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Fußball: FC erwartet schlagbares Spitzen-Team

Fußball : FC erwartet schlagbares Spitzen-Team

Fußball-Oberliga Niederrhein: 1. FC Kleve - SF Baumberg (Sonntag, 15 Uhr). Spielführer Fabio Forster sieht gegen den Tabellenzweiten eine "große Chance, das Spiel zu gewinnen". Trainer Akpinar aber muss personell improvisieren.

Eine Überraschung wäre es keinesfalls gewesen, wenn Übungsleiter Umut Akpinar in der vergangenen Trainingswoche vor allem als Psychologe seiner Kicker hätte auftreten müssen. Auswärts in Homberg setzte es die wohl bitterste Niederlage der diesjährigen Spielzeit: Nach 87 Minuten führten die Klever noch mit 2:0, ehe der Tabellenführer zu einer furiosen Aufholjagd ansetzte und die Partie noch in letzter Sekunde drehte. Der Cheftrainer aber widerspricht: „Ich musste überhaupt niemanden aufrichten. Die Trainingseinheiten waren sehr gut. Was bleibt, und das hat die Mannschaft auch sehr schnell so gesehen, ist, dass wir eine richtig starke Leistung auf den Platz gebracht haben.“ Spielführer Fabio Forster stimmt mit ein: „Nach dem 1:1-Unentschieden gegen Speldorf waren wir deutlich niedergeschlagener als im Anschluss an das Spiel gegen Homberg.“

Die Moral also stimmt weiterhin am Bresserberg. Nach der Begegnung gegen den Klassenprimus wartet nun der Vergleich mit dem ersten Verfolger der Duisburger. Insbesondere in der Offensive zeigten sich die Sportfreunde Baumberg bisher äußerst zielstrebig, schon 56 Tore stehen auf dem Konto. „Baumberg hat die besten Einzelspieler der gesamten Oberliga. Ich glaube, es gibt dort kaum einen Spieler, der noch nicht in der Regionalliga unterwegs war. Als Mannschaft ist Homberg wohl etwas besser, individuell aber ist Baumberg überragend“, sagt Forster.

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In der Rückrunde aber ist davon noch wenig zu sehen. Aus den letzten fünf Partien holte die Elf von Francisco Carrasco nur fünf Punkte, gegen die Abstiegskandidaten vom SC Düsseldorf-West und Jahn Hiesfeld verloren die Blau-Weißen gar. Auch beim 3:2-Erfolg in der vergangenen Woche gegen den FSV Duisburg überzeugte Baumberg nicht, erst in der 90. Minute kreierten die Sportfreunde den erlösenden Treffer. In der Hinserie avancierte die Begegnung bei strömenden Regen im Mega-Stadion zu einem Spektakel mit sieben Treffern, unzähligen Chancen und einem Platzverweis. Für die Torhüter und die Abwehrreihen war es kein Arbeitsnachweis nach Maß, die Offensiv-Abteilungen rannten auf beiden Seiten meist offene Türen ein. Gleich drei Mal führten die Hausherren; durch Sebastian van Brakel, Mike Terfloth und Levon Kürkciyan aber glich der Aufsteiger immer wieder aus. Nachdem Jan-Luca Geurtz des Feldes verwiesen worden war, brachte das Tor von Alon Abelski in Minute 88 die Entscheidung. Nun aber sagt Forster: „Ich sehe eine große Chance, dass wir das Spiel gewinnen. Auch die Partie gegen Homberg hat gezeigt, dass wir es wirklich jedem Team sehr schwer machen können. Mit der Ausnahme der 0:3-Niederlage gegen Ratingen waren wir immer mindestens auf Augenhöhe.“

Personell aber ist die Situation für den 1. FC Kleve nicht allzu rosig. Mike Terfloth, Abdullo Saidov und Konrad Kaczmarek fallen langfristig aus. Zudem muss Tim Haal am Wochenende seine Sperre absitzen. Wegen zweier vermeidbarer Foulspiele sah er gegen Homberg die Ampelkarte. Akpinars Improvisationstalent ist also gefragt. Die wahrscheinlichste Lösung der Verletztenmisere lautet: Michel Wesendonk rückt vom Sturm auf die rechte Halbposition im offensiven Mittelfeld. So könnte der Japaner Yusuke Unoki, Jan-Luca Geurtz oder Jannis Altgen neben Levon Kürkciyan in vorderster Front auflaufen. Das Trio erhielt zuletzt nur sporadisch Einsatzzeit. „Ich sage wie bisher auch: Lösungen finden wir schon.“