Fußball: Ein Kleve-Trikot für den Bürgermeister

Fußball : Ein Kleve-Trikot für den Bürgermeister

Kleve oder Essen - das ist die Frage

„Über 90 Minuten haben wir dem 1. FC Kleve einen großen Kampf geboten. Wir sind nicht aufgetreten wie ein Absteiger. Man darf nie aufgeben. Wir werden nicht resignieren.“

Arie van Lent

(HeVe) „Ich bin sehr erleichtert. Jetzt werde ich wohl drei, vier Falten mehr im Gesicht haben und noch weniger Haare. Die einzige Antwort war ein Sieg. Wir haben nicht gut gespielt, die Tore aber im richtigen Moment geschossen. Wir haben drei Punkte. Jetzt heißt es Mund abputzen.“

Heinrich Losing

(HeVe) Das Wichtigste war heute der Sieg. Wir haben oft besser gespielt, aber verloren. Selbstvertrauen müssen wir uns erarbeiten. Wir haben nicht viele Chancen der Speldorfer zugelassen.

„Die Sache wurde intern geregelt und besprochen, wir wissen jetzt, wie wir eine solche Situation das nächste Mal handhaben müssen - wobei wir natürlich hoffen, dass es kein nächstes Mal gibt“, erklärte Mark Zeh zu dem Trainingsboykott der Spieler des 1. FC Kleve . „Wichtig ist jetzt vor allem, dass wir uns auf das Spielerische konzentrieren.“

Der Mittelfeld-Akteur der Rot-Blauen nahm am Samstagmittag zusammen mit dem 1. Vorsitzenden des Vereins Uwe-Dönisch Seidel, Trainer Arie van Lent und Bürgermeister Theo Brauer an der Talkrunde im Rahmen der Rhein-Maas-Ausstellung teil, moderiert von RP-Redakteur Helmut Vehreschild. Thema Nummer 1: Der Spieler-Streik letzte Woche, bei dem die Kicker des 1. FC das Training boykottierten, weil sie ihre Gehälter nicht pünktlich erhalten hatten. Das Geld ist mittlerweile überwiesen. Vorsitzender Dönisch-Seidel sagte im Gespräch zu dem Vorfall: „Wir sind eine junge Truppe, die manchmal noch nicht ganz fehlerfrei funktioniert. Ich glaube dennoch, dass wir hier einen sehr guten Job machen.“

„Der Einsatzwille stimmt“

Thema Nummer 2: Der sportliche Aspekt. Spielervertreter Mark Zeh betonte im Talk mit Helmut Vehreschild, dass die Stimmung und auch der Einsatzwille in der Mannschaft trotz Niederlagen in den letzten Wochen stimmen: „Ich finde, dass wir viel besser spielen, als wir im Moment nach außen dargestellt werden.“ Auch der Vorsitzende versicherte, dass die Mannschaft trotz Fall auf Platz 5 keinesfalls den Kampfeswillen verloren hat. Trainer Arie van Lent sagte im Bezug auf die RP-Umfrage – wonach nur noch 15 % an einen Aufstieg der Blau-Roten in die Regionalliga glauben: „Ich bin jetzt schon eine Weile in Kleve Trainer. Wenn wir die nächsten Spiele gewinnen, glauben wieder alle an den Aufstieg.“ Bürgermeister Theo Brauer, der am Samstag seinen Geburtstag feierte, lobte die Leistung der Rot-Blauen in der laufenden Saison: „Auch wenn sie am Ende nicht aufsteigen, ich finde, dass die Mannschaft diese Saison viel geleistet hat. Man sollte nicht immer mehr wollen, als man erreichen kann.“ Von den FC-Vertretern gab es für das Geburtstagskind ein signiertes Trikot der Mannschaft.

Nach den Turbulenzen der vergangenen Tage war der gestrige 2:0-Heimerfolg des 1. FC Kleve eminent wichtig. Natürlich bekleckerten sich die Rot-Blauen nicht gerade mit Ruhm. 25 Minuten brauchbarer Fußball sind für einen Aufstiegs-Aspiranten einfach zu wenig. Andererseits: Hätten van Lents Kicker gestern nicht gewonnen, wäre das Geschrei groß gewesen, der Aufstieg wohl abgehakt worden. Die aktuelle Situation gestaltet sich für die ambitionierten Klever indes wieder freundlicher. Es kristallisiert sich immer mehr heraus, dass es in den kommenden sieben Spielen zu einem Zweikampf um den begehrten vierten Regionalliga-Platz zwischen ETB SW Essen und den Bresserberg-Balltretern kommen wird. Leverkusen und Mönchnegladbach sind so gut wie durch, Kölns junge Reserve hat noch reichlich Potenzial. Da Velbert weiter schwächelt, ist Essen der Mitbewerber um den Aufstieg. So könnte es am vorletzten Spieltag im Ruhrpott beim direkten Aufeinandertreffen der beiden Rivalen zum Showdown kommen. Bis dahin müssen die Rot-Blauen sich aber spielerisch steigern und weiter fleißig punkten. Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich bereits am kommenden Mittwoch, wenn Fortuna Düsseldorf II um 19.30 Uhr in der Volksbank-Arena gastiert. Mit der Leistung von gestern wird es allerdings nicht reichen.

(RP)