Fußball: Ein "Schweinespiel" mit Roten Karten

Fußball : Ein "Schweinespiel" mit Roten Karten

Fußball-Landesliga: Durch den 2:0-Heimsieg gegen RSV Praest und die gleichzeitige 0:2-Niederlage des PSV Wesel gegen Viktoria Goch konnten die Rot-Weißen den Abstand zum Tabellenführer auf vier Punkte verkürzen

Kleves Trainer Thomas von Kuczkowski sprach gestern nach dem Schlusspfiff des Landesliga-Lokalderbys gegen den RSV Praest von einem "Schweinespiel" und unterstrich damit, dass sich die Rot-Blauen lange Zeit gegen die in der Defensive dicht gestaffelten Rechtsrheinischen schwergetan hatten. Obendrein hatte er auch noch die Gocher Schützenhilfe in Wesel beim Tabellenführer PSV vorhergesagt. "Ich habe vorher mit Viktorias Co-Trainer Bergmann gesprochen und ihm den Sieg prophezeit", frohlockte der gut gelaunte FC-Coach.

Nach den überzeugenden Auftritten im Derby gegen Goch und in Duisburg (jeweils 3:1-Siege) war schon im Vorfeld zu erwarten gewesen, dass die Partie gegen den Liga-Neuling kein Spaziergang werden würde. Kleve bewies angesichts der stabil postierten Praester Hintermannschaft viel Geduld und ließ den Ball in den eigenen Reihen kreisen in der Hoffnung, die entscheidende Lücke zu finden. Vor der Pause prüften die Gäste Kleves Schlussmann nur einmal.

Poli Minas faustete das Leder nach einem 30-Meter-Schuss von Patrick Gottschling über die Latte (18.). Die FC-Führung entsprang einer schönen Kombination. Niklas Klein-Wiele hatte Pascal Hühner im RSV-Strafraum bedient, der schnelle Klever Offensivakteur mit gutem Auge den acht Meter vor dem Kasten postierten Murat Dogu gesehen. Dieser ließ sich nicht lange bitten und verwertete die Vorlage zum Klever 1:0 (28.).

Direkt nach dem Anstoß gab es eine Schrecksekunde für die Platzherren, als Sezgin Barans Flachschuss das Ziel nur knapp verfehlte. Beinahe hätte Murat Dogu auch noch einen zweiten Treffer erzielt. Bei einem FC-Konter hätte er wohl früher abschließen müssen. So landete der Schuss aus spitzem Winkel in den Armen des Praester Keepers Simon Sieglar (39.).

Der frühere FC-Trainer Sebastian Kaul, als Innenverteidiger gestartet, rückte später nach einer Verletzung ins Sturmzentrum vor, musste jedoch nach der Pause humpelnd ausgewechselt werden (57.). In den letzten gut 20 Minuten kam Stimmung auf in der Volksbank-Arena. Kevin Bodden hatte auf den eingewechselten Lukas Nabbefeld weitergeleitet,. der von Michael Szczepinski im Strafraum zu Boden gerisswen wurde. Schiedsrichter Schneider, der sich wegen kaum nachvollziehbarer Entscheidungen öfters den Unmut der Zuschauer zuzog, lag diesmal richtig: Foulelfmeter und Rote Karte gegen Szczepinski.

Fabio Forster verwandelte den Strafstoß zum 2:0-Endstand (69.). Baran verpasste den Anschlusstreffer freistehend vor Poli Minas. Der Ball flog am FC-Schlussmann und am Tor vorbei (78.). Das "Nichttor des Monats" konnte Markus Staar für sich verbuchen, der aus drei Metern den leeren Kasten verpasste - unfassbar! (80.). Für ungläubiges Staunen sorgte Schiri Schneider, als er Justin Ising nach einem höchstens gelbwürdigen Foul an Patrick Braun die Rot Karte vor die Nase hielt. Selbst Kleves Trainer von Kuczkowski befand anschließend: "Dieser Platzverweis war ein großer Witz."

(RP)
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