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Fußball: Direkten Aufstieg schon viel eher verspielt

Fußball : Direkten Aufstieg schon viel eher verspielt

Fußball-Landesliga: FC Kleves Torwart Sascha Horsmann hofft am Sonntag gegen den Duisburger SV 1900 auf Relegationschance.

Sascha Horsmann, Torwart beim Fußball-Landesligisten 1. FC Kleve, brauchte nach der 0:2-Pleite beim FSV Duisburg ein paar Minuten für sich. "Ich habe eine ganze Zeit lang mit einem über den Kopf gezogenem Trikot in der Kabine gesessen und gedacht: Jetzt ist alles vorbei", so der Keeper. Derweil feierten die Duisburger auf dem Platz und vor dem Kabinentrakt noch ihren Sieg, den ein türkisches TV-Team in Bild und Ton festhielt. Nach einiger Zeit der Frustration blickte dann auch Horsmann allmählich wieder nach vorne. "Mir ist erst später bewusst geworden, dass uns ein eigener Sieg ja schon reicht, um die Relegation sicher zu erreichen", sagt Horsmann, der vor einem Jahr mit dem Ziel in die Oberliga aufzusteigen zum 1. FC Kleve zurückgekehrt war.

Dieses Ziel hat Horsmann auch jetzt noch nicht aus den Augen verloren. "Ich bin mir hundertprozentig sicher, dass wir am Sonntag gegen den Duisburger SV 1900 gewinnen und uns auch in der Relegation durchsetzen werden", sagt Horsmann. Zurückschauen will er indes momentan nicht. "Es bringt ja nichts, sich jetzt zu fragen, wo wir die Punkte liegen gelassen haben. Fakt ist, dass wir den direkten Aufstieg nicht erst in Duisburg, sondern schon viel eher verspielt haben. Aber wenn wir als Team am Sonntag nicht nur 70 oder 80, sondern hundert Prozent gegeben hätten, hätten wir das Spiel beim FSV auch gewonnen. Insgesamt hat uns diese Einstellung aber gefehlt", meint Horsmann. Auf die Frage, warum die Rot-Blauen den ersten Tabellenplatz in der Rückrunde wiedermal aus der Hand gaben, findet der erfahrene Keeper auch keine richtige Antwort: "Wenn ich da eine Geheimformel als Lösung hätte, hätte ich diese schon längst unseren Trainern und meinen Mitspielern verraten."

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Trotzdem versucht Horsmann im Spiel immer etwas von seiner Erfahrung an seine Teamkollegen abzugeben. "Ich denke, dass das auch meine Stärke ist", sagt der 29-jährige. Allerdings komme er als Torwart da auch an seine Grenzen. "Meine Abwehr und die Sechser erreiche ich noch, aber nach vorne hin wird das schwer. Im Stadion ist es ja meist auch laut und da bekommen unsere Offensivspieler sicherlich nicht mehr viel von meinen Anweisungen mit", sagt Horsmann, der zusammen mit seinen Vorderleuten die zweitbeste Abwehr der Liga stellt.

Dass die Klever dennoch eine etwas schlechtere Rück- als Hinrunde gespielt haben, macht Horsmann nicht nur am langen Ausfall von Fabio Forster fest, wenngleich er zugibt, dass der Kapitän der Mannschaft gefehlt habe. "Fabio hatte zwar persönlich einen etwas schlechteren Saisonstart, aber er ist bis zum Ende der Hinrunde zurückgekommen und hat in jedem Spiel zu 120 Prozent seine Aufgabe erfüllt", begründet Horsmann. Trotzdem habe der 1. FC Kleve eine solche Qualität in den eigenen Reihen, dass er auch Spieler wie Forster ersetzen könne, meint er. Diese Qualität bleibe dem Verein auch bei einem Nicht-Aufstieg erhalten. "Ich weiß, dass der Kader zusammenbleibt", verspricht der Keeper.

Nach dem Abpfiff am Sonntag in Duisburg wurden jedoch von Fan-Seite mal wieder härtere Töne gegenüber der Mannschaft laut, von denen sich die Rot-Blauen aber nicht verunsichern lassen wollen. "Ich als schon älterer Spieler stehe da drüber. Das geht vollkommen an mir vorbei", so Horsmann. Auch den jüngeren Akteuren helfe das Team, damit umzugehen und sich vollkommen auf den kommenden Sonntag zu konzentrieren.

"Ich hoffe, dass noch mal viele Zuschauer ins Stadion kommen werden", sagt Horsmann, der morgen 30 Jahre alt wird und diesen runden Geburtstag mit einem Heimsieg feiern möchte.

(RP)