Fußball : Ein Klassiker zum Neuanfang

Der 1. FC Kleve empfängt am morgigen Freitag die Gocher Viktoria zum Landesliga-Derby. Anpfiff in der Volksbank-Arena ist um 19.30 Uhr. Für FC-Trainer Sebastian Kaul zählen nur ein Sieg und viele Zuschauer. Es ist der Auftakt in das nächste Kapitel der Vereinsgeschichte.

Morgen wird um 19.30 Uhr in der Volksbank-Arena das Derby zwischen dem 1. FC Kleve und dem Gast Viktoria Goch angepfiffen. Es wird der Start in das nächste Kapitel der bislang vor allem selten langweiligen Vereinsgeschichte des Clubs sein. Jetzt ist man wieder dort angekommen, wo man nach der Fusion gestartet war — in der Landesliga. Die Abenteuer durch die Top-Amateurligen der Republik, teilweise bedingt durch ein Nebeneinander aus Größenwahn und Unvermögen, hat der Verein teuer bezahlt. Das Insolvenzverfahren läuft — nicht wenige Klever sehnen sich danach, dass es endlich wieder in erster Linie um Fußball geht.

Volle Punktzahl

FC-Trainer Sebastian Kaul baut darauf, dass sich trotz des bescheidenen Auftakts in Moers zahlreiche Freunde des Amateurfußballs den Neustart des 1. FC in Kleve anschauen: "Ich hoffe auf Neugierige. Denn, was uns in Moers passiert ist, wird so nicht wieder vorkommen." Für Kaul zählt im Derby nur die volle Punktzahl. Dabei helfen können Freitag auch Eric Schulz und Christian Giersch, die beide wieder zum Kader stoßen. Viktoria Goch sieht Kaul als ein Team auf Augenhöhe an. "Goch wird sich bei uns nicht verstecken", erwartet Kaul eine offene Partie. Großartige Überraschungen, was den Gegner betrifft, sollte es für den FC-Trainer nicht geben: "Die meisten Gocher kenne ich, den Rest unser sportlicher Leiter Thomas von Kuczkowski." Für Kaul ist es eine besondere Partie: Zum einen weil es gegen Viktoria geht, zum anderen da es das erste Heimspiel der Saison ist. Das Besondere für Mitglieder und Fans ist, dass überhaupt noch gespielt wird.

Auch wenn die Gocher Viktoria dem 1. FC Kleve sicher gern mindestens eine Liga höher begegnet wäre, so ist die Vorfreude auf das Derby mit dem Lokalrivalen bei den Weberstädtern groß. Zumal man sich keineswegs als bloßer Punktelieferant sieht. "Die Klever haben schon eine gute Mannschaft. Das Ergebnis auf dem Kunstrasen in Moers will ich nicht überbewerten. Aber die Jungs sind heiß auf die Partie und wir wollen uns die gegen Duisburg verlorenen Punkte zurückholen", erklärt Viktoria-Trainer Manfred Tebeck kämpferisch. Die ausgerechnet zum Saisonstart angespannte Personalsituation hat sich rechtzeitig zum Derby aufgehellt. Tim Janz und Michel Wesendonk stehen wieder im Training und auch Rene Hartung steht kurz vor dem Sprung zurück in den Kader, so dass Tebeck aus dem Vollen schöpfen kann. Insbesondere von der Rückkehr von Tim Janz als Organisator im defensiven Mittelfeld verspricht sich der Gocher Coach einiges. Gerade viele kleine Unzulänglichkeiten im Spielaufbau waren gegen den FSV Duisburg das Hauptmanko, welches einem möglichen Auftaktsieg im Wege stand. Mit selbigem hätte sich noch beruhigter an den Bresserberg fahren lassen. Doch kaum etwas dürfte den Gochern besser schmecken, als der erste Saisonsieg beim Erzrivalen. "Im Derby ist alles möglich. Wir fahren nach Kleve, um dort zu gewinnen", formuliert Tebeck.

(RP/jt)