Tennis : Eine Chronik zum Geburtstag

Die Klever Tennisvereinigung "Rot-Weiss" 1912 wird in diesem Jahr 100 Jahre alt. Zum Jubiläum haben Vereinsmitglieder ein Buch herausgebracht, das auf die lange Geschichte des Sportclubs zurückblickt. Die Autoren erinnern sich an eine mühsame und spannende Recherche.

Wie sie dazu gekommen sind, noch einmal ein große Chronik über ihren Verein zu schreiben, das wissen Heinz-Jürgen Querfurth und Günter Karl selber nicht so genau. "Das ist auf einer Generalversammlung zur Sprache gekommen. Irgendwie hat man uns dazu verdonnert", sagt Günter Karl und lacht. "Eigentlich wollte ich nichts derart Großes mehr machen", erinnert sich auch Heinz-Jürgen Querfurth.

Und dann haben sie es doch gemacht. Für den Verein — und auch ein bisschen für sich selbst. Und am Ende habe es beiden großen Spaß bereitet — das geben sie freimütig zu. Zusammen mit Helmut Grumke arbeiteten Karl und Querfurth unermüdlich an der Chronik für Rot-Weiss. Grumke konnte noch viele Ideen einfließen lassen, erlebte die Veröffentlichung allerdings nicht: er starb vor der Fertigstellung.

"Fast ein Jahr haben wir jede Möglichkeit genutzt, uns über die vergangenen 100 Jahre der Klever Tennisvereinigung zu informieren. Dazu gehört die Durchsicht des Vereinsregisters beim Gericht, in dem wir Eintragungen bis 1924 zurückverfolgen konnten, beim Stadtarchiv die Suche nach historischen Bildern und Aufzeichnungen, weiterhin frühere Vereinschroniken, aus denen wir Abschnitte in die aktuelle neue Chronik einfließen lassen konnten", schreiben die Autoren in ihrem Vorwort.

Dabei gab es manch überraschenden Fund: Etwa den eines Bildes im Klever Stadtarchiv, das die Frage nach Umkleidemöglichkeiten und Toiletten für die Plätze bei Haus Freudenberg klärt. Dorthin war man 1920 umgezogen. Das im Archiv gefundene Bild zeigt das Platzhaus, das sogar heute noch steht und, mittlerweile umgebaut, privat genutzt wird. Über 1000 Fotos aus dem Fundus von Vereinsmitglied Klaus Werner und Günter Karl haben sie durchsucht.

"So eine Chronik lebt ja auch von den Bildern und soll über sie zu den Texten führen", sagt Karl. Darauf legen sie Wert: Jedes Foto hat einen Bezug im Text. Über 500 Bilder hat Günter Karl eingescannt. Manche von ihnen hatten ihre Glanzzeit schon lange überschritten, mussten digital katalogisiert und bearbeitet werden. Um den Text hat sich Heinz-Jürgen Querfurt gekümmert.

"Ich habe versucht, alles hineinzubringen, das ich selber erlebt habe", erzählt er. Erfahrung im Chronikschreiben hat Querfurth — schließlich hat er schon an seiner eigenen Familienchronik gearbeitet. "Und solange du noch alles weißt, schreibst du es auch auf", erzählt er. Dabei habe er sich am Ende fast krankhaft in die jeweilige Zeit zurückversetzt.

Bereits bei der Buchpräsentation bei der 100-Jahr-Feier im Frühjahr hat es viel Lob für die Chronik gegeben. Günter Karl berichtet: "Manche, die das Buch bereits gelesen haben, sagen uns, dass sie es verschlungen haben, wie einen Krimi."

(lukra)
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