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Leichtathletik: Ein ganzes Dorf auf den Beinen

Leichtathletik : Ein ganzes Dorf auf den Beinen

988 Athleten waren beim 14. Golddorflauf in Winnekendonk am Start. Über die 5000-Meter-Strecke machen zwei Niederländer den Sieg unter sich aus. Auf der doppelten Distanz triumphiert Tim Schüttrigkeit vor Heinz van Dongen.

Wenn's einmal läuft, dann läuft's. Die 14. Ausgabe des Winnekendonker Golddorflaufs ist mal wieder, wie sollte es auch anders sein, bestens über die Bühne gegangen. Und diese Bühne bestand nicht aus einer Laufbahn, sondern aus einem gesamten Dorf. Am Samstag hatte man beinahe das Gefühl, alle 4300 Einwohner seien auf den Beinen. Die einen auf, die anderen an der Strecke.

Naja, das wäre vielleicht etwas zu viel des Guten, aber das, was der Lauftreff der Viktoria Winnekendonk wieder auf die Beine gestellt hat, ist in den hiesigen Gefilden schon fast einzigartig. Und genau das spiegelte sich erneut in der Teilnehmerzahl wider. Nach 832 Voranmeldungen meldeten sich noch 156 Athleten am Veranstaltungstag nach. 988 Sportler machten mit. "Mit der Teilnehmerzahl sind wir vollauf zufrieden", sagte dann auch Andrea Schlossarek, die mit Maria Hendricks die Organisation managte. Ein ganzes Heer an Helfern stand den beiden zur Seite.

"Das kann ja nur heißen: Nächstes Jahr wieder. Uns freut es, dass wieder viele Familien gekommen sind. Und auffällig ist, dass diesmal viele Holländer am Start sind", sagte Schlossarek. "Wir leisten auch Akkordarbeit", unterbrach Heinz Aben, Chef im Cafeteria-Zelt. Kein Wunder, bei so vielen Zuschauern auf dem alten Sportplatz an der Kevelaerer Straße, der das Zentrum des Spektakels mit Start-und Zielbereich, Massage-Zelt, Infoständen, Grillstand und Spielzone bildete. Den Anfang machten am frühen Nachmittag die Walker. Danach war der Läufernachwuchs an der Reihe. Besonders freute Schlossarek, dass die Ausrichtung des Schülercups wieder auf eine gute Resonanz stieß. Das führte parallel dazu, dass nicht nur die jungen Läufer auf die Strecke gingen, sondern auch Eltern, Verwandte und Freunde nach Winnekendonk kamen, um für ordentlich Stimmung zu sorgen.

Selbst als die Schülerläufe schon vorüber waren, blieben viele Familien und mischten sich unter die Winnekendonker Bürger, die sich direkt vor ihren Wohnhäusern postiert hatten, und den Athleten zuprosteten. Auch Tim Schüttrigkeit, der jüngst von der LG Alpen zum VfL Repelen gewechselt ist, wird die Stimmung aufgesogen haben.

Er sorgte beim 10.000-Meter-Hauptlauf für einen glatten Start-Ziel-Sieg. Genau 33:47 Minuten hatte er dafür gebraucht. "Hinten raus war es aber doch hart. Ich habe nach meinem Start beim Halbmarathon in Barcelona Ende Februar nicht mehr wirklich trainiert. Ich war einfach zu müde. Erst vor einigen Tagen habe ich wieder angefangen", sagte der Sieger.

Von einem Trainingsrückstand war bei Schüttrigkeit dann aber nichts mehr zu sehen. Bereits nach der ersten Runde lag er weit in Front, dahinter reihten sich zunächst Heinz van Dongen (TSV Weeze) und Florian Falkenthal (LV Marathon Kleve) ein. Heinz van Dongen, der in diesem Jahr scheinbar bei jedem Lauf auf dem Treppchen zu landen scheint, belegte Rang zwei nach 34:35 Minuten. Doch wer würde Platz drei belegen? Moderator Ferdi van Heukelum war sich da nicht sicher, als Falkenthal auf die Zielgerade einbog.

Denn Björn Temmler (AS Neukirchen-Vluyn) war ihm dicht auf den Fersen. Beide lieferten sich einen packenden Schlussspurt, mit dem besseren Ende für Temmler, der genau eine Sekunde vor Falkenthal in 35:06 Minuten ins Ziel kam. Auch Annika van Hüüt (LG Alpen) konnte ihre Kontrahentin Nina Pellens (SV Straelen), die anfangs führte, überholen und gewann in 41:11 Minuten die Frauenwertung. Den 5000-Meter-Lauf, der zuvor mit 278 Teilnehmern stattgefunden hatte, gewannen zwei Niederländer.

Gesamtplatz eins holte sich Rens Simons (Venloop Running Team, 16:53 Minuten) vor Mindaugas Minevicius (Bataver Lauftreff Emmerich, 17:18) und Simon Elkenhans (17:31).

Schnellste Frau war die Niederländerin Sophie Dielissen (Venloop Running Team, 17:45), die damit einen neuen Streckenrekord in der Frauenwertung aufstellte. Die neue Bestzeit sowie alle weiteren Ergebnisse und Platzierungen wurden dann gemeinsam im Rahmen der legendären Abschlussparty gefeiert, bei der man die Flüssigkeit wieder aufnehmen konnte, die man zuvor auf der Strecke ausgeschwitzt hatte. "Mittlerweile ist das Ganze zu einem Dorffest geworden", schwärmte Schlossarek. Also dann, bis nächstes Jahr.

(RP)