Fußball : Endlich durchstarten

Nach einem hoffnungsvollen Start in seine Fußballkarriere wurde Bulut Aksoy durch schwere Verletzungen zurückgeworfen. Die Rheinische Post stellt den jungen Angreifer vor.

Bulut Aksoy ist Strafraumstürmer. Spieler seines Typs beherrschen nicht nur regelmäßig die Schlagzeilen der Fußballberichterstattung, sie entscheiden durch ihre Effektivität tatsächlich häufig über das Geschick ihrer Mannschaft. Strafraumstürmer sind gesucht.

Talent

Der Weg des in Duisburg geborenen Türken schien denn auch vorgezeichnet. Aksoy wechselte vom MSV in die B-Jugend von Borussia Mönchengladbach und wurde dort U18 Nationalspieler. Auch in der Türkei wurde man auf das junge Talent aufmerksam, Aksoy wurde für den erweiterten Kader der U20 nominiert. Um Spielpraxis im Seniorenbereich zu gewinnen, verpflichtete sich die neue Klever Nummer 11 nach einem halben Jahr in der Gladbacher Reserve bei Hessen Kassel, danach bei Borussia Wuppertal. Dort verletzte er sich vor knapp zwei Jahren.

Die vermeintliche Zerrung wurde längere Zeit herkömmlich behandelt, stellte sich dann aber als Muskelbündelriss heraus. Erst seit dem Dezember des vergangenen Jahres ist Aksoy wieder voll einsatzfähig, kam aber auch während seiner Zeit bei der SG Wattenscheid 09 nur zu wenigen Einsätzen.

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Gesundheit

Es kann daher nicht verwundern, dass der 21-jährige sich zu Beginn seiner Klever Zeit in erster Linie Gesundheit wünscht. "Mein Berater kennt Werner Buttgereit, ich kenne Georg Kreß aus meiner Wuppertaler Zeit, außerdem hat mir mein Onkel Tuncay Aksoy nur Gutes über Kleve erzählt", begründet er seinen schnellen Entschluss zum neuerlichen Vereinswechsel: "Die Bedingungen hier sind überragend, absolut professionell. Wuppertal spielt immerhin in der 3. Liga und kann eine derartige Betreuung nicht bieten. Mir gefällt die Begeisterung um das Team, wir haben hier bei jedem Training ein paar Zaungäste."

Zeichen gesetzt

Durch seine zwei Treffer im Testspiel gegen Lokomotive Leipzig hat Aksoy ein erstes Zeichen gesetzt. Seine wirkliche Stärke sieht er allerdings nicht nur im Torabschluss: "Bei meiner Körpergröße von 1,88 Metern kann ich Bälle ablegen, ich bin außerdem technisch stark und für manche überraschend schnell." Mit Blick auf die neue Saison äußert er sich zurückhaltend, aber entschlossen: "Wir nehmen mit, was kommt."

In der Fußballszene ist der Name der Klever Sturmhoffnung im übrigen noch durch einen beinahe tragischen Sportunfall in Erinnerung. In einem U19-Bundesligaspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und der SG Wattenscheid 09 prallte Aksoy mit dem gegnerischen Torhüter zusammen, zog sich schwere innere Verletzungen zu und musste auf der Intensivstation behandelt werden. "Wir sind beide zum Ball gegangen", wird Aksoy zitiert, "so etwas passiert im Fußball."

(RP)