Fußball: Ein Zähler für die Moral

Fußball: Ein Zähler für die Moral

Ein Achtungserfolg gelang der Gocher Viktoria mit einem verdienten 0:0 beim Starensemble des KFC Uerdingen. Während die Krefelder enttäuschten, verpasste Yüksel Kilic in der Nachspielzeit einen möglichen Gocher Sieg.

Im Vorfeld der Partie wurde im Umfeld des Ex-Bundesligisten KFC Uerdingen nur über die Höhe des Sieges gegen die im Abstiegskampf stehende Gocher Viktoria diskutiert – am Ende der Partie durften die Gastgeber froh sein, dass sie zumindest einen Zähler in der Grotenburg behalten durften. Um ein Haar hätte es eine Duplizität der Ereignisse zum Duell der Vorsaison gegeben, als der eingewechselte Yüksel Kilic kurz vor dem Ende zum 1:0-Erfolg der Gocher getroffen hatte: In der fünften Minute der Nachspielzeit tauchte Kilic frei vor Kockel auf, doch dieses Mal rettete der Krefelder Keeper das 0:0. "Wir haben den Kampf von der ersten Minute angenommen und uns mit Geschick und sehr guter Laufbereitschaft das 0:0 erarbeitet", war Viktoria-Trainer Thomas von Kuczkowski dennoch stolz auf seine Truppe.

Uerdingen uninspiriert

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Von Kuczkowski hatte gleich drei defensive Mittelfeldspieler in der Zentrale aufgeboten, Matthias Pfände lauerte als einzige Spitze. Diese Taktik sollte gegen uninspirierte Gastgeber aufgehen. Angesichts der schwachen Leistung des KFC stellte sich fast die Frage, ob so große Vorsicht überhaupt zwingende Notwendigkeit besessen hätte. Aus disziplinierter defensiver Grundordnung waren es zunächst sogar die Gocher, die gefährlich wurden. Pfände scheiterte per Kopf an Kockel (10.). Nach stümperhaften Ballverlust von Geiger zischte Stefan Osmans Flachschuss nur knapp vorbei (12.). Uerdingen wachte erst spät auf. Tekkan setzte mit einem strammen Schuss an den Innenpfosten ein erstes Offensivzeichen (27.). Ansonsten war wenig von den Gastgebern zu sehen. Ailton tauchte lediglich kurz auf der VIP-Tribüne auf. Und als selbiger vermutlich schon beim Pausengebäck war, wurde es noch mal brenzlig im Gocher Strafraum. Zwei Großchancen für Banushi innerhalb von sechzig Sekunden verhinderten das drohende gellende Pfeifkonzert der Fans. Poli Minas war in höchster Not zur Stelle (45.). Auch Banushis Kopfball kurz nach dem Wechsel entschärfte erneut der starke Gocher Keeper (53.). Gochs Offensivaktionen wurden dem Aufwand geschuldet in Durchgang Zwei seltener, das 0:1 war trotzdem nah. Andreas Schulz´ Knaller klatschte an den Pfosten (57.). Uerdingen besaß nun zwar klare Feldvorteile, tat sich aber auf arg ramponiertem Rasen schwer und offenbarte jede Menge Unzulänglichkeiten. So rannten sich Banushi und Rexhep bei der letzten Großchance der Gastgeber schlichtweg über den Haufen (73.). Gefahr ging einzig von Banushi aus, für den das Spiel und wohl auch die Saison in der 80. Minute aber ein Ende fand. Übermotiviert traf sein Schussbein auf die Hüfte von Sebastian Schulte-Kellinghaus. Bei der Aktion zog sich der Angreifer wohl einen Schienbeinbruch zu. Damit dürften die Hoffnungen in Krefeld wieder mehr auf Ailton ruhen.

(RP)