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Ersatzkeeper Andre Barth vom FC Kleve droht längere Sperre

Tumulte nach dem Spiel gegen den SV Sonsbeck : Andre Barth vom 1. FC Kleve droht ein Nachspiel

Nach der Niederlage des Fußball-Oberligisten ging es nicht nur heiß her, weil Gästefans Pyrotechnik abbrannten. Warum der Klever Ersatzkeeper jetzt mit einer langen Sperre rechnen muss.

Der Fußball-Oberligist 1. FC Kleve hat am Mittwochabend bei der 3:4-Niederlage gegen den Aufsteiger SV Sonsbeck eine dramatisch schwache Leistung gezeigt. Zur Pause lag das Team von Trainer Umut Akpinar bereits mit 0:3 zurück, auch im zweiten Durchgang wurde es lange nicht besser. Erst in der Schlussviertelstunde wachten die Rot-Blauen auf, doch für die Wende reichte es nicht mehr.

„Der Sieg des SV Sonsbeck geht absolut in Ordnung. Aber in erster Linie sind wir selbst dafür verantwortlich. Wenn man mit dieser Einstellung in ein Spiel geht, und das auch noch vor den eigenen Fans, dann hat man nicht einmal einen Punkt verdient. Obwohl wir in den Tagen zuvor immer wieder auf die Stärken des SV Sonsbeck hingewiesen hatten, waren wir von Anfang an nicht da“, sagte der Klever Trainer Umut Akpinar, der sich bei den Fans für die Vorstellung seines Teams entschuldigte. Seine Mannschaft war von Kontern der Gäste überrascht worden, defensiv stand sie bisweilen haarsträubend schlecht.

Nach dem Schlusspfiff ging es in der Eroglu-Arena heiß her. Der zu diesem Zeitpunkt bereits ausgewechselte Angreifer Danny Rankl lieferte sich an der Seitenlinie eine Auseinandersetzung mit dem Linienrichter, nachdem der Schiedsrichter dem 1. FC Kleve wenige Augenblicke vor Spielende einen Handelfmeter verweigert hatte. Für mehr Aufsehen aber sorgte Ersatzkeeper Andre Barth. Nach dem Abpfiff hatte er den Schiedsrichter für ein klärendes Gespräch aufgesucht. Der 34-Jährige sah dabei die Rote Karte, offenbar fielen unschöne Worte. Doch dann ging Andre Barth erst so richtig auf den Referee los. Es wirkte so, als wollte er den Schiedsrichter schlagen. Coach Umut Akpinar hatte alle Hände voll zu tun, um den Torwart zu beruhigen.

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Wie Christoph Thyssen, Vorsitzender des 1. FC Kleve, auf Anfrage unserer Redaktion mitteilte, wurde der Vorfall auch im Spielberichtsbogen notiert. Konkrete Erklärungen fehlen allerdings noch, der Verein wartet auf einen Sonderbericht des Unparteiischen. Als Geschädigter des Vorfalls wurde der Schiedsrichter hinterlegt, als Schädigender ein Klever Spieler. Damit dürfte Torwart Andre Barth gemeint sein, der im Sommer nach einem Jahr Sportpause an den Bresserberg zurückgekehrt war. „Ich gehe davon aus, dass da noch etwas kommen wird“, sagt Christoph Thyssen. Sollten sich die Geschehnisse bestätigen, droht Barth eine monatelange Sperre.

Entwarnung gibt es derweil bei Fabio Forster. Der Kapitän des 1. FC Kleve hatte in der 68. Minute wegen eines Fouls, bei dem er sich selbst verletzt hatte, die Gelb-Rote-Karte gesehen. Der 31-Jährige musste beim Gang vom Platz von Mitspielern gestützt werden. „Es ist nichts Ernstes. Ich kann auftreten. Zwar habe ich Schmerzen, aber es ist wohl nichts kaputt. Es dürfte eine starke Prellung am Mittelfuß sein. In der kommenden Woche werde ich wieder normal einsteigen“, sagte Fabio Forster. Dann ist auch seine Sperre wegen der Ampelkarte abgelaufen.

Die Fans des SV Sonsbeck, die in großer Anzahl und mit einem Sonderbus angereist waren, hatten nach dem Spielende rot-weiße Pyrotechnik abgebrannt. Stadionsprecher Stefan Schneiders bat umgehend darum, das zu unterlassen. Der Bitte kamen die Gäste allerdings erst nach, als die Bengalos abgefackelt waren. Dieser Vorfall fand nicht den Weg in den Spielberichtsbogen. Daher muss der SV Sonsbeck, der sich als Derbysieger feierte, wohl nicht mit einer Strafe rechnen.