hau 05, sagt: "Ganz klar: Die Stadt Kleve braucht ein Aushängeschild im Sport wie den 1. FC Kleve. Ich fände es mehr als traurig, wenn es nicht weitergeht. Ich drücke den FC-Verantwortlichen ganz fest die Daumen. Ich kann die Appelle an die Stadt sehr gut nachvollziehen. Wenn ich sehe, wie in anderen Städten der Sport von Verwaltung und Politik gefördert wird, dann würde ich mir wünschen, dass man auch in der Stadt Kleve die Kurve kriegt und sich der Verantwortung gegenüber dem sportlichen Aushängeschild bewusst wird. Eine Stadt wie Kleve braucht einen Sportverein wie den 1. FC Kleve und kann ihn sich auch leisten. Und damit meine ich nicht die Verschwendung von Steuergeldern."

Einen ganz wichtigen Aspekt unterstreicht Großkämper besonders: "Jeder, der sich mit kommunalpolitischen Spielregeln auskennt, sollte sich darüber im Klaren sein, sollte am Mittwoch der Ratsbeschluss (650000 Euro zurückzahlen) gefasst werden, helfen auch keine Gespräche am Donnerstag mehr. Dann ist dieser Beschluss von der Verwaltung auszuführen."

Wolfgang Graß ist 1. Vorsitzender des VfL Merkur Kleve, mit 1100 Mitgliedern größter Sportverein im Klever Stadtgebiet. Seine Meinung: "Das Stadion muss unbedingt fertiggestellt werden. Der 1. FC Kleve hat Konsequenzen gezogen und sich personell neu aufgestellt. Positiv ist, dass sich Lukas Verlage zur Verfügung gestellt hat. Ein tüchtiger, zuverlässiger Partner, auch für die Stadt Kleve. Meine persönliche Empfehlung ist, die Dinge neu zu durchdenken."

Denkpause nehmen

In diese Kerbe schlägt auch Theo Broekmans, 1. Vorsitzender der DJK Rhenania Kleve: "Ich plädiere dafür, sich eine kleine Denkpause zu nehmen. Die Zahlen sollten auf den Tisch gelegt und dann sollte eine positive Entscheidung für den Verein gefunden werden. Man sollte die positiven Ansätze würdigen. Ein fußballerisches Aushängeschild ist positiv für die Stadt und das wird auch von den kleineren Vereinen so gesehen."

Lothar Faaßen, 1. Vorsitzender des SV Donsbrüggen, sieht es ähnlich: "Ich würde dem 1. FC Kleve noch mal eine Chance geben, auch wenn es den Richtlinien widersprechen sollte. Lukas Verlage schlägt den richtigen Weg ein. Man sollte sich noch einmal gemeinsam an den Tisch setzen."

Mike Theissen, 1. Vorsitzender des SV Viktoria Goch, drückt dem 1. FC Kleve ebenfalls kräftig die Daumen.

"Die Risiken waren damals allen bekannt, sicher auch den Verantwortlichen bei der Stadt. Man muss jetzt versuchen, das Beste daraus zu machen. Es wäre schade für die hiesige Fußball-Region, wenn der Verein scheitern würde. Ich hoffe, dass alles gut geht."

Hier geht es zur Bilderstrecke: FC Kleve: Bilder von der Pressekonferenz

(RP)
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