Tennis : Eine Ära geht zu Ende

Rinderner TC-Team wechselt nach 20 Jahren in die Herren 30.

(RP) 14 Jahre alt war Martin Verrieth, 15 Jahre Nils Looschelders, 18 Jahre Carsten Baumanns - damals noch Miefert-, als sie ihre erste Saison in der 1. Herrenmannschaft in der offenen Klasse beim Rinderner TC spielten, das war 1999. Da holte Steffi Graf in Roland Garros ihren letzten Grand-Slam-Titel in einem sagenhaften Endspiel gegen Martina Hingis. Im Gegensatz zu dem vollkommen zermürbenden Rhythmus eines Profispielers bietet einem die Medensaison auf Kreis- und Bezirksniveau die Möglichkeit sich ca. 10 Monate zu regenerieren. Dies mag, neben vielen schöneren, einer der Gründe gewesen sein, warum die Drei 20 Jahre zusammen in der offenen Klasse spielten und unvergessliche Momente erleben durften: 2007 gelang, mittlerweile ergänzt durch die jüngeren Spieler Roman Flaig und Thomas Holtermann, der erstmalige Aufstieg in der Vereinsgeschichte in die Bezirksklasse B, in einem dramatischen Aufstiegsspiel bei Rot-Weiß-Kleve. Gegner waren da unter anderem Mark Reimer und Tim Akkerman. Die beiden fanden die Mannschaft anscheinend so interessant, dass sie in der kommenden Saison im Jahr 2008 prompt dazustießen.

Am sportlichen Können alleine wird es sicherlich nicht gelegen haben, sondern auch an einer – nun ja, formuliert man es mal vorsichtig - besonderen Form der Geselligkeit im Team. Seit dem Jahr 2008 bilden diese sieben Spieler den festen Stamm der offenen Herren in Rindern, mal abgesehen von einer zeitweiligen Verirrung der Nr.1, Roman Flaig, nach Aachen. Diese Verirrung führte – auch wenn hier eigentlich gar keine Kausalität bestehen kann – zum Aufstieg der 1. Herren in die BKA im Jahr 2013.

Den Nimbus der Unabsteigbarkeit wahrte man anschließend sechs Jahre, teilweise in dramatischen Nichtabstiegsspielen am letzten Spieltag, wie zum Beispiel im vergangenen Jahr gegen Rot-Weiß-Emmerich, als man bei einem 3:3 nach den Einzeln alle drei Doppel gewinnen konnte. Apropos gewonnene Doppel: Doppel sind sicherlich eine besondere Stärke der Mannschaft, neben einer doch tendenziell vorhandenen Match-Tie-Break-Schwäche, Thomas Holtermann ausgenommen. Ersteres ist neben einem besonderen Teamgeist sicherlich auch dem Trainer Hermann Hendriksen zu verdanken, der im Gegensatz zu vielen anderen Trainern das Volley- und Doppelspielen noch fest im Repertoire hat. Vielleicht bot die letzte Saison in diesem Jahr deswegen noch mal mit einer besonderen Neuigkeit auf: Am ersten Spieltag lag man beim TC Kalkar nach den Einzeln mit 2:4 hinten und hatte an den ersten drei Positionen alle Einzel verloren. Trotzdem brachte man in den Doppeln das Kunststück fertig, alle drei zu gewinnen und damit einen wichtigen Grundstein für den Klassenerhalt dieses Jahr zu legen. Anschließend gelangen neben zwei Niederlagen noch drei weitere Siege und die alteingeschworene Truppe schaffte im letzten Jahr mit dem 3. Platz in der BKA das beste Resultat der Vereinsgeschichte in der offenen Klasse.

Wie man der Geschichte der Mannschaft entnehmen kann, wird sich die Mannschaft nicht auflösen, sondern man passt sich seinem Körper an und wird im kommenden Jahr in den Herren 30 spielen, mit mittlerweile 38 Jahren haben dies manche auch verdient.