Die U17-Mädels starten in der Kreisklasse neu

Jugendfußball : Die Kämpferherzen als Sprungbrett

Erneut schaffen es fünf Spielerinnen zur Frauenmannschaft des VfR Warbeyen. Die U17-Juniorinnen müssen in die Kreisklasse.

Zuletzt war es turbulent zugegangen am Warbeyener Duvenpoll. Der SV Bedburg-Hau hatte völlig überraschend die Mädchenfußball-Kooperation mit dem 1. FC Kleve und dem VfR Warbeyen aufgekündigt. Der Grund: Sie sahen ob des fehlenden Nachwuchses die Zukunft ihres Damen-Teams gefährdet. Weiter erklärten sie, dass der übergroße Teil der Spielerinnen in die Seniorenabteilung von Warbeyen, und nicht in die der Hauerinnen gewechselt waren. Sven Rickes, Antreiber des Projekts „Kämpferherzen“, reagierte überrascht, warf den Protagonisten aus Hau vor, sich an dieser Zusammenarbeit ohnehin in nur sehr überschaubarem Umfang beteiligt zu haben. Die Konsequenzen nun sind weitreichend: Die U17-Juniorinnen-Mannchaft, die zuletzt aus der Regionalliga abgestiegen ist, muss im Dress des VfR Warbeyen völlig neu beginnen.

Und das in der untersten Kreisklasse. „Wir haben das Gespräch mit dem Verband gesucht. Dort aber bestand keine Bereitschaft, uns höher einzustufen. Ich glaube nicht, dass der Verband sich mit dieser Entscheidung einen Gefallen tut. Dafür spielen die Mädels auf einem zu hohen Niveau“, sagt Rickes. Und dennoch: Mit der Ausnahme einer Spielerin haben alle B-Jugend-Mädels bereits ihre Zusage für die nächste Kreisklassen-Spielzeit unter Trainer Rickes gegeben. „Das ist ein richtig starkes Zeichen, dass alle Mädchen weiterhin voll für dieses Projekt einstehen – unabhängig von der Ligazugehörigkeit. Das macht uns wirklich stolz“, sagt Trainer Sven Rickes. Doch es gibt noch weitere gute Nachrichten aus Warbeyen: So gelang es abermals, eine ganze Reihe von Nachwuchskickerinnen auf den Sprung in die Frauenmannschaft von Übungsleiter Sandro Scuderi vorzubereiten.

Dabei handelt es sich um Torhüterin Clara Giebels, die Schwestern Anna und Sophie Schneider sowie Alysha und Kira Zemlin. Sie alle sammelten im vergangenen Jahr in der Regionalliga Erfahrungen und laufen künftig in der Niederrheinliga auf. „Das macht uns heftig stolz und zeigt, dass die Jugendarbeit fruchtet. Natürlich sind ihre Abgänge für mich auch mit Wehmut verbunden. Aber als überzeugter Jugendtrainer freue ich mich unheimlich für sie“, sagt Rickes. Noch größer sei sein Abschiedsschmerz nur gewesen, als er seine Töchter Chloe und Zara in die Seniorenabteilung am Duvenpoll verabschieden musste.

Anna Schneider führte das Rickes-Aufgebot im vergangenen Jahr als Spielführerin aufs Feld, ihr Trainer adelte sie immer wieder als „Antreiberin“, „Lautsprecherin“ und „Leistungsträgerin". Eine Vielzahl der nun in den Seniorenbereich vorstoßenden Mädchen hatten zuletzt auch Anfragen namhafter höherklassiger Klubs empfangen. „Der VfL Bochum, Borussia Mönchengladbach und der MSV Duisburg haben sich bei uns gemeldet und mächtig gebaggert. Aber die Mädels haben sich für unseren gemeinsamen Weg entschieden“, sagt Rickes.

Einen weiteren namhaften Neuzugang haben die Warbeyener Damen nun verpflichtet: Hendrina Achten. Die 28-Jährige hat bereits für Walbeck, den SV Rees und Borussia Mönchengladbach ihre Schuhe geschnürt und schließt sich nun dem Scuderi-Aufgebot an. „Hendrina ist Fußballerin durch und durch. Es dürfte der halbe Niederrhein hinter ihr her gewesen sein. Glücklicherweise konnten wir ihr eine attraktive Doppelfunktion anbieten“, heißt es aus der Geschäftsstelle der Kämpferherzen. Künftig wird Achten die U13-Mannschaft der Kämpferherzen als Trainerin begleiten. „Bei ihr trifft absolute Leistungsbereitschaft auf Lebensfreude“, sagt Rickes.