Fußball : Drei Patzer kosteten den Sieg

Der 1. FC Kleve kommt trotz dreimaliger Führung beim VfB Hüls über ein 3:3 nicht hinaus. Klimczok, Sowislo und Koep treffen für die Rot-Blauen.

Auf der Sportanlage Badeweiher in Marl lief bereits die zweite Minute der Nachspielzeit, als den mitgereisten Anhängern des 1. FC Kleve und wohl auch der kompletten rot-blauen Crew für einen Moment der Atem stockte.

Beim Spielstand von 3:3 traf Tomaschewski nur den Pfosten, wenig später pfiff der ausgezeichnete Unparteiische Felix Schmitz aus Xanten eine Partie ab, die symptomatisch war für die Achterbahnfahrt des 1. FC Kleve in den vergangenen Wochen.

Dreimal lagen die Schützlinge von Trainer Georg Kreß beim VfB Hüls in Führung, dreimal nutzten die Platzherren individuelle Fehler von Torwart Sascha Horsmann, der zweimal nicht im Bilde war, und Marek Klimczok zum Ausgleich. "Mit etwas mehr Cleverness hätten wir hier mehr erreichen können", ärgerte sich anschließend der FC-Coach. Und FC-Kapitän Umut Akpinar meinte: "Wir haben hier zwei Punkte liegen gelassen."

FC-Stürmer Benedikt Koep hätte es schon in der Anfangsphase klingeln lassen können, doch nach seinem Sololauf scheiterte er am Hülser Schlussmann Niclas Schmidt (9.). Nach einer halben Stunde war es der VfB-Keeper, der bei der Klever Führung Pate stand. Eine Koep-Flanke boxte Schmidt genau auf den Kopf von Marek Klimczok, der aus 12 Metern traf.

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Die Freude im Klever Lager währte indes nicht lange. FC-Torwart Sascha Horsmann stürmte aus seinem Kasten bis zur Strafraumgrenze, konnte die Flanke nicht verhindern, die VfB-Torjäger Tim Dosedal zum 1:1 aus Nahdistanz verwertete (33.). Kleve zeigte sich unbeeindruckt und kam zur 2:1-Pausenführung. Roemgens Pass erreichte Sowislo, der durchstartete, Torwart Schmidt umkurvte und zum 2:1 traf (42.).

Nach einer guten Stunde lag die endgültige Entscheidung zu Gunsten der Klever in der Luft. Hüls präsentierte sich hinten offen wie ein Scheunentor, doch die Rot-Blauen nahmen die Einladung zum Toreschießen nicht an. Der eingewechselte Dehnen köpfte freistehend über den Kasten (58.), Koep zielte nebens Tor (59.). Das sollte sich rächen. Stondziks Flanke erreichte Krawietz, dessen Kopfball zum 2:2 im Netz zappelte.

Auch hier machte Horsmann eine unglückliche Figurg (62.). Der dritte Streich der Gäste ließ nicht lange auf sich warten. Eine Klimczok-Ecke wurde lang und länger, Koep touchierte quasi auf der Torlinie das Leder zum 3:2 für seine Farben (68.). Hüls steckte nicht auf, doch zunächst stand Krawietz die Lattenunterkante im Weg (71.). Ausgerechnet Marek Klimczok leistete sich am eigenen Strafraum einen völlig unnötigen Ballverlust. "Phantom" Dosedal bedankte sich mit seinem zehnten Saisontreffer zum 3:3-Endstand (79.).

"Das waren schon dumme Gegentore", sagte später Patrick Braun, "am Ende haben wir sogar noch Glück, dass wir nicht verlieren."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Kader 1. FC Kleve, NRW-Liga 2009/2010

(RP)